Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Arminia Ludwigshafen verlässt mit Sieg Abstiegsplätze

Laufstark: Sebastian Linder (FCA, weiß) klärt vor Vadym Semchuk.
Laufstark: Sebastian Linder (FCA, weiß) klärt vor Vadym Semchuk.

Mit Kampfgeist, Einstellung, Mentalität und Siegeswillen hat Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen die Partie gegen den FV Engers 2:1 (1:1) gewonnen. Erstmals feierte die nach der Pause gut verteidigende Arminia zwei Siege hintereinander und verließ damit die Abstiegsplätze.

Die Erleichterung, die nach dem Abpfiff allenthalben um sich griff, war fast spürbar. Die Stimmung war gelöst, locker und es wurde wieder von Herzen gelacht. Dieser Sieg zum Abschluss einer englischen Woche tat den Rheingönheimern richtig gut. „Wir haben im dritten Spiel in acht Tagen noch einmal alle Kräfte mobilisiert und sowohl in Mechtersheim als auch gegen Engers dank einer großen Energieleistung gewonnen“, sagte FCA-Trainer Andreas Brill. Seine Mannschaft habe sich das zuletzt oftmals fehlende Spielglück erarbeitet. „Wir müssen aber auch so ehrlich sein und zugeben, dass die Schlüsselszenen zu unseren Gunsten endeten“, räumte der Coach freimütig ein.

Damit meinte er die ersten 20 Minuten, in denen sich der FCA sehr schwertat und froh sein konnte, dass er nur 0:1 zurücklag. Dieses Führungstor von Sören Klappert fiel nach einem Freistoß, bei dem die Einheimischen nicht gut aussahen, weder die Flanke noch den Abschluss verhindern konnten (3.). Die am vergangenen Mittwoch spielfreien und deshalb frischer wirkenden Gäste verpassten es aber, die Führung auszubauen. Gute Möglichkeiten dazu gab es für Hasan Kesikci (6.) sowie den schnellen und quicklebendigen Manuel Simons, der an Arminias Torwart Kevin Urban scheiterte (20.). Wer weiß, ob sich die Arminia von einem 0:2-Rückstand erholt hätte.

Straub gleicht aus

Die erste gute Offensivaktion leitete der im Mittelfeld spielende Sebastian Lindner mit einem herrlichen 40-Meter-Diagonalpass auf Flügelstürmer Steffen Straub ein. Der bediente den ihn hinterlaufenden Nathaniel Esslinger, dessen gute Flanke Bastian Hommrich um ein Haar verwertet hätte (22.). „Ich hatte vor der Rückkehr zur Arminia ein halbes Jahr nicht gespielt. Aber als Polizeibeamter ist es wichtig fit zu sein“, erklärte Lindner sein großes Laufpensum trotz latenter Achillessehnenprobleme. Der Mann mit der Nummer 30 trug viel zur Stabilisierung des Defensivverbunds bei. Lindner, der auch schon in der Kette einsetzt wurde, spielt am liebsten auf der Sechs oder der Acht. „Die drei Punkte haben wir auch geholt, weil wir über die Basics ins Spiel gefunden haben“, erklärte er.

Ausgangspunkt für das 1:1 war Kapitän Nico Pantano, der schon zuvor Steffen Straub eine gute Chance ermöglicht hatte (29.). Fünf Minuten später täuschte er gekonnt einen Schuss an, bediente jedoch Straub, der aufzog und dann trocken ins lange Eck abschloss. „Das war heute ein Sieg des Willens. Es war spielerisch keine Glanzleistung, dafür haben wir mehr Wert auf kämpferische Elemente gelegt“, verdeutlichte der Spielführer. Die Arminia habe nach 20 Minuten ins Spiel gefunden und sich den Sieg verdient, auch wenn er etwas glücklich zustande gekommen war.

Das lag auch ein bisschen an Unglücksrabe Klappert. In einer starken Phase von Engers und nach einer sehenswerten Kombination wäre der Schuss von Yasin Yaman wohl im Tor gelandet. Der übereifrige Klappert setzte nach und schoss den Ball ins Netz, stand aber im Abseits (62.). Fast im Gegenzug verfehlte Joker Matteo Monetta nach Pantanos Vorarbeit in bester Position das Tor nur knapp (64.). „Das Zuspiel war vielleicht ein bisschen zu fest“, überlegte Pantano. 20 Minuten später klappte es besser. Die Kugel flipperte durch den Gästestrafraum, Markus Schmitt spielte den Kapitän an und dessen wuchtiger Schuss saß. „Ich war mir sicher, dass ich das Tor mache“, erläuterte Pantano. Nach neunminütiger Nachspielzeit stand fest: Es war das Siegtor.

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