Fußball
Oberliga: Arminia Ludwigshafen braucht Sieg gegen FCK II
Der Abstiegskampf spitzt sich zu und wird in dieser Spielzeit dadurch verstärkt, dass die in Corona-Zeiten aufgeblähte Liga von 20 auf 18 Mannschaft reduziert wird. 18 ist die jahrelange und gewünschte Standardgröße. Erschwerend kommen zwei Fakten hinzu. Zum einen, dass die Liga vier Aufsteiger aus den Verbandsligen aufnehmen muss: Die Meister aus dem Südwesten, dem Saarland und dem Rheinland sowie den Sieger der Aufstiegsrunde der jeweiligen Tabellenzweiten. Zum anderen, dass der Abstieg von TuS Koblenz und Schott Mainz aus der Regionalliga besiegelt ist.
Die Rechnung sieht wie folgt aus: Aktuell 20 Teams plus zwei von „oben“ und vier von „unten“ ergibt 26 Mannschaften. Der Meister steigt auf, macht 25. Da 18 Teams das Ziel sind, müssen, wie vor der Saison beschlossen, sieben Vereine absteigen. Sollte sich der Oberligazweite in den Aufstiegsspielen gegen die jeweils Zweiten aus Hessen und Baden-Württemberg durchsetzen, steigen nur sechs Teams ab. Darauf verlassen sollte man sich besser nicht.
Ziel ist Platz 13
Somit kann das Ziel nur lauten, im schlechtesten Fall Platz 13 zu belegen. Aktuell steht für die Arminia Rang zwölf zu Buche. Klingt komfortabel, ist es aber nicht. Denn man muss davon ausgehen, dass Konkurrent Cosmos Koblenz (derzeit auf Rang 14) seine Partien gegen die bereits feststehenden Absteiger Pfeddersheim und Baumholder gewinnt und auf 50 Punkte kommt. Mechtersheim (47 Zähler) spielt gegen Engers und bei Absteiger Waldalgesheim. Da dürften am Ende mindestens 50 Punkte auf dem Konto stehen.
Und weil die Arminia (48 Punkte) das schlechteste Torverhältnis der drei Mannschaften hat, und sich dies auch nicht mehr ändert, heißt das im Klartext: Drei Punkte aus dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern II (Samstag, 18 Uhr) oder dem Gastspiel bei Nachbar Wormatia Worms sind Pflicht, sonst droht die Verbandsliga. Die Arminia hat genügend Qualität, den fehlenden Sieg einzufahren, auch wenn die Hürden hoch erscheinen. Die Hinspiele gegen dieses Duo hat der FCA gewonnen und gezeigt, was möglich ist.
Drittbestes Rückrundenteam
„Der FCK ist ein Riesenherausforderung, ein Topteam, das nicht umsonst die drittbeste Rückrundenmannschaft ist“, warnt Trainer Andreas Brill vor einem spiel- und laufstarken Widersacher. Ein Plus sei, dass die Arminia alles in der eigenen Hand habe, aber auch alles mobilisieren müsse, um erfolgreich zu sein. „Von den zurückliegenden zehn Partien haben wir nur eine verloren. Leistungsmäßig hat es also gepasst, aber uns hat die Effizienz gefehlt, sonst hätten wir uns nicht so oft mit einem Remis zufriedengeben müssen“, betont der Übungsleiter. Der FCA benötige zu viele Chancen für ein Tor. Wieder zurück ist Matteo Monetta, doch der Einsatz von Wal Fall, Robert Langer und Sebastian Lindner ist fraglich.
Dafür ist Marc Ehmann, der in den USA studiert, wieder in der Pfalz. Zumindest bis zum Saisonende. „Ich war seit August 2022 in Cleveland im Bundesstaat Tennessee, studiere Marketing und BWL und werde demnächst meine Bachelorarbeit abschließen“, informiert der aus Hochdorf-Assenheim stammende Fußballer. Anfang August fliegt er wieder über den großen Teich, weil dann das Master-Studium folgt. „Mir gefällt es gut dort, und unsere Unimannschaft hat zumindest Verbandsligaformat. Das Gefälle im Kader ist größer, es fehlt etwas an der Breite“, verdeutlicht Ehmann. In den Play-offs ging es bis ins Halbfinale.
Jugend beim FCK
Gegen Cosmos Koblenz kam er vor zwei Wochen zu einen Kurzeinsatz und spielte als defensiver Mittelfeldspieler in Quierschied 90 Minuten in der Innenverteidigung. „Das ist schon etwas ungewohnt, weil es die letzte Reihe ist, aber ich glaube, ich habe das ordentlich gemacht“, sagt Ehmann. Dies bestätigt Brill voll umfänglich: „Marc hat die Aufgabe prima gelöst, gefiel mit großer Ruhe am Ball und einer starken Spieleröffnung.“
Platz zwölf sei gar nicht so schlecht und würde in anderen Jahren einen sicheren Platz im Tabellenmittelfeld bedeuten, glaubt der Defensivmann. „Unsere Mannschaft hat Qualität. Wir dürfen nicht schauen, was die anderen machen, sondern müssen unser Spiel gewinnen“, empfiehlt Ehmann. In der Jugend hat er unter anderem für den Karlsruher SC, die TSG Hoffenheim und – wie passend – für den 1. FC Kaiserslautern und Wormatia Worms gespielt.