Fußball
Oberliga: Arminia-Kapitän Nico Pantano feiert ein Jubiläum
Seit dem erstmaligen Aufstieg des FC Arminia in die Oberliga 2011 spielen die Rheingönheimer bis auf eine Saison ununterbrochen in dieser Spielklasse. Derzeit absolviert der FCA dort also seine zwölfte Runde. In dieser Zeit haben die Arminen 166 Spieler eingesetzt. Wichtige Akteure, aber auch andere, die nur einmal aufgelaufen sind oder welche aus dem Reserveteam, die ausgeholfen haben. Darunter sind Leistungsträger und Mitläufer, bodenständige Typen, aber auch Wandervögel und schillernde Figuren. Viele sind schon vergessen, waren nur Episoden, andere haben die Mannschaft geführt und geprägt. Einer von ihnen ist Nico Pantano. Der 31-jährige Kapitän ist Kopf, Motor und Herz der Arminia.
Pantano, der seit 2015 das schwarz-weiße Trikot trägt, bestreitet gegen Dudenhofen (Freitag, 19.30 Uhr) sein 200. Oberligaspiel für den FCA und ist damit der Rekordspieler. Eigentlich könnten es noch mehr Einsätze sein, doch zwei sogenannte Corona-Jahre mit nur wenigen Partien und die Runde 2017/18, als die Arminia in der Verbandsliga den Abstieg korrigierte und sofort wieder aufstieg, verhinderten dies. „200 Spiele in der Oberliga für einen Verein – das ist schon etwas Besonderes und freut mich sehr“, sagt der Mittelfeldspieler. Es sei auch ein Nachweis, immer erste Wahl gewesen zu sei. Dieses Vertrauen wolle er mit Leistung zurückzahlen. Das gelingt Pantano, der mit 58 Treffern auch der erfolgreichste Torschütze des Clubs ist, seit Jahren und in dieser Saison besonders.
Vertrag läuft aus
So sieht es auch Trainer Andreas Brill. „Nico ist eine Führungspersönlichkeit. Er ist konstant in seiner Leistung, torgefährlich, geht voran und drückt den Spielen seinen Stempel auf“, beschreibt der Coach den klassischen Zehner. Pantano sei ein bedeutender Faktor im Offensivspiel der Arminia, und auch seine Leistungen im Training stellen den Trainer vollauf zufrieden. Der Polizeikommissar mit dem starken linken Fuß ist gleichermaßen Vorlagengeber und Vollstrecker. Nach seiner Jugendzeit spielte er auch für Wormatia Worms, 1. FC Kaiserslautern II und den SC Idar-Oberstein. Bei der Arminia ist der Ruchheimer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, längst heimisch geworden. Mit dem FCA sei er in ständigem Austausch wegen einer Verlängerung.
Nachdem Pantano für seine Rote Karte gegen Pirmasens vier Spiele auf Eis lag, folgte kürzlich eine zweiwöchige Sperre für einen Platzverweis aus der Partie gegen Worms. „Ich habe daraus gelernt und werde künftig kühlen Kopf bewahren. Die Freude ist riesig, gegen Dudenhofen wieder spielen zu können“, sagt der Regisseur, für den es im Kader keine Alternative gibt. Mit ihm holte der FCA in dieser Runde im Schnitt 1,6 Punkte pro Partie. Als er gesperrt fehlte, waren es nur 0,5. Wegen der Sperren hat er in dieser Spielzeit so oft gefehlt wie noch nie. Unter der Woche zu trainieren, mit der Gewissheit, am Samstag nicht auflaufen zu können, sei schrecklich. Er habe das Gefühl gehabt, als Kapitän seine Mitspieler schützen zu müssen und die Situation falsch eingeschätzt, erklärt er seine Rote Karte nach Abpfiff des Spiels gegen Worms.
Blick nach unten
„Ein Derby gegen Dudenhofen ist immer schwer. Das ist ein unbequemer Gegner mit viel Mentalität. Uns erwartet ein kniffliges Kampfspiel“, verdeutlicht Brill. Die Arminia hat zwar eine positive Bilanz gegen den FVD, doch die beiden Niederlagen fielen happig aus (0:5, 0:6). Aktuell sind die beiden Teams Tabellennachbarn, haben aber Tuchfühlung zu den Abstiegsplätzen. Ein Manko der Schwarz-Weißen ist die Bilanz gegen die Mannschaften, die im Moment auf den Rängen stehen, die den Abstieg bedeuten können. Von neun Partien wurden nur zwei gewonnen. Gegen das schon etwas zurückgefallene Schlusstrio Quierschied, Waldalgesheim und Bitburg blieben die Rheingönheimer sieglos.
„Natürlich müssen wir den Blick nach unten richten. Bei möglichen acht Absteigern werden zwei Drittel der Liga bis zum Ende zittern müssen“, glaubt Pantano und erwartet eine komplizierte Rückrunde. Im Hinspiel in Dudenhofen erzielte der 31-Jährige das entscheidende zweite Tor beim 2:1-Sieg. Das könnte die Vorlage für Freitag werden. Vielleicht gelingt dem Rekordspieler in seinem Jubiläumsspiel ja wieder das Siegtor.