Ludwigshafen Noch größeres Debakel knapp verhindert

Böhl-Iggelheim. In einem ungleichen Lokalderby der Handball-Pfalzliga hat der Spitzenreiter TSV Iggelheim den TV Ruchheim mit 29:16 (10:7) besiegt. Der Trainerwechsel von Patrick Herbold zu Horst Senk zeigte bei den Gästen noch nicht die erhoffte Wirkung.
Es war ein bisschen der Ketchup-Flaschen-Effekt: Lange musste der TSV Iggelheim schütteln, aber zunächst tröpfelten die Tore nur spärlich. Erst im zweiten Durchgang war der Bann gebrochen und die Torlawine der Gastgeber spülte den TV Ruchheim förmlich aus der Halle. „Ich konnte meiner Mannschaft nach der ersten Halbzeit noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Immerhin haben wir uns jede Menge klare Torchancen herausgespielt. Wir haben nur einfach nicht getroffen“, erklärte Iggelheims Trainer Axel Wilbrandt. Fünf Pfostentreffer, ein vergebener Siebenmeter und ein verschenkter Gegenstoß waren dabei nur die Spitze des Eisbergs bester Torgelegenheiten. Am Sieg seiner Mannschaft bestanden aber trotzdem zu keinem Zeitpunkt Zweifel. Zu deutlich die Überlegenheit gegen Ruchheimer Gäste, die schon im ersten Abschnitt sehr bieder agierten und im zweiten Durchgang förmlich auseinanderbrachen. Nur die beiden Torleute Ragnar Vollbrecht und Sebastian Scharfenberger verhinderten mit insgesamt 13 Paraden ein noch größeres Debakel. Dabei hätte es auch anders laufen können, weiß Wilbrandt: „Man weiß nie, wie eine Mannschaft auf einen Trainerwechsel reagiert, und Horst Senk kennt die Mannschaft schließlich gut.“ Doch was Ruchheims neuer Übungsleiter nach nur einer Trainingseinheit sah, gefiel ihm nicht: „Ich bin vom Leistungsstand der Mannschaft enttäuscht.“ Für ihn begann mit dem Schlusspfiff die eigentliche Arbeit. „Wir haben schließlich heute genau gesehen, woran wir arbeiten müssen: im Prinzip an allem.“ Die Mannschaft könne sich auf alle Fälle nicht hinter dem Trainer verstecken, kündigte er an, und nahm lediglich die Torhüter von seiner Pauschalkritik aus. Und er hatte noch etwas Positives entdeckt: „In der ersten Halbzeit haben wir immerhin noch halbwegs vernünftig verteidigt.“ Doch auch davon war in der zweiten Hälfte nichts mehr zu sehen. Da häuften sich Missverständnisse, ungenaue Abspiele und Fehlwürfe. Die Gastgeber blieben davon unbeeindruckt und nutzten fast jeden Fehler ihrerseits zu einem Torerfolg und hatten nur noch sieben Fehlwürfe bei 19 Treffern im zweiten Durchgang, während das Verhältnis in der ersten Hälfte noch 13 erfolglose Abschlüsse gegenüber zehn Treffern lautete. „In der zweiten Hälfte haben wir uns belohnt“, war TSV-Trainer Wilbrandt deshalb nach 60 Minuten und einer weiterhin verlustpunktfreien Tabellenführung versöhnt.