Ludwigshafen Nils fragt: Was ist eigentlich die Anilin?

Neulich bin ich mit der Straßenbahn durch Ludwigshafen gefahren. Da haben sich zwei Jungs über ihre Väter und deren Berufe unterhalten. Einer erzählte, dass sein Papa als Chemiker in der „Anilin“ arbeitet. Ich habe daheim meinen Papa Nagbert gefragt, was das ist – die „Anilin“? Er hat gelacht und mir erklärt, dass man so in Ludwigshafen die BASF bezeichnet. Das ist die weltgrößte Chemiefabrik. „BASF ist die Abkürzung für Badische Soda- und Anilinfabrik. Und deswegen sagt man auch kurz die Anilin. Leute, die dort arbeiten, nennt man auch Aniliner“, hat mir Papa erklärt. In Anilin sei das spanische Wort für blau enthalten. Und es ist auch der Ausgangsstoff für eine künstlich hergestellte Farbe, mit der zum Beispiel Jeans blau gefärbt werden. Die Anilinfarbe war eines der ersten BASF-Produkte im 19. Jahrhundert. Die Fabrik ist heute der größte Arbeitgeber in Ludwigshafen mit fast 40.000 Mitarbeitern. Ich habe dann meinen Papa gefragt, ob er auch mal in der „Anilin“ gearbeitet hat. Da hat er noch mal gelacht: „Dort arbeiten viele Chemiker, und ich bin doch Wasserburgenbauer und Holzfäller.“ (mix)