Ludwigshafen Nicht zu tief durchatmen

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Der Flurfunk funktioniert in der Rheinfeldstraße im Stadtteil Friesenheim. Muss er auch, denn auf offiziellem Wege scheinen die Wohnungseigentümer des Blocks recht wenig mitgeteilt zu bekommen. Und wenn, dann ist es fast schon zu spät. Am 2. September vergangenen Jahres leitete der Hausverwalter ihnen ein Schreiben per E-Mail weiter, in dessen Anhang sich Pläne befanden. Pläne für einen Garagenpark, den BASF Wohnen + Bauen auf der Rückseite des Gebäudes, unmittelbar vor ihren Balkonen, errichten wollte (wir berichteten). Dort ist ein kleiner Park – ein richtiger, wo sich die Eichhörnchen „gute Nacht“ sagen, mit Bäumen und Wiesen. Die Grünfläche sollte weg, fürchteten die Bewohner. Der Flurfunk kochte, die Gemüter auch. Eine direkte Nachricht über das Abholz-Vorhaben? Fehlanzeige, klagen die Anwohner. Nutznießer der Garagen sollten die Bewohner des sogenannten Aschanti-Dorfes sein, einer nahegelegenen BASF-Siedlung. Sie fragten immer wieder nach geschlossenen Abstellmöglichkeiten für ihre Autos, hieß es bei der Wohnungsbaugesellschaft, die damals noch den Namen Luwoge trug. Das Dreieck zwischen Rheinfeld- und Lungestraße stelle eine Möglichkeit dar, die Pläne seien jedoch noch „vage“. Aber: „In Abstimmung mit dem Bauamt Ludwigshafen“ bat der Verfasser der weitergeleiteten Mail, ein Architekt aus Dirmstein, „um die Gegenzeichnung der Planunterlagen“ innerhalb von zwei Wochen. Die Unterschrift bedeute das Einverständnis der Bewohner zum Bauprojekt. Das gäben sie jedoch auch, wenn sie die Frist verstreichen ließen, stand in dem Brief. Stillschweigende Zustimmung, sozusagen. Ihre Oase mitten in der Stadt aufgeben? Kam nicht infrage. Die Anwohner stellten sich auf die Hinterbeine, hielten Versammlungen ab, sprachen beim städtischen Bauamt vor. Ideen, wie das Projekt noch gestoppt werden könnte, entstanden. „Und wenn wir uns an die Bäume ketten“, sagten sie. Die grüne Lunge mit grauem Beton zuschütten lassen? Auf gar keinen Fall. Das machte offenbar Eindruck, und die Menschen in der Rheinfeldstraße können jetzt durchschnaufen. „So wie zunächst geplant werden wir nicht bauen“, sagt Anna-Katharina Rapp von BASF Bauen + Wohnen. Den Antrag beim städtischen Bauamt hat die Gesellschaft zurückgezogen. Gründe nennt Rapp keine, sagt nur: „Wir wollen natürlich nichts bauen, was unsere Bewohner und Nachbarn nicht wollen.“ Herumgesprochen hat sich die frohe Kunde, natürlich, per Flurfunk. Eine offizielle Benachrichtigung gab es wieder nicht. Einmal durchatmen – ganz tief. Denn kaum gesagt, müssen die Besitzer erneut die Luft anhalten. „Fakt ist“, sagt Rapp, „es werden Parkplätze gebraucht.“ BASF Wohnen + Bauen beabsichtigt weiterhin, zwischen Lunge- und Rheinfeldstraße Garagen zu bauen. Die Pläne dafür sind in der Mache, spruchreif ist noch nichts. Klar ist aber schon jetzt: „Wenn man dort was baut, wird etwas verschwinden müssen“, sagt Rapp. Die großen Bäume sollen aber stehenbleiben. Das Konzept stellen die Wohnungsbauer auf einer Infoveranstaltung im Mai oder Juni vor. Man wolle mit den Menschen in Kontakt treten, um eine einvernehmliche Lösung für das Problem zu finden, versichert Rapp. Ob die Menschen in der Rheinfeldstraße das wissen? Wieder so ein Thema für den Flurfunk.

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