MannheimNeujahrsansprache des Oberbürgermeisters: Appell an das Mannheimer Wir-Gefühl
Hält seine zweite Neujahrsansprache als Mannheimer Oberbürgermeister: Christian Specht.
Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist das Thema des Neujahrsempfangs der Stadt Mannheim. Mehr als 8000 Besucher sind gekommen. Im Mittelpunkt: der Rück- und Ausblick des Oberbürgermeisters.
Der Dreikönigstag ist in Mannheim traditionell für den Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters reserviert. So ist das auch am Montagvormittag im voll besetzten Mozartsaal des Rosengartens. Christian Specht (CDU) appelliert in seiner Neujahrsansprache an das Wir-Gefühl der Bürger. „Mannheim miteinander“ ist die Veranstaltung überschrieben. Neben den Kernthemen der Kommunalpolitik, die der Oberbürgermeister in Erhalt der Infrastruktur, Ausbau von Betreuung und Bildung sowie Klimaschutz sieht, stellt Specht heraus: „Erst der gesellschaftliche Zusammenhalt macht aus einer Stadt einen Ort, wo man sich zu Hause fühlt – einen Ort der Geborgenheit und der Sicherheit.“ Dies setze voraus, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Überzeugungen begegnen und in einen Dialog miteinander treten.
Der tragische 31. Mai
Ein schwerer Schlag für das Sicherheitsgefühl vieler Menschen war der tragische 31. Mai des vergangenen Jahres. Ein Tag, den „wir alle nie vergessen“, wie Specht betont. „Der Tag, als ein junger, lebensfroher und talentierter Polizist unvermittelt und heimtückisch angegriffen und so schwer verletzt wurde, dass er wenig später verstarb.“ Neben dem Vizepräsidenten des Mannheimer Polizeipräsidiums sind einige Kollegen aus dem Einsatzzug des getöteten Polizisten in den Mozartsaal gekommen. An dieser Stelle schlägt der Oberbürgermeister den Bogen zu dem, was seine Heimatstadt schon immer ausgemacht habe: „Mannheim war, ist und bleibt Heimat für alle, die Anstand besitzen und unsere gemeinsamen Gesetze, Werte und Normen achten.“
1662 Menschen aus 99 Nationen sind 2024 in Mannheim eingebürgert worden. Einen von ihnen holt Specht auf die Bühne: Mohammad Alsaadi, der 2016 als 16-Jähriger ohne Deutschkenntnisse aus Syrien hier angekommen ist. Mittlerweile ist er Zahntechniker. Vor den Gästen des Neujahrsempfangs wiederholt er in einer kurzen Rede das, was er schon bei der Einbürgerungsfeier gesagt und so eingeleitet hat: „Ich stehe heute vor euch, um meine tiefe Dankbarkeit gegenüber Deutschland auszudrücken.“
Bedrückend sei dagegen der Konflikt im Nahen Osten, betont Specht. 100 Demonstrationen hätten 2024 in Mannheim stattgefunden. „Das war insbesondere dann für Verwaltung und Stadtgesellschaft belastend, wenn Kundgebungen als Bühne für antisemitische Ressentiments und Schmähungen Israels genutzt wurden“, so der Oberbürgermeister.
Klinikum und Nationaltheater
Führen durch den Festakt: Filmemacherin Merve Uslu-Ersoy (l.) und Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye.
Und was bringt das neue Jahr? Vor dem Hintergrund einer schwierigen Haushaltslage der Stadt blickt der Oberbürgermeister vor allem auf zwei Mannheimer Institutionen. Zum einen das Klinikum, für dessen Verluste die Stadt seit Jahren mit Millionen-Zuschüssen geradestehen muss. Die Finanzierung eines Neubaus, an der sich die Stadt vermutlich beteiligen muss, würde laut Specht eine Neuverschuldung zur Folge haben. Er betont aber: „Investitionen in die Zukunft des Klinikums sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt.“
Für das Mannheimer Miteinander steht an diesem Tag das Programm im Anschluss an den offiziellen Teil im Mozartsaal: 250 Vereine, Organisationen und Institutionen sind daran beteiligt. Ab 13 Uhr übernehmen sie in den Fluren des Rosengartens die Regie.
Hochbetrieb auf den Fluren: 250 Vereine, Organisationen und Institutionen sind am Programm beteiligt.