Ludwigshafen
Neues Simulationszentrum für Pflegestudenten: Hochschule nimmt Vorreiterrolle ein
Das neue Skills- und Simulationszentrum ist für Studierende der Studiengänge Pflege und Hebammenwissenschaft gedacht. Bereits seit dem Wintersemester 2022/2023 gab es am Hochschul-Standort in der Maxstraße zwei „Skills Lab“ genannte Übungsräume, in denen Studenten Pflegetätigkeiten an Modellen üben konnten. Mit den großzügigen Räumen im Stadtteil West bieten sich den Studierenden laut HWG nun „ganz neue Möglichkeiten der praxisnahen Ausbildung“. Mit 1,3 Millionen Euro hat das Land das Projekt gefördert.
Auf einer 900 Quadratmeter großen Etage in der Turmstraße 8 sind in elf Räumen verschiedene Übungsszenarien aus dem Klinikbereich aufgebaut. An menschlich aussehenden Medizinmodellen lassen sich hier Fertigkeiten und Handgriffe zur Patientenversorgung ohne Druck für die Lernenden und ohne Risiko für die Patienten üben. Für die unterschiedlichen Aufgaben stehen Ganzkörpermodelle oder solche von Körperteilen zur Verfügung, die verblüffend realistisch gestaltet sind. Sie stellen etwa ältere Personen oder Säuglinge dar. An einem Kunstbein kann die Wundversorgung geübt werden. Andere Modelle haben Narben, alle möglichen Verletzungen oder künstliche Darmausgänge. Den angehenden Hebammen stehen zwei eingerichtete Übungskreißsäle zur Verfügung.
Besonders wichtig sei die technische Ausstattung der Räume mit einer Audio-Video-Anlage, erläutert Hochschul-Praxisreferentin Kirsten Ahrens. „Damit könnten die Übungen aufgezeichnet und im Anschluss besprochen werden, um Fehler aufzuarbeiten.“ In Übungsszenarien würden die Studierenden auf Prüfungen vorbereitet. Früher hätten sich Berufsanfänger viele Kompetenzen erst in der Berufspraxis angeeignet, berichtet Professorin Nina Knape, Leiterin des Studiengangs Hebammenwissenschaft. „Bei uns können Krisensituationen trainiert werden, ohne dass es negative Folgen hat.“
Akademisierung der Pflege
Von einem „wichtigen Baustein für den Erfolg unserer Studiengänge“, spricht Hochschulpräsident Gunther Piller bei der Einweihung des neuen Skills- und Simulationszentrums am Freitag. Die Bedeutung des Projekts für Rheinland-Pfalz betont Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Landesministerium für Wissenschaft und Gesundheit, mit Blick auf den Fachkräftemangel in den medizinischen Berufen. Optimale und praxisnahe Ausbildungsbedingungen seien daher wichtig: „Die Hochschule Ludwigshafen nimmt hier eine Vorreiterrolle im Land ein.“
Der seit dem Wintersemester 2021/2022 an der HWG angebotene Studiengang Hebammenwissenschaft erfreue sich hoher Nachfrage, sagt Heil. Ein Jahr später sei an der Hochschule die Akademisierung des Pflegeberufs erfolgt. „Ludwigshafen ist hier in der ,Pole-Position’“, findet die Ministerialdirektorin.