Ludwigshafen Neues Hotel am Rhein
An der Rhein-Galerie soll ein neues Hotel gebaut werden. Die Verhandlungen zwischen Center-Betreiber ECE und der Moxy-Gruppe stehen kurz vor dem Abschluss. Die neue Hotelkette wird von Marriott und Ikea betrieben. Geplant ist ein mehrstöckiges Gebäude mit bis zu 180 Zimmern.
Die Randbebauung am Platz der Deutschen Einheit steht schon lange aus. Eigentlich hätte Rhein-Galerie-Betreiber ECE bis Ende 2012 das Areal entwickeln sollen. Dazu hat sich der Konzern vertraglich gegenüber der Stadt verpflichtet. Doch das Projekt ist immer wieder verschoben worden. Im Gespräch waren Büros oder Einzelhandel und eben auch ein Hotel. Nun ist der Hotelneubau in greifbare Nähe gerückt. „Es gibt Gespräche mit Moxy. Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss“, bestätigt eine ECE-Sprecherin. Weitere Details würden erst bekanntgeben, wenn die Verträge in den nächsten Wochen unterzeichnet seien. Hinter der neuen Hotelmarke Moxy stehen der US-Hotelkonzern Marriott und der schwedische Möbelhausriese Ikea. Vereinfacht gesagt: Marriott liefert das Branchenwissen, Ikea das Kapital. Zielgruppe sind Geschäftsreisende oder eine junge Kundschaft. Etwa 150 Standorte sind in Deutschland und Europa geplant. Teil der Geschäftsstrategie ist die Vermarktung von preiswerten Zimmern in einem modernen Design. Mit Ikea-Möbeln sollen die Zimmer aber nicht eingerichtet werden. Eines der ersten Moxy-Hotels ist im vergangenen Jahr am Mailänder Flughafen eröffnet worden. London, München, Frankfurt und Berlin sollen in Kürze folgen. Nun könnte noch Ludwigshafen dazu kommen. Die Verhandlungen über das 5000 Quadratmeter große Baugrundstück am südlichen Rand des Platzes der Deutschen Einheit laufen bereits seit vielen Monaten. Begleitet wird dieser Prozess von der Stadt in Gestalt ihrer Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG). „Moxy wäre das Richtige für diesen Standort“, sagt WEG-Chef und Baudezernent Klaus Dillinger (CDU). Dahinter stünden finanzstarke Investoren. Hauptzielgruppe seien Geschäftsreisende mit ein bis zwei Übernachtungen, die von ihren Firmen in preiswerten Hotels untergebracht werden. Marriott sei bisher noch nicht in Mannheim vertreten. Das Reservierungssystem der Hotelgruppe werde dafür sorgen, dass deren Gäste nach Ludwigshafen gebucht werden. Das neue Hotel soll laut Dillinger maximal 180 Zimmer haben, etwa sechs Stockwerke hoch sein und damit städtebaulich zum benachbarten Einkaufszentrum Rhein-Galerie passen. Baubeginn könnte 2016 sein – wenn zwischen ECE und Moxy auf der Zielgeraden alles glatt läuft. Investiert werden soll „ein größerer Millionenbetrag“, sagt der WEG-Chef, ohne ins Detail zu gehen. Die Stadt erhofft sich von einem Hotel am Rhein auch Impulse für mehr Kongresse im Pfalzbau sowie für die Belebung der Innenstadt. Die Gäste, die dort übernachten, wollen schließlich abends noch etwas essen oder trinken gehen. „Das ist ein wichtiger Baustein für mehr Leben in der Innenstadt“, sagt Dillinger. Möglicherweise könnte außer dem Moxy-Neubau noch ein weiteres Hotel-Projekt die City beeinflussen. Das von einer Familie geführte Viktoria-Hotel in der Bahnhofstraße verhandelt nach Angaben von Geschäftsführerin Renate Auer mit mehreren Interessenten über eine Übernahme. „Da ist aber noch nichts spruchreif“, sagt Auer, ohne Einzelheiten nennen zu wollen. Laut WEG ist ein Verkauf an die Billig-Hotelkette B&B im Gespräch, die ebenfalls Geschäftsreisende als Zielgruppe im Visier hat. „Der Markt in der Metropolregion ist groß genug für weitere Hotels in diesem Segment“, tritt Dillinger der Skepsis von Ludwigshafener Hoteliers entgegen, die sich in der Vergangenheit gegen Hotelneubauten in der Stadt ausgesprochen hatten. Dies belege eine von der Stadt in Auftrag gegebene Standortuntersuchung einer Unternehmensberatung. Dennoch sorgen sich die hiesigen Hoteliers ums Geschäft. Und dies nicht zu Unrecht, wie aus dem Hotelgutachten hervorgeht, das der RHEINPFALZ in Auszügen vorliegt. Demnach sei mit „Unruhe am Markt“ und einem „Preiskampf“ zu rechnen. Alte und renovierungsbedürftige Hotels könnten vom Markt verdrängt werden. Überlebenschancen bescheinigen die Gutachter gut geführten und individuellen Privathotels in der Stadt. Nach Einschätzung der Experten könnten die neuen Hotels dazu führen, dass die vorhandenen Häuser in ihre Attraktivität investieren und ihre Zimmer modernisieren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Oder wie es Klaus Dillinger formuliert: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Das trifft etwa für das Europa-Hotel am Ludwigsplatz zu. Die Inhaber haben schon kräftig in die Modernisierung investiert.