Fussball
Neuer Südwest-Vorsitzender Hafner hat einiges vor
Die Talfahrt von Fußball-Bezirksligist Südwest Ludwigshafen zieht sich. Seit gut zwei Jahren geht es beim Ankerklub bergab. Zwei Trainerentlassungen, zwei freiwillige Abgänge von Coaches und ein Abstieg sind die Bilanz der letzten 24 Monate. Aktuell steht Südwest auf dem letzten Platz in der Bezirksliga Vorderpfalz. Der erneute Abstieg – dann in die A-Klasse - droht. Diesen möchte Hafner zusammen mit einem neuen sportlichen Gespann verhindern. „Diese sportliche Aufgabe, vor der wir stehen, ist keine leichte. Aber es reizt mich, so wie mich der Waldhof damals auch gereizt hat. Auch das war mit viel Aufwand verbunden, mündete aber mit dem Oberligaaufstieg und der Regionalligameisterschaft“, begründet Hafner die Amtsübernahme im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Für den neuen ersten Verantwortlichen im Verein wird es dennoch keine leichte Aufgabe, aber auch keine „One-Man-Show“. Hafner möchte die Arbeit, die vor dem Verein steht, auf mehrere Schultern verteilen und modernere Verfahren. „Ich strebe eine Satzungsänderung an. Und die muss erfolgen“, sagt der Vorstand. Die aktuelle Satzung sei überaltert und nicht zeitgemäß. „Ich möchte einen Aufsichtsrat, einen Vorstand. Ja, ich möchte Organe verankern und ein Gremium haben, wo wir vielleicht Sponsoren platzieren können, die ein paar Euro mehr geben“, erklärt er. Diese könnten zumindest auf sportlicher Ebene für Hilfe sorgen.
Noch kein neuer Trainer
Auch in diesem Bereich hatte sich vor wenigen Wochen etwas beim Ankerklub getan. Giuseppe Marino ist neuer sportlicher Leiter bei Südwest. Er soll den Kader für die Rückrunde zusammenstellen. „Wir müssen einfach mal schauen, wen es gibt. Das läuft bereits im Hintergrund“, erklärt Hafner. Ins Detail kann und will der neue Vorsitzende dabei nicht gehen. Auch die Frage bezüglich eines neuen Südwest-Trainers bleibt unbeantwortet. Zuletzt machte der Name des ehemaligen FCK-Profis Demir Hotic die Runde. Sicher ist das wohl nicht. „Die Stelle des Trainers ist vakant“, versichert Hafner.
Doch egal, wer Trainer wird: Derjenige wird es nicht leicht haben, muss er doch aus einer – wieder umgebauten Mannschaft – eine Einheit formen und den Klassenverbleib schaffen. Der ist nämlich das kurzfristige Ziel des Vorsitzenden. Sollte dieser nicht erreicht werden, droht auch der Nichtaufstieg der zweiten Mannschaft. Die befindet sich aktuell auf dem ersten Rang in der B-Klasse. „Es wäre schade für diese Truppe. Das wäre sehr unglücklich, wenn wir absteigen würden“, denkt Hafner auch an die zweite Garnitur.
Erste Mannschaft soll langfristig höher spielen
Doch vordergründig geht es für ihn natürlich um die erste Mannschaft – und dass diese wieder höherklassiger spielt. „Ich möchte schon wieder – und da brauchen wir Zeit, aber auch innerhalb des Vereins Strukturen und Mitglieder die helfen und mitmachen – mindestens in die Verbandsliga zurück“, macht der Vorsitzende klar. Dabei vergisst Hafner auch den Unterbau nicht. Er will eine Jugend auf die Beine stellen. „Das ist mir ganz wichtig, weil es auch eine Identifikation schafft mit dem Verein“, erklärt der Vorsitzende und schaut dabei auf die Stadtteile oder Dörfer, in denen die Identifikation vorhanden ist. Es gibt also viel zu tun für Hafner. Der hat bereits in Mannheim bewiesen, dass er etwas aufbauen kann. Nun hat er in Ludwigshafen die Chance dazu. Gut möglich, dass er und der Verein erstmal einen Schritt zurück gehen müssen, bevor es wieder bergauf geht.