Ludwigshafen Narren fit für Seitenwechsel

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„Ob Bugaplän, Großbaustell oder Löcher in de Gass, mir feiern trotzdem Fasnacht mit viel Spaß“. Unter diesem Motto ziehen die Narren der Schwesterstädte am Sonntag, 14 Uhr, durch Mannheim. Fast die Hälfte der 100 Zugnummern kommt aus Ludwigshafen.

Andreas Müss freut sich bereits tierisch auf den Höhepunkt der Kampagne: „Am meisten auf die Stimmung. In Mannheim herrscht immer Ausnahmezustand“, sagt der 39-Jährige. Der frühere Stadtprinz (2001/02) fährt natürlich auf dem Wagen seines KV Rheinschanze mit, verrät über dessen Motiv nur so viel: „etwas Historisches“. Als Bezirksvorsitzender der Region Vorderpfalz in der Vereinigung Badisch-pfälzischer Karnevalvereine ist er „eine Art Ministerpräsident“ für die rund 30.000 Narren, die sich in den 126 Mitgliedsvereinen engagieren. 80.000 sind es in allen vier Bezirken. Dem Umzug fiebert der in Ludwigshafen geborene Unternehmer, der in Dannstadt-Schauernheim lebt, noch aus einem ganz anderen Grund entgegen: „Ich mache das jetzt schon seit über 20 Jahren mit, und ich kann mich nicht erinnern, dass in Mannheim einmal schlechtes Wetter war.“ Der Ehrenvorsitzende des KV Rheinschanze, dem er seit über 33 Jahren treu ist, rechnet bei strahlendem Sonnenschein allenfalls mit einem Bonbon-Niederschlag. Sieben bis acht Grad und einen Mix aus Wolkenfeldern und örtlich etwas Sonne vermeldet der Wetterfrosch. 300.000 Menschen werden in den Quadraten erwartet. Darunter traditionell zahlreiche Ludwigshafener. Immerhin beteiligen sich die linksrheinischen Karnevalisten am 63. gemeinsamen Fasnachtsumzug mit 47 Zugnummern. Was Müss zudem optimistisch stimmt: „Die Kritikpunkte vom letzten Mal in Mannheim wurden aufgenommen und abgestellt.“ So sei die Zugaufstellung wieder direkt am Schloss, während die Narren im Vorjahr bei der Aufstellung im Hafen von einer Ampelanlage in Richtung Innenstadt ausgebremst worden seien. „Und wenn endlich grün war, waren die anderen Wagen praktisch schon wieder an der Auflösung angekommen“, kritisiert er auch zwei Jahre danach noch die kurze Wegstrecke beim letzten närrischen Lindwurm „driwwe“. Auch an der Zuglänge haben die Mannheimer gearbeitet. Dieses Jahr wird – wie berichtet – auch wieder durch die Planken gelaufen. In einer anderen Sache ist Müss ganz bei Thomas Dörner, dem Vorsitzenden der Karneval-Kommission Mannheim, der für die Gesamtorganisation des Zugs verantwortlich ist. „Wir sind kein politischer Umzug, sondern wollen einfach nur fröhlich Fasnacht feiern“, hatte der bei der Vorstellung des Programms in der vergangenen Woche gesagt. Müss nennt dafür praktische Gründe: „Um einigermaßen tagesaktuelle Themen zu verarbeiten, müsste der Wagen in den letzten beiden Wochen vor dem Umzug gebaut werden. Das ist mit ehrenamtlicher Arbeit nicht zu leisten.“ Er freut sich lieber auf viele bunte Motivwagen der Vereine. Der Ludwigshafener Teil des Zugs beginnt mit einer wahren Charme-Offensive. Angeführt wird er von Iris Joch, Prokuristin bei der Marketinggesellschaft Lukom, die den linksrheinischen Zugabschnitt organisiert hat. Mit ihr im Wagen sitzt die Pfälzische Weinkönigin Laura Julier. Die Fahnenschwinger der Tourist-Information wedeln direkt dahinter für Miss Ludwigshafen, Anita Hauck. Stadtgarde, Huddelschnuddler, Hans-Warsch, Klotzgrumbeer, Munnemer Göckel, Eule, Farweschlucker oder Mondglotzer – sie alle sind wieder mit von der Partie, und noch ganz viele andere. Stolze 16 Motivwagen, 19 Fußgruppen und drei Musikzüge sorgen damit rechts des Rheins für linksrheinische Fasnachtsstimmung.

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