Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Nachwuchsköche tischen in der Suppenküche auf

Mahlzeit! Die Bedürftigen konnten am Büffet zwischen mehreren Gängen wählen. Seit 19 Jahren gibt es die Kooperation.
Mahlzeit! Die Bedürftigen konnten am Büffet zwischen mehreren Gängen wählen. Seit 19 Jahren gibt es die Kooperation.

Crêpes-Röllchen mit Lachs, Rindergulasch mit Kartoffel-Karotten-Stampf, Flammerie mit Erdbeersoße – das ist nur ein Ausschnitt aus dem mehrgängigen Menu, das diesen Mittwoch auf den Tischen der Suppenküche in der Apostelkirche serviert wurde. Zusammengestellt, zu bereitet und ausgegeben wurden die Speisen von den Schülern der KO 21a – einer Köcheklasse im zweiten Ausbildungsjahr der Berufsbildenden Schule Technik 2 Ludwigshafen.

Seit 1994 wird in der evangelischen Apostelkirche im Hemshof für Bedürftige von montags bis freitags eine warme Suppe mit Brot aufgetischt. Dieses Jahr konnte zum ersten Mal nach der Pandemie auch die inzwischen 19-jährige Kooperation mit der BBS Technik 2 wieder in vollem Rahmen stattfinden. Die Veranstaltung sei immer ein Höhepunkt für alle Beteiligten, sagte Vera Klaunzer vom Gemeindepädagogischen Dienst zur Eröffnung. Die Klasse sei dieses Jahr kleiner als sonst gewesen – nur zehn Nachwuchsköche waren mit der Hilfe ihrer Fachlehrer für die neun verschiedenen Speisen zuständig. Die Finanzierung der Lebensmittel wurde durch mehrere Sponsoren, unter anderem die BASF und das Heinrich-Pesch-Haus, übernommen.

Warm und sättigend

Die gemeinsame Planung des Menus hatte schon gegen Ende des Sommers begonnen, Form anzunehmen, erzählte Felix Le Bars, einer der beiden jungen Projektsprecher der Klasse. Dabei galt es vieles zu beachten: Beispielsweise mussten die Gerichte einfach warm zu halten und sättigend sein. Zudem war Vielfältigkeit wichtig, ergänzte Projektsprecherin Celiya Harouat. Berücksichtigt werden mussten verschiedene Ernährungseinschränkungen wie religiöse Vorschriften oder Fleischverzicht.

Doch genau diese Herausforderungen stellten eine Chance für die Köcheklasse dar. „In der Ausbildung wird den Schülern in der Regel gesagt, was sie machen können,“ erläuterte Abteilungsleiterin Anne Kirbach. „Hier mussten sie alles von der Speiseplanung bis zur Ausgabe selbst durchführen. Da sind die Zielgruppen zu beachten, mit wem und wie vielen rechnen wir? Wie muss man die Rezepte hochrechnen? Das sind die ersten kleinen Stolperfallen. Wir tun also nicht bloß der Kirche einen Gefallen, es ist eine Lernmöglichkeit für die Schüler.“

Acht Stunden in der Küche

Bereits am Vortag war der Großteil des Menüs in der Schule vorbereitet worden. Insgesamt waren die Köche um die acht Stunden in der Küche gestanden, berichtete Harouat. Die Arbeit lief durchaus reibungslos, fand Le Bars. „Überraschenderweise“, wie seine Co-Projektsprecherin grinsend hinzufügte. „Zwischendurch haben etwas Zutaten gefehlt, da musste dann beispielsweise mal jemand schnell Milch holen“, verriet Le Bars. Aber man hatte Spaß an der Vorbereitung und dem Aufbau, so Harouat.

Im Herbst haben die Schüler das erste Mal die Suppenküche besucht. Dieser hat ihr Engagement beflügelt. Le Bars beschrieb das so: „Man kann sehen, wie das Essen direkt an die Leute geht.“ Und Menschen glücklich mache, ergänzte Kirbach. „Es ist einfach etwas Besonderes.“nele

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