Tennis
Mutterstadter Musketiere
Die Ängste von Marcelo Manola sollten sich am Ende nicht bewahrheiten. Der Teamchef der Tennis-Verbandsliga-Herren des TC Mutterstadt sorgte sich um drei Spieler. Genauer: um die zeitige Ankunft. Nicolas Mayr, Max Amling und Noah Neideck studieren an einem College in den USA. Ihr Semester endete aber nicht zeitig, sodass das Trio erst zum zweiten Spieltag eintreffen würde. Doch wegen der chaotischen Zustände an den Flughäfen und der vielen gestrichenen Flüge befürchtete Manola, dass seine drei Leistungsträger zu spät ankommen würden und so das Saisonziel des TC Mutterstadt flöten gehen würde: der Aufstieg in die Oberliga. Schließlich schaffte es Amling, doch schon zum ersten Spieltag in Mutterstadt zu sein. Mayr und Neideck waren dann rechtzeitig zum zweiten Saisonspiel da.
Amlings Top-Bilanz
Amling und Mayer studieren an einem College in Texas, Neideck in Kansas. Es ist das erste Jahr für Neideck und Amling. Nicolas Mayr ist schon fast durch und fungiert als Assistant-Coach des Tennis-College-Teams. Alle drei spielen im College-Team. Amling und Mayr haben die „regular Season“ gewonnen. Damit hatten sich für die nächste Ausscheidung qualifiziert. Doch im Finale unterlagen sie dann mit ihrem College-Team. „Bei einem Sieg hätten wir um die US-Meisterschaft gespielt“, sagt Amling. Drei Stunden täglich trainiert er Tennis in den USA. Dazu kommt eine Stunde Fitness. „Vom Niveau her ist das mit unserer Oberliga vergleichbar“, sagt Amling. Er spielte im US-College an Position drei.
Marcelo Manola wusste, dass seine drei Spieler quasi voll im Saft stehen und den entscheidenden Faktor im Rennen um den Aufstieg ausmachen könnten. Letztendlich kam es auch so. Max Amling war mit einer Bilanz von sechs Einzelsiegen in sechs Partien der erfolgreichste Spieler, gefolgt von Nicolas Mayr (5:0). Ungeschlagen marschierte der TC Mutterstadt durch die Verbandsliga. Der Zweitplatzierte Boehringer Ingelheim hatte vier Punkte Rückstand. „Die Jungs haben toll gespielt“, sagte Manola. Der 5:4-Erfolg am dritten Spieltag in Ingelheim war sozusagen bereits die vorzeitige Meisterschaft. „Ingelheim hat viel Geld. Sie hätten mit mehr Ausländern spielen können, traten aber nur mit zwei an. Somit war es ein spannendes Spiel bis zum letzten Ball“, sagte Manola.
Aufstieg nur ein Etappenziel
„Wir haben nun ein Etappenziel erreicht“, sagt Max Amling: „Jetzt wollen wir uns in der Oberliga etablieren.“ Die Basis dafür ist gelegt. Fast die ganze Mannschaft hat eine Mutterstadter Vergangenheit. „Fünf aus dem Team haben in der Verbandsliga gespielt. Einige auch schon in der Oberliga damals“, erzählt Manola: „Wichtig: Sie haben dort auch schon gewonnen.“ Manola weiß, wovon er spricht. Der Kroate spielte früher selbst auf der Profitour. Von 2003 bis 2008 war er Trainer beim BASF TC Ludwigshafen. Von 2008 an ist er in Mutterstadt.
120 bis 140 Kinder trainiert er jährlich. Vom aktuellen Herrenteam brachte er nicht nur seinen Söhnen Vito und Antonio das Tennisspielen bei. Die Mutterstadter Herrenmannschaft ist daher ein gewachsenes Team. So verbringen sie auch viel Zeit miteinander - nicht nur auf dem Tennisplatz. Und das bereitet Manola wieder Kopfzerbrechen. „Wir brauchen für kommende Saison eine starke Nummer eins“, sagt er. Das Problem: Ein guter Top-Mann kostet Geld. „Und wir wissen nicht, ob er charakterlich ins Team passt“, sagt Manola. Auf große Einkaufstour wolle er ohnehin nicht gehen. „Wenn wir zu viele Spieler holen, zerstören wir den Geist unseres Teams“, betont der Teamchef und Tennistrainer. Jedenfalls hat Manola schon seine Kontakte in die Heimat spielen lassen. Er ist gut befreundet mit Goran Ivanisevic, dem Trainer von Tennis-Star Novak Djokovic. Auf eines wird Manola bei der Suche nach der neuen Nummer eins auf alle Fälle dann achten: Dass sie auch schon beim ersten Spieltag da sein kann.