Gewichtheben
Mutterstadt mit schwerem Bundesliga-Auftakt
An die Hantel für den ACM in der Domstadt geht nach mehr als zweieinhalb Jahren Corona Abwesenheit die Britin Sarah Davies. Die Bundesligapause und Einreisebestimmungen ließen keinen Einsatz der Nationalheberin in dieser Zeit zu. Der letzte Wettkampf der 30-Jährigen aus Leeds datiert vom Heimkampf gegen den KSV Durlach am 29. Februar 2020. Damals gewann das Mutterstadter Sextett, unter anderem noch mit dem ägyptischen Weltmeister Mohamed Ihap, mit starken 824,4 Kilopunkten.
Dieses Mannschaftsergebnis wird der ACM morgen Abend beim Favoriten Speyer nicht einbringen können. Das weiß auch die ehemalig Schönheitskönigin, die froh ist, überhaupt mal wieder für ihr Team starten zu können. „Es ist sehr schön, wieder in Deutschland zu sein und Bundesliga zu heben“, teilte sie der RHEINPFALZ mit. In den beiden letzten Jahren ließ Sarah Davies auf internationaler Bühne aufhorchen. 2021 gewann sie bei der WM in Usbekistan die Silbermedaille im Zweikampf (234 kg) in der 71-Kiloklasse. In diesem Jahr setzte sich die britische Rekordhalterin in Birmingham bei den Commonwealth-Spielen die Krone auf. Aktuell ist Davies verletzungsfrei und befindet sich im Aufbauprozess für die WM. „Ich kann zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht an meine Höchstgrenzen gehen. Möglichst viele gültige Versuche habe ich mir vorgenommen“, lautet ihre Zielsetzung.
AC-Staffel ohne spektakuläre Neuzugänge
Die AC-Staffel, die in der letzten Runde mit dem Einzug in das Finale überraschte, hat sich nur unwesentlich verändert. Mit Björn Hertrampf vom KSV Durlach wechselte ein 100-Kilopunkte-Heber in die Pfalz. Eine Investition in die Zukunft ist der 23-jährige Aaron Sietmann, der aus dem Cross-Fit-Bereich zum Gewichtheben gekommen ist und langsam für die Bundesligastaffel aufgebaut werden soll. Spektakuläre Neuzugänge hat es nicht gegeben. Das hat seinen Grund. „Es wird immer schwerer, sich mit Top-Athleten zu verstärken, da es einfach nicht mehr so viele gibt. Außerdem machen wir keine finanziellen Experimente. Ein gesunder Verein ist uns wichtiger als eine mit viel Geld erkaufte Platzierung, die dem Club auf Jahre schaden kann“, sagt der Sportliche Leiter Stefan Mohr.
Auf der Ausländerposition wird der ACM auf Bewährtes zurückgreifen. Neben Sarah Davies können der Bulgare Hristo Hristov, die Niederländer Enzo Kuworge und Sanne Bijleveld, der Italiener Antonino Pizzolato sowie der Franzose Brandon Vautard zum Einsatz kommen.
Max Lang und Nina Schroth gesetzt
Gesetzt sind natürlich die deutschen Nationalheber Max Lang und Nina Schroth. Die 31-jährige Schroth ist die dienstälteste Athletin der Mannschaft. Seit 2012 trägt sie schon das AC-Trikot. Es macht der Sparkassenangestellte immer noch großen Spaß Bundesliga für den Traditionsverein zu heben. „In der letzten Saison haben wir mit dem dritten Platz überraschen können. Die Teams aus Speyer, Obrigheim und Samswegen sind wieder Favoriten für den Finaleinzug. Aber wer uns kennt, weiß, dass wir immer alles geben und um jeden Punkt kämpfen“, gibt sich Schroth kämpferisch. Persönlich will die EM-Dritte im Reißen sich mit starken Leistungen in der Liga noch für die WM Anfang Dezember in Kolumbien qualifizieren. Solche hohen Ziele hegen Daniel Siegel, Elena Smeenk und Carolin Wüst nicht. Das Trio freut sich auf den Bundesliga-Einsatz beim Titelträger Speyer.
Der Saisonauftakt hat es in sich. Nach dem Kampf beim Meister erwartet der ACM Obrigheim (12. November) und muss dann nach Samswegen (17. Dezember). Auf Augenhöhe sieht Nina Schroth die Teams von Durlach, Roding und Potsdam.