Spiel des Tages
Mutterstadt gelingt beim LSC der Ausgleich in der Nachspielzeit
Es lief schon die Nachspielzeit, da gab es noch einmal einen Freistoß. FG-Torwart Niklas Wiegand zeigte, wie man einen solchen Freistoß maßgerecht serviert. Der Ball hatte die richtige Höhe und die optimal Schärfe, und der lange Tim Seelinger traf per Kopf zum umjubelten Ausgleich. „Wir wissen, dass Niklas top lange Bälle schlagen kann. Ich bin ja gewiss kein Torjäger, freue mich aber umso mehr über den Treffer“, sagt Innenverteidiger Seelinger. Der 28-Jährige traf ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein, bei dem er in der Jugend und auch danach zwölf Jahre lang spielte. Und er hatte ein Lob für den Kontrahenten: „Ein starkes Team mit viel Potenzial.“
Wenig Chancen in erster Halbzeit
Dieses Potenzial versteckte der LSC eine Stunde lang. Die Gastgeber versuchten den Ball in den eigenen Reihen zu halten, um sich so Sicherheit zu holen. Das Manko an diesen Ballstafetten: Der LSC verbuchte keinen Raumgewinn und versuchte es deshalb oft mit Stilmittel Nummer zwei – dem flachen Steilpass des vor der Pause auffälligen Lamberty auf den flinken Maillet. Gefährlich wurden die Platzherren aber nicht. Mutterstadt baute oft über seine Zentrale auf, dennoch dauerte es lange bis zur ersten Chance. Nach einem Pass von Gehrlein in die Gasse scheiterte Pereira an Torhüter Freudenberger (36.).
Die zweite Halbzeit lief gerade vier Minuten, da hätte es 0:1 stehen müssen. Weindel lief bei einem Konter aufs LSC- Tor, verlor aber an Tempo, und spielte nicht optimal quer. Schinnerer bekam den Ball nicht richtig unter Kontrolle und vergab. Wenig später flog ein Kopfball von Seelinger nach Reithermann-Flanke knapp am Pfosten vorbei (55.). Ein Tor wie aus dem Bilderbuch führte zum 1:0. Maillet setzte sich bei einem Konter super gegen zwei Gästespieler durch und hatte noch das Auge für den mitgelaufenen Torschützen Springer (64.). Joker Amoako musste dann die Partie entscheiden, als er alleine vor Wiegand am Kasten vorbeischoss (86.).
„Statt dreckig 1:0 zu gewinnen, geben wir den Sieg aus der Hand. Brutal“, ärgerte sich LSC-Coach Nauwid Amiri. FG-Spielertrainer Kevin Selzer sprach von einem erarbeiteten Punkt. „Wir müssen andere Lösungen finden und cleverer sein“, sagte der Coach. Sein Kollege Marco Malizia sagte zum Team im Kreis: „Mit der ersten LSC-Chance geraten wir in Rückstand, zeigen aber Moral. Seid zufrieden.“
So spielten sie
LSC: Freudenberger – Vasic (78. Wolsiffer), Fleischer, Hildebrandt, Marchitto – Lorenz, Lamberty – Takpara (56. Lauer), Springer, Güney (81. Amoako) – Maillet
FG 08 Mutterstadt: Wiegand – Stoye – Seelinger, Augustin (79. Luca Bühler), Barber (68. Parrotta) – Gehrlein (66. Semmler), Selzer – Weindel (61. Gerner), Reithermann, Pereira – Schinnerer
Tore: 1:0 Springer (64.), 1:1 Seelinger (90.+2) – Gelbe Karten: Lorenz, Vasic, Fleischer – Gehrlein – Beste Spieler: Maillet, Lamberty – Seelinger, Wiegand – Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Höfs (Bruchsal).