Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Movember-Aktion: Schnurrbärte gegen Krebs

Jerome Müller, Frederic Stüber, Jannik Hofmann und Pascal Durak (von links) von Handball-Bundesligist Eulen Ludwigshafen machen
Jerome Müller, Frederic Stüber, Jannik Hofmann und Pascal Durak (von links) von Handball-Bundesligist Eulen Ludwigshafen machen bei der Movember-Aktion mit. Sie haben nicht nur Spaß dabei. Foto: Eulen/Frei

Jedes Jahr wird der November eine haarige Angelegenheit. Dann lassen sich Männer einen Schnurrbart wachsen. Das tun sie nicht aus Spaß oder aus modischen Überlegungen, sondern dahinter steckt ein ernstes Thema – die Movember-Aktion.

Es sind immer noch Tabuthemen. Über Depressionen bei Männern oder Prostatakrebs wird wenig oder nicht in der Öffentlichkeit geredet. Dabei sind das ernste Themen. Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Männern in Deutschland. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Männer an einem bösartigen Tumor. Prostatakrebs ist die dritthäufigste Todesursache bei Männern hierzulande. Auch Depressionen werden bei Männern weniger diskutiert. Das Krankheitsbild gilt als typisches Frauenleiden. Dabei werden drei von vier Suiziden von Männern begangen. Allein in Deutschland begingen 2017 fast 6990 Männer Suizid.

65 Millionen Euro gespendet

Diesen Zustand fand vor 16 Jahren eine Gruppe australischer Männer als unhaltbar. Sie riefen daher eine Art Wettbewerb ins Leben: Movember. Das ist ein zusammengesetztes Wort aus moustache (Schnurrbart) und November. 30 Männer ließen sich daraufhin gegen den gängigen Trend Schnurrbärte stehen. Daraus wurde sukzessive ein weltweiter Trend. So lassen sich jedes Jahr im November Männer Bärte wachsen. Sie beginnen am 1. November glattrasiert. Bis zum Ende des Monats lassen sie ihren Schnurrbart wachsen. Dabei ist völlig egal, welche Form oder welchen Stil dieser hat. Wer auf seinen Bart angesprochen wird, verweist auf die Movember-Kampagne und den guten Zweck dahinter. Denn mit der Aktion werden Spenden gesammelt. Im vergangenen Jahr kamen 65 Millionen Euro von über 320.000 Teilnehmern zusammen. Das Geld wird in die Erforschung (und Bekämpfung) von Männerkrankheiten wie etwa Prostatakrebs, Hodenkrebs oder auch Depressionen oder psychische Probleme investiert. Ferner soll das Thema Männergesundheit mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken.

Adler-Star und Eulen-Handballer machen mit

Auch in Ludwigshafen und Mannheim ist die Aktion sichtbar. Vier Handballer und der Marketingleiter des Handball-Bundesligisten Eulen Ludwigshafen sowie der Eishockey-Profi der Adler Mannheim, Thomas Larkin, machen mit. „Wir wollen mit dieser Aktion auf das ernste Thema aufmerksam machen“, sagt Maximilian Haas, Marketingleiter der Eulen. Er habe keine Sekunde gezögert, bei Movember mitzumachen. Aus der Mannschaft unterstützen Frederic Stüber, Pascal Durak, Jerome Müller und Jannik Hofmann die Aktion. „Der Mann ist ein stolzes Objekt. Man darf solche ernsten Themen nicht unterschätzen. Es geht um die Gesundheit, ja um das Leben“, sagt Kreisläufer Frederic Stüber.

Die Eulen-Spieler haben sich medienwirksam für die Aktion in Szene gesetzt. „Die Videos von uns im Barbiershop oder andere Videos zu Movember haben so viele Klicks generiert wie kein anderes Video bislang“, sagt Haas. Die Resonanz, dass die Eulen bei Movember mitmachen, sei positiv.

„Für die war das ein Schock“

Thomas Larkin von den Adler Mannheim trägt normalerweise einen Drei-, Vier-, oder Fünftagebart, aber in diesem Jahr entschied sich Larkin dazu, sich einen Schnurrbart stehen zu lassen. „Ich habe viele Spieler gesehen, die Movember schon gemacht haben und hatte immer einen Bart, aber hatte nie Lust ihn abzurasieren“, erklärt der Verteidiger. Doch nach einem Auswärtsspiel bei den Kölner Haien entschied sich Larkin einen Großteil abzurasieren – übrig blieb der Schnurrbart. „Die Jungs lachten. 95 Prozent der Spieler haben mich nie ohne Bart gesehen, für die war es ein Schock. Andere Spieler haben mitgemacht“, berichtete Larkin: „Ich finde das eine coole Aktion, um auf Movember aufmerksam zu machen.“ Er selbst hatte schon an einer Universität in den USA seinen ersten Kontakt mit der Movember-Aktion. „Da hat die ganze Mannschaft mitgemacht“, berichtet er.

Die prominenten Sportler helfen der Aktion. Denn mittlerweile sind über fünf Millionen Menschen dabei.

„Es geht um die Gesundheit, ja um das Leben“, sagt Frederic Stüber (Mitte) von den Eulen Ludwigshafen, hier beim Barbier in Mann
»Es geht um die Gesundheit, ja um das Leben«, sagt Frederic Stüber (Mitte) von den Eulen Ludwigshafen, hier beim Barbier in Mannheim. Foto: Eulen/Frei
Adler-Profi Thomas Larkin findet Movember gut.
Adler-Profi Thomas Larkin findet Movember gut. Foto: KUNZ
Bei den Adler Mannheim spielt Thomas Larkin (links) in der Verteidigung.
Bei den Adler Mannheim spielt Thomas Larkin (links) in der Verteidigung. Foto: KUNZ
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