Ludwigshafen
Motorsport: Philipp Bereswill und Philipp Rotzal werden mit dem Team Zweitliga-Zweiter im Digital-Cup
Es ging darum, auf fünf weltberühmte Strecken am Simulator Punkte im Digital-Cup zu holen. Und dies gelang der Mannschaft eindrucksvoll. Neben Bereswill und Rotzal gehörten noch Marius Braun und Steven Müller aus Völkersweiler, Simon Steitz aus Enkenbach-Alsenborn und Benjamin Theuer aus Speyer zum Team.
In den vier Einzelrennen ging Philipp Bereswill jeweils als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. So auf dem Red-Bull-Ring, dem Nürburgring, dem Laguna Seca und dem Mugello-Rundkurs. Philipp Rotzal holte sich den Sieg in Laguna Seca und im zweiten Einzelrennen nach einer unglaublichen Aufholjagd Platz zwei.
Saisonhöhepunkt war das Finale in Spa-Francorchamps, wo es ein Mannschaftsrennen über 65 Runden gab. Hier ging es um die Vize-Meisterschaft. Philipp Bereswill hatte mit Marius Braun einen Vorsprung von zehn Sekunden herausgefahren, doch für Benjamin Theuer gab es eine Durchfahrtssperre. Bereswill übernahm das Fahrzeug und verbesserte sich in der Endphase von Rang 17 auf den neunten Platz. Das reichte für die Vize-Meisterschaft.
Platz sechs für Bereswill
Philipp Bereswill ist in der Wintersaison gleich mehrere Serien gefahren. Der ADAC-Digital-Cup war dabei nur ein Teil. So ist er noch in der „Sim-4-Race“ gestartet, die auf den gleichen Strecken mit demselben Porsche Cayman GT 4 gefahren wurde. „Diese Teilnahme war eigentlich nur zum Üben gedacht“, erklärt Bereswill. Letztlich erreichte er unter 54 Teilnehmern den sechsten Platz.
Der junge Pilot aus Mutterstadt fuhr auch bei der größten Sim-Racing-Organisation mit, dem I-Racing. Dabei gewann er die Einsteiger-Meisterschaft. Fünfmal stand er auf Pole und all diese Rennen hat er gewonnen. Gleichzeitig wurde er Newcomer des Jahres 2020. Damit ist Bereswill in das Feld der Profis aufgestiegen. Um fit zu bleiben, fährt er pro Tag mindestens ein Rennen. Um 18 Uhr schreibt er sich in ein angebotenes Rennen ein und startet in die Qualifikation.
Training für reale Rennen
„Meistens sind da 50 Fahrzeuge am Start“, erzählt Bereswill. Hat sich ein Fahrer qualifiziert, geht es in ein 45-minütiges Rennen. Da tauchen dann so namhafte Fahrer wie der Formel-1-Pilot Max Verstappen, der britische Automobilrennfahrer und Kart-Weltmeister Lando Noris, der österreichische Rennfahrer Philipp Eng und der britisch-thailändische Formel-1-Rennfahrer und Kart-Europameister Alex Albon auf. „Mich fasziniert die Realitätsnähe. So ist Sim-Racing ein sehr gutes Training für die realen Rennen“, verdeutlicht Philipp Rotzal. „Auf diese Art habe ich mich auf die Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings vorbereitet“, informiert der Pilot aus Limburgerhof.
Trotz der Erfolge und Simultaneinsätze würden beide Piloten lieber im Rennauto sitzen und Rennen fahren. Bereswill im Slalom-Youngster-Fahrzeug zwischen den rot-weißen Pylonen und Rotzal im Opel Astra auf der Nordschleife bei der Rundstrecken-Challenge-Nürburgring (RCN).
Rotzal stark bei Rallyes
Die beiden Piloten am Simulator sind erfolgreiche Motorsportler auf der Rennstrecke und haben nun ihr Talent auch am Bildschirm unter Beweis gestellt. Für Philipp Bereswill ist es nicht der erste Titel. Lorbeeren erntete er bereits im Jugend-Kart-Slalom mit dem Gewinn der Pfalz-Meisterschaft 2015 und 2017. Sein größter Erfolg war 2017 der Gewinn des Bundesendlaufs. Im vergangenen Jahr ist er in den Slalom-Youngster-Cup gewechselt und holte sich auf Anhieb dem Meistertitel auf Landesebene. Dies ist nur ein Auszug seiner Erfolge.
In den Wintermonaten saß er am Simulator, um in einer ganz anderen Sparte erfolgreich zu sein. Das gleiche gilt für Philipp Rotzal aus Limburgerhof. Er ist altersbedingt schon einen deutlichen Schritt weiter. Überzeugt hat er bereits im Jugend-Kart-Sport und als Pilot von Rallye-Veranstaltungen mit Vater Helmut auf dem Beifahrersitz. Seine motorsportliche Heimat ist allerdings die Rundstrecke. So hat der junge Pilot bereits etliche Gleichmäßigkeitsprüfungen auf der Langstrecke mit Erfolg absolviert. 2019 gelang ihm der Einstieg in die RCN. Dabei startete er mit einem Opel Astra GSI im Eifelkind-Racing-Team.