Ludwigshafen Moster setzt auf Ludwigshafen

Für den Elektrogroßhandel Moster sind die Tage am Standort Bliesstraße in West bald gezählt. Das Ludwigshafener Traditionsunternehmen baut eine neue Zentrale an der Technologiemeile in Mundenheim. Grund: Die Firma hat nach eigenen Angaben Wachstumsraten von bis zu 70 Prozent. „Die Lagerkapazitäten sind erschöpft. Wir brauchten mehr Platz“, fasst Rudolf Moster, einer der drei Gesellschafter des Unternehmens, die Lage zusammen.
Moster hat das 20.000 Quadratmeter große Grundstück an der Mundenheimer Ludwig-Reichling-Straße von der Deutschen Bahn gekauft und will dort ein dreistöckiges neues Gebäude samt Zentrallager und ein SB-Lager für die Kunden errichten. Baubeginn soll Anfang 2018 sein. Die Bauzeit ist auf ein Jahr veranschlagt. Der Elektrogroßhandel hat nicht den Endverbraucher als Zielgruppe. „Unsere Kunden sind das Elektrohandwerk und die Industrie wie die BASF“, sagt Rudolf Moster. Dennoch ist das mittelständische Unternehmen mit aktuell 160 Mitarbeitern an fünf verschiedenen Standorten ein Traditionsunternehmen aus Ludwigshafen. Gegründet wurde die Firma 1946 von Rudolf Moster. Damals sei es vornehmlich um Installationsmaterial, Radio und Fernsehen gegangen, erzählt sein Enkel. Die Firma begann in einem Hinterhof, was für für damalige Verhältnisse nicht ungewöhnlich gewesen sei. 1973 übernahm die zweite Generation die Leitung des mittelständischen Unternehmens. 1998 kam mit Rudolf Peter Moster die dritte Generation ans Ruder. Ein Markenzeichen der Mosters: Alle heißen Rudolf mit Vornamen: vom Gründer bis zum heutigen Mit-Gesellschafter. „Das ist Tradition bei uns. Mein Sohn heißt aber nicht mehr Rudolf. Der Name gilt heutzutage nicht mehr als modern“, sagt Rudolf Peter Moster. Das Unternehmen gründete 1978 zunächst eine Niederlassung in Neustadt. Ab 2008 folgte die Expansion im großen Stil. Moster übernahm die Firma Schumann in Frankfurt am Main, die mittlerweile eine 100-prozentige Moster-Tochter ist. 2011 wurde in Karlsruhe eine weitere Niederlassung gegründet. 2015 kam die Firma Eid-Elektro in Ludwigshafen hinzu. Anfang April 2017 wird schließlich die Firma Ebra in Kleinheubach in der Nähe von Miltenberg (Bayern) übernommen. Diese Expansion macht einen Neubau erforderlich. Heute reicht der Einzugsgebiet des Unternehmens laut Moster von der französischen Grenze bis weit hinter Frankfurt. Für Rudolf Peter Moster spielt aber seine Heimatstadt Ludwigshafen weiter eine besondere Rolle. „Wir sind seit der Gründung in Ludwigshafen. Ich selber bin hier geboren und aufgewachsen. Ich fühle mich wohl hier“, erzählt er. „Wir hätten die Möglichkeit, auch woanders hinzuziehen. Aber wir wurden hier gegründet, wir fühlen uns mit der Stadt verbunden.“ Rund zwölf Millionen Euro werden in die neue Zentrale investiert. Entstehen werden ein dreistöckiges Bürohaus, ein Gebäudetrakt für den Verkauf und für Ausstellungen, eine Lagerhalle sowie 145 Parkplätze. „Der Bau ist unsere größte Investition“, sagt Moster. Anfang 2019 soll das Unternehmen in der neuen Zentrale untergebracht sein. Wie berichtet, hat der Stadtrat dem Millionen-Projekt bereits am 3. April den Weg geebnet.