Ludwigshafen Mondlandung, Müll und Musik
Kaum zu glauben, aber wahr: Man stolpert in der Stadt zwar alle Nase lang über Hundehaufen, und manchmal kann man ihnen nicht ausweichen. Doch derart dekorierte, wie sie an stattlichen Platanen in der Kurfürstenstraße vor ein paar Tagen anzutreffen waren, haben Seltenheitswert. Die Endprodukte tierischer Verdauung liegen offenbar schon lange an den imposanten Bäumen, die laut Schulbuch angeblich ökologisch wertvoll sind, weil sie Tiere, Pilze, Moose, Flechten und sonstige Lebewesen beherbergen. Hunde gehören nicht dazu. Sie sind Haus- und keine Baumtiere. Was sie manchmal besser wären – . . . aber nein, den Gedanken, wo sie im Baum oder unter seinem Wurzelwerk gut aufgehoben wären, den darf man gar nicht zu Ende denken: wegen der Tierschützer und der fürsorglichen Hundehalter. Dennoch drängen sich beim Anblick der getrockneten Gebilde Fragen auf. Vor allem: Wer hat die Haufen „geschmückt“, ihnen die putzigen Fähnchen an Zahnstochern verpasst? Und wieso sind es Piekser mit Stars and Stripes, die zum Beispiel an die erste bemannte Mondlandung vor bald 50 Jahren erinnern? Das Jubiläum ist ja erst im Juli. Aber es stimmt: Die Amis waren es, die den „großen Schritt für die Menschheit“ geschafft hatten, und der Slogan „Make America Great Again“ war 1969 noch überflüssig. Donald Trump war ja auch noch nicht US-Präsident. Er war ein blonder junger Mann, 23 Jahre alt, der vielleicht einen Hund Gassi führte. Raubtier auf dem Rücken Warum die Guggemusik-Gruppe Gasserassler aus Waldsee vor einiger Zeit das Kreishaus in Ludwigshafen besucht hat, wissen wir. Landrat Clemens Körner hatte dort standesgemäß Fasnachter empfangen. Und einer der musikalischen Karnevalisten hatte ein ganz besonderes Instrument dabei. Als er es kurz mal beiseite legte, ist es unserem Fotografen aufgefallen. Weil der natürlich diese Aufgelesen-Rubrik kennt, hat er schnell auf den Auslöser gedrückt. Ein derart tierisch verziertes Teil bekommt auch er nicht jeden Tag vor die Linse. „Tiger auf der Tuba“ könnte man jetzt schlagzeilen. Wäre aber falsch, denn es handelt sich mutmaßlich um ein Horn. Warum es mit einem Raubtierkopf geschmückt ist, wissen wir nicht. Aber die Gasserassler aus Waldsee werden uns vermutlich bald darüber aufklären. Spätestens nach der Lektüre dieses Textes – hoffen wir jedenfalls. Stillleben der besonderen Art „Kein Sonnenscheinfoto von unserer schönen Parkinsel, sondern ein Stillleben der besonderen Art“ hat uns neulich Leserin Monika Birkholz aus Ludwigshafen geschickt. „Echt traurig, der Müll ist doch sicher vom Wochenende“, schreibt sie. Der Abfalleimer ist jedenfalls proppenvoll, daneben ist ein Rad geparkt, das wohl von einem Kindergefährt stammt. In die elterliche Werkstatt hat es das Teil nicht mehr geschafft. Immerhin wurde es nicht mitten auf der Wiese oder im Gebüsch, sondern direkt neben dem Mülleimer entsorgt, selbst wenn es auch da nichts zu suchen hat. Monika Birkholz treibt aber noch etwas anderes um. „Das Toilettenhäuschen auf dem Parkplatz bei der Pegeluhr geht nur mit Schlüssel auf. Wo es den Schlüssel gibt, dazu fehlt der Hinweis. Muss man nicht verstehen. Oder ist die Toilette nur für städtische Bedienstete, die im Park Arbeiten verrichten müssen? Könnte man ja verstehen, wenn es dazu wenigstens ein Schild gäbe“, schreibt sie. „Hilft aber auch nicht, wenn man sich beim Anblick des Toilettenhäuschens erst freut und dann enttäuscht feststellen muss, dass man wohl doch ins Gebüsch … Vor allem für Ortsunkundige wäre eine Info, wo sich die nächste Toilette oder ein Lokal mit WC befindet, hilfreich“, bilanziert Birkholz. Stimmt. | Rainer Peter