Ludwigshafen Mit Yoga zum Titel

LUDWIGSHAFEN. Mit 1,80 Metern hat Hochspringerin Meike Reimer aus Mutterstadt bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in ihrer Trainingshalle in Ludwigshafen die national wertvollste Leistung erzielt. Damit steht die 17 Jahre alte Athletin des ABC Ludwigshafen momentan auf Platz vier der nationalen Bestenliste. Zu heißen hat dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehr viel.
Meike Reimer und ihr Trainer Juri Tscherer haben einen Saisonverlauf geplant, in dem nichts überstürzt werden soll. Der Fokus liegt ganz klar auf der Freiluftsaison. „Wir haben erst am Dienstag mit dem Techniktraining begonnen“, sagte Tscherer am Sonntag. Reimers Anlauf ist noch verkürzt, „da ist ganz klar, dass die Spritzigkeit darunter leidet. Aber ich bin mit ihrem Auftritt heute sehr zufrieden“, lobte der Trainer. Die 1,83 Meter riss Meike Reimer knapp, aber es lag wohl nicht daran, dass eine Kampfrichterin zweimal versehentlich die Anlaufmarke der amtierenden deutschen Jugendmeisterin weggekehrt hatte. Mit rhythmischem Klatschen angefeuert wurde die Mutterstadterin von ihren Eltern und ihrer Schwester, aber auch von Robert Wilson. Bei ihm geht die komplette Tscherer-Gruppe samstags ins Yoga-Training. Danach werden Tempoläufe absolviert. „Mittlerweile ist die Gruppe, von denen einige anfangs skeptisch waren, sehr überzeugt“, freut sich Tscherer, dass dieser neue Weg angenommen wird. Tscherers Athleten waren erneut recht erfolgreich. Carlotta Buckel gewann den 200-m-Titel der Frauen, Natalie Engbarth wurde in der U20 Zweite über 200 Meter, Christian Kiemstedt Dritter über 60 Meter ebenso wie Nina Knittel bei der U20, die zuletzt mit einigen Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatte. Und im Frauenfinale über 60 Meter gingen Platz drei und vier an die Schwestern Sandra und Nicole Wagner. Melissa Maurer von der TG Oggersheim, die im März 17 Jahre alt wird, wusste, dass ihr 800-m-Rennen schwer werden würde. Vom Start weg lief sie von vorne, immer Madleina Jahner aus Ahrweiler im Schlepptau. „Man müsste einen Rückspiegel haben“, meinte Melissa grinsend, die in die elfte Klasse am Max-Planck-Gymnasium geht, „damit man sieht, was hinten abgeht“. Nun – Jahner machte es sich leicht, vielleicht zu leicht. Auf der Zielgeraden überholte sie Maurer und schnappte ihr den Titel weg. Maurers Zeit: starke 2:22,35 Minuten, Hallenbestzeit. Der Schützling von Roger Cambeis hatte also Grund zur Freude. Gelegentlich trainiert sie in Fritz Seilnachts Trainingsgruppe beim ABC mit. „Das ist schon gut, das motiviert, mit der Gruppe zu laufen“, sagte Maurer, die in ihrem Training einen sehr guten Ausgleich zum Schulalltag sieht. Einen knappen Zweikampf lieferten sich über 1500 Meter Konstantin Filsinger und Patrick Berlejung – in 4:08 Minuten allerdings weit weg von ihren Bestzeiten. Der Oggersheimer Berlejung jedoch startet seit diesem Jahr für den TSV Schott Mainz. Das Rennen gewann der Diezer Abdi Hundesa Uya in 3:52,91 Minuten. Für den TB Oppau holte Justine Weiß mit 5,44 Meter den Weitsprung-Titel der Frauen, ihr Vereinskollege Marcus Walter belegte Platz sechs (11,83 m) im Kugelstoßen, wo Erik Heydrich (TG 04 Limburgerhof) mit 12,26 Meter Vierter wurde. Rheinland-Pfalz-Meisterin mit der Kugel wurde Samantha Borutta (TSG Mutterstadt) mit über einem Meter Vorsprung. Die 17-Jährige stieß 12,56 Meter. Ihr Vereinskollege Connor Schössow holte Bronze über 60 Meter in 7,71 Sekunden und wurde über 300 Meter Vierter in 40,96 Sekunden. Es siegte Kai Vogel (ABC Ludwigshafen, 39,60). Für den VfL Neuhofen gewann Carolin Brunn Weitsprung-Bronze der U16 (4,67 m).