Ludwigshafen Mit wienerischer Geschmeidigkeit

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Einmal im Jahr veranstaltet der Rhein-Pfalz-Kreis ein Konzert im reizvollen Ambiente des Hallbergschen Schlosses von Fußgönheim. Wenn das Wetter mitspielt, erwartet das Publikum auf der Terrasse des Schlosses ein hochkarätiges Instrumentalensemble, das Werke aus der Zeit der Erbauung des Gebäudes spielt. Diesmal war zu Gast das Solistenensemble des Wiener Domorchesters.

Der Name zog offensichtlich, der Zuspruch war für ein Konzert auf dem Dorf gewaltig. Dass zwischen den Sätzen geklatscht wurde, zeigte den Volksfest-Charakter der Fußgönheimer Schlosskonzerte. Hier kommen auch Zuhörer, die sonst nicht in klassische Konzerte gehen. Obwohl keine populären und eingängigen Stücke zu hören waren, verstanden es die zehn Musiker, die Zuhörer in Begeisterung zu versetzen. Das Orchester der Dommusik St. Stephan Wien setzt sich zusammen aus Musikern aller bedeutenden Wiener Orchester, und das Solistenensemble besteht aus den führenden Mitgliedern des Domorchesters. In Fußgönheim zu hören waren ein Streichquintett mit Wang-Yu-Ko und Carina Wimmer (Violine), Mihoko Ikezawa (Viola), Gabriel Hopfmüller (Cello) und Benedict Ziervogel (Kontrabass), die beiden Barockhornisten Michael Wachter und Michael Söllner und der Cembalist Alexander Gergelyfi sowie zwei Bläsersolisten. Das Ensemble wurde allen Erwartungen gerecht: ein voller warmer Klang, technische Souveränität, vor allem aber eine traumhafte Homogenität und nicht zuletzt eine spezifisch wienerische Geschmeidigkeit. Auf dem Programm stand kein Hochbarock, sondern Werke aus der Zeit danach, der Vor- oder Frühklassik oder des galanten Stils. Musik, die sich von der barocken Formensprache und Komplexität ab- und hinwendet zu einer satztechnisch und harmonisch einfachen, aber melodisch kantablen Stilistik. Repräsentiert wird sie vor allem durch die Mannheimer Schule, hat sich aber auch in Wien, bei einem Komponisten wie Matthias Georg Monn etwa, entfaltet. Kein geringerer als Arnold Schönberg hat eines seine Cellokonzerte neu bearbeitet. Von Monn erklang die anmutige Sinfonia D-Dur. Den Bogen von Wien in die Kurpfalz schlug Ignaz Jakob Holzbauer, der in der österreichischen Hauptstadt geboren wurde und als ein Hauptvertreter der Mannheimer Schule hier wirkte. Seine Symphonie A-Dur lieferte ein Musterbeispiel für den galanten Stil. Am zwingendsten kamen aber die Solokonzerte herüber, Verdienst vor allem der Solisten. Spritzig und geläufig spielte Christoph Moser auf der hohen D-Klarinette das Klarinettenkonzert A-Dur des in Karlsruhe wirkenden Johann Melchior Molter. Absolut sicher, mit warmem, farbenreichem Ton im Adagio und brillanter Virtuosität im Allegro moderato gestaltete Helmut Fuchs auf der Barocktrompete den Solopart in Leopold Mozarts Trompetenkonzert D-Dur. Im Cembalokonzert d-moll von Johann Gottfried Müthel spann Alexander Gergelyfi hochvirtuoses Filigran. Das Orchester begleitete höchst präzise, und das, obwohl alle aus der Handschrift und rein aus den Stimmen spielen mussten. Zum Abschluss eine Hommage an den Gründer der Mannheimer Schule, Johann Stamitz. Dessen Klarinettenkonzert B-Dur spielte Christoph Moser, nun auf der normalen B-Klarinette, schön sanglich und prägnant.

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