Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Feinschliff: Matinee im BASF-Feierabendhaus

Benedict Kloeckner
Benedict Kloeckner

Zwei bereits international angesehene Vertreter der neuen Instrumentalistengeneration bestritten die jüngste Matinee im Ludwigshafener BASF-Feierabendhaus. Die Rede ist vom Cellisten Benedict Kloeckner und dem Pianisten Moritz Winkelmann.

Die beiden Musiker haben zumindest teilweise in unserer Region studiert: Benedict Kloeckner an der Karlsruher, Moritz Winkelmann an der Mannheimer Musikhochschule. Beide treten regelmäßig in exklusiven Konzertsälen auf, mit Spitzenorchestern unter international führenden Dirigenten oder an der Seite hoch prominenter Mitspieler.

Auf ihrem sehr homogen konzipierten Programm im Ludwigshafener BASF-Feierabendhaus standen Werke von Bach, Beethoven und Brahms – von drei der „großen B“ der Musikgeschichte (der auffallend zahlreichen bedeutenden Komponisten, deren Nachname mit dem Buchstaben B beginnt). Deren Ansprüchen wurden die beiden Spieler – um es gleich vorwegzunehmen – ohne jegliche Einschränkung gerecht.

Großer Facettenreichtum

So beeindruckten sofort bei den ersten Tönen des Auftaktstücks der Matinee, Bachs erster Sonate für Viola da Gamba (G-Dur, BWV 1027) – diesmal auf Cello vorgetragen – die durchweg schlüssige Darstellung der kompositorischen Vorgänge, bei zwingender Klarheit der Klangrede. Bachs mehrstimmige Strukturen wurden mit exemplarischer Konsequenz der Stimmführung freigelegt. Wobei sich der mehrstimmige Dialog der Instrumente bei kleingliedriger Phrasierung überaus vielschichtig und lebendig entfaltete.

Facettenreichtum stand auch bei der Wiedergabe von Beethovens Cello-Klaviersonate in C-Dur (op. 102, Nr. 1) groß geschrieben. Die Schroffheiten von Beethovens vorwiegend kurz angebundener Tonsprache im stilistischen Grenzbereich zwischen seiner mittleren und seiner späten Schaffensphase wurden diesmal konzessionslos umgesetzt. Als Gegenpol stand ihnen die von den beiden Spielern feinfühlig und elegant nachvollzogene sangliche Lyrik der kurzen melodisch geprägten Episoden entgegen.

Lyrischem Empfinden war auch bei der Version für Cello und Klavier von Brahms’ Lied „Waldeinsamkeit“ (nach einem Gedicht von Hermann Almers) zu begegnen, wobei Moritz Winkelmanns Anschlagskünste bewundert werden konnten. Um sich dann bei Brahms’ op. 99, seiner zweiten Cello-Klaviersonate, wieder von mit zündendem Elan produzierte Töne der Leidenschaft im Zeichen von vorwärts drängendem rhythmischen Furor mitreißen zu lassen.

Zwei ansprechende Zugaben folgten zum Schluss der Matinee: ein Ungarischer Tanz von Brahms und die Aria aus Bachs dritter Orchestersuite in D-Dur (BWV 1068).

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