Ludwigshafen Mit dem Smartphone ins Gotteshaus
Zum Winter gehören für mich Schnee, Schlittenfahren und eine Schneeballschlacht. All das macht mir großen Spaß. Weil bei uns leider nur selten Schnee liegt, bin ich in den Zug gestiegen und nach Bayern gefahren. Dort liegt nämlich jede Menge Schnee.
Mein Ziel war das kleine Örtchen Benediktbeuern. Das liegt im Südwesten von München im Alpenvorland. Um von Ludwigshafen dorthin zu kommen, war ich über vier Stunden mit der Bahn unterwegs. Aber die lange Anreise hat sich gelohnt, denn als ich in Benediktbeuern aus dem Zug gestiegen bin, stand ich mitten in einer Schneelandschaft. Im Hintergrund waren die schneebedeckten Berge zu sehen. Direkt neben dem Bahnhof liegt das Kloster Benediktbeuern. Wie der Name schon sagt, war es früher mal ein Kloster der Benediktiner. Das sind Mönche, die nach den Regeln des Heiligen Benedikt leben. Der lateinische Spruch „Ora et labora“, also „bete und arbeite“, ist die bekannteste seiner Regeln. Seit 1930 hat eine andere Ordensgemeinschaft das Kloster übernommen: die Salesianer Don Boscos. Sie setzen sich für junge Menschen ein, so wie es auch ihr Gründer Johannes Bosco getan hat. Daher gibt es heute eine Jugendherberge und viele Angebote für Jugendliche im Kloster. Ich habe in der Jugendherberge gewohnt. Dort gab es sogar eine hohe Kletterwand. Aber weil ich lieber im Schnee unterwegs sein wollte, habe ich mir das Kloster und seine Umgebung angeschaut. Zuerst habe ich einen Natur-Lehrpfad durch das Moorgebiet hinter dem Kloster gemacht. Danach bin ich zum Aufwärmen in die große Klosterkirche gegangen. Stell dir vor: Innen durfte ich sogar mein Smartphone benutzen. An verschiedenen Stellen hängen nämlich QR-Codes. Wenn man die kleinen schwarz-weiß gemusterten Symbole mit dem Handy scannt, bekommt man Infos zur Geschichte der Kirche. Ich habe gelernt, dass Benediktbeuern das älteste Kloster in Oberbayern ist. Es ist eine Barockkirche. Das erkennt man an den vielen üppigen Deko-Elementen an den Wänden, den Säulen und an der Decke. Es gibt kein Kreuz in der Kirche, was sehr ungewöhnlich ist. Dafür hängt eine große Uhr über dem Altar. Die ist aber nicht dafür da, dass man im Gottesdienst immer weiß, wie spät es ist. Die Uhr soll die Menschen an den Bibelvers „Meine Zeit steht in deinen Händen“ erinnern. Im Altar werden Reliquien des Heiligen Benedikt aufbewahrt. Das Wort Reliquie kommt vom Lateinischen „Reliquiae“ und heißt übersetzt „Überbleibsel, Zurückgelassenes“. Mit Reliquien bezeichnet man den Körperteil eines Heiligen oder etwas, das ihm gehörte. Katholische Christen verehren diese Reliquien und fühlen sich den Heiligen dadurch besonders verbunden. Ich habe mir fest vorgenommen, im Sommer nochmal nach Benediktbeuern zu fahren. Dann kann ich mir nämlich den schönen Kräutergarten mit der großen Kräuterspirale und den Meditationsgarten mit dem Labyrinth anschauen.