Ein Bild und seine Geschichte Mit dem Rucksack in die Vergangenheit
Muralu ist ein Projekt des Wilhelm-Hack-Museums, das 2018 an den Start gegangen ist. Die Bezeichnung setzt sich aus dem englischen „Mural“ (Wandgemälde) und „Lu“ (Ludwigshafen) zusammen. Gefördert von der BASF werden neben regionalen und nationalen Street-Art-Künstlern internationale Größen der Szene eingeladen, ausgewählte innerstädtische Wandflächen zu gestalten.
Ziel sei es, „mit Interventionen im urbanen Raum aktiv an der Stadtgestaltung mitzuwirken und dabei als positives identitätsstiftendes Moment unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen zu erreichen“, heißt es dazu in der Eigenbeschreibung auf der Homepage des Museums. Außerdem entsteht damit eine für alle frei zugängliche Bildergalerie, nennt Andreas Heinrich einen weiteren Beweggrund. Heinrich ist vom Stadtplanungsbüro Quaer und damit gemeinsam mit Delia Rothas Kurator der „Ausstellung“.
Start mit Bild an einem Abrissgebäude
„Begonnen haben wir 2017 mit einem Bild an einem Abrissgebäude. Dabei haben wir gesehen, dass diese Bilder gut ankommen“, sagt er. So seien allein in diesem Jahr sechs Murals in Ludwigshafen entstanden, allein vier davon an GAG-Gebäuden in der Gartenstadt. „Wir erleben immer wieder, dass sich die Nachbarschaft vor den Bildern trifft und sich darüber unterhält.“ So gesehen sei das Kunstprojekt deshalb auch ein soziales Projekt, das die Nachbarschaft stärke. Das aktuelle Street-Art-Projekt sei Teil einer für Herbst 2022 im Wilhelm-Hack-Museum geplanten Ausstellung zur Bedeutung der Straße in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, welche unter anderem auch die Geschichte des Graffito beleuchten wird. Die Vorgaben an die Künstler seien dabei relativ offen: „Es sollte nur nichts Politisches oder Religiöses sein.“
Noch genug Wände vorhanden
Für die Burgundenstraße in West habe man sich an die spanische Künstlergruppe Udaxto gewendet. „Aber wir haben viele Portfolios von Künstlern und Künstlergruppen vorliegen“, erklärt Heinrich. Und Wände genug seien in Ludwigshafen – selbstverständlich nach Rücksprache mit den Eigentümern oder den Wohnungsbaugesellschaften – ebenfalls noch vorhanden. „Und dann halten wir nur noch Rücksprache mit der Stadt, ob ein Bild an dieser Stelle eventuell zu Verkehrsbehinderungen führen könnte“, so Heinrich. Und dann könne es auch schon losgehen.
Oft so schnell, dass die Kuratoren mit den Projektbeschreibungen gar nicht hinterherkommen. So sind längst noch nicht alle ,Muralus’ auf dem Internetauftritt des Wilhelm-Hack-Museums näher erläutert. Auch nicht das Stück von Udaxto mit dem versonnen in die kommunale Vergangenheit marschierenden Rucksackträger in der Burgundenstraße.