Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit dem Fahrrad von Mannheim nach Tunesien: Ein Lehrer baut ein Klassenzimmer

André Brehm ist mehrfach für soziale Projekte nach Tunesien geradelt.
André Brehm ist mehrfach für soziale Projekte nach Tunesien geradelt.

André Brehm radelte 1800 Kilometer für ein Klassenzimmer in Tunesien. Seine Leidenschaft für das Radfahren wurde zur Basis eines beeindruckenden Bildungsprojekts.

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür, sagt ein arabisches Sprichwort. Die Erfolgsgeschichte von André Brehm, Kochlehrer an der Justus-von-Liebig-Schule in Mannheim, ist von sportlicher Ausdauer und Herzblut sowie internationaler Verbundenheit geprägt. Was als eine körperliche Herausforderung begann, entwickelte sich zu einem beeindruckenden Bildungsprojekt. Der 55-Jährige radelte mehrfach von Mannheim bis nach Akouda in Tunesien – eine Strecke von etwa 1.800 Kilometern –, um Spenden für den Bau eines Klassenzimmers zu sammeln. Das Projekt ist nun erfolgreich abgeschlossen und das neue Klassenzimmer in Betrieb.

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür, sagt ein arabisches Sprichwort.
Erfolg ist eine Treppe, keine Tür, sagt ein arabisches Sprichwort.

Idee stammt von seiner Frau

Die Idee dazu stammte von seiner Frau, die aus Akouda stammt. Sie schlug vor: „Mensch, du fährst doch gern Fahrrad, machst Touren durch Europa, fahr doch einfach mal nach Tunesien, koche im SOS-Kinderdorf für die Kinder, mach eine Party und sammle auf dem Weg dorthin Geld.“ Brehm ließ sich überzeugen und machte sich auf den Weg. Auf seiner ersten Tour sammelte der Mannheimer 1500 Euro und veranstaltete ein Fest im SOS-Kinderdorf Akouda. Dabei fiel ihm auf, dass viele Kinder sich keine Hefte oder Papier leisten konnten. Das war der Grundstein für weitere Projekte: Im darauffolgenden Jahr sammelte er Geld für Schulausstattungen und schließlich für ein neues Klassenzimmer.

Eigener YouTube-Kanal

19 Tage saß Brehm jedes Mal im Sattel, drei Wochen war er insgesamt unterwegs. Trotz der langen Strecke trainierte er kaum, da er ohnehin regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist. Die Routen führten ihn aus der Metropolregion Rhein-Neckar unter anderem durch Frankreich, die Schweiz und Italien, bevor er per Fähre nach Nordafrika übersetzte. Unterwegs sammelte er Spenden, oft nach dem Prinzip „Ein Euro pro Kilometer“, um die Finanzierung des Klassenzimmers zu sichern. Die Fortschritte des Projekts dokumentierte er auf seinem YouTube-Kanal „Andre Brehm“, wo Interessierte die Etappen seiner Reisen und die Bauphasen des Klassenzimmers verfolgen können.

Die Schule in Akouda in Tunesien.
Die Schule in Akouda in Tunesien.

Das Projekt ist inzwischen abgeschlossen: Das neue Klassenzimmer in Akouda ist fertiggestellt und in Betrieb. Es bietet den Kindern einen modernen und freundlichen Lernort. Die Bauphasen dokumentierte Brehm in Videotagebüchern, um zu zeigen, wie die Spenden in konkrete Verbesserungen umgesetzt wurden.

Botschaft: Kochen verbindet

Der engagierte Kochlehrer sieht in seinem Projekt nicht nur eine Spendenaktion, sondern auch eine Botschaft: „Kochen verbindet und ist international“. Diese Überzeugung lebt er in seinem Beruf und in Tunesien, wo er Kochkurse für die Kinder und Hausmütter des SOS-Kinderdorfs anbot. Brehms Einsatz zeigt, wie privates Engagement und sportliche Leistung nachhaltige Bildungshilfe ermöglichen können. Sein „Ride for Change“ ist ein leuchtendes Beispiel dafür.

Doch Brehm hat noch weitere Pläne. Derzeit arbeitet er an einem Buch, in dem er seine Erlebnisse während der Radtouren und die Entstehung des Klassenzimmers beschreibt. Sein Ziel ist es, das Buch in der Region herauszubringen, doch die hohen Kosten für Druck, Korrektur und Design sind eine Herausforderung. Wer ihn bei der Realisierung des Buchprojekts unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an andrebrehm08@gmail.com wenden.

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