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Mit Büffelmozzarella und Eis zum Sieg der Hobby-Pizzameisterschaft
Neapels Kulinarik trifft die Pfalz: Der 22-jährige Lorenzo Parrotta aus Friesenheim ist der frisch gekürte Deutsche Hobby-Pizzameister 2024. Am 8. Juni triumphierte er in der Kategorie „Moderna Napoletana“. In seiner heimischen Pizzaküche habe er zwei Jahre lang am perfekten Rezept getüftelt, erzählt er stolz.
Dort experimentiert er mit Zutaten und deren Verarbeitung. Er knetet Teig , filetiert Tomaten und testet Olivenöle. Er habe schon als Kind gerne gekocht und in Neapel schließlich seine Leidenschaft für Pizza entdeckt, sagt Parrotta. Neben seinem Job als Chemikant bei der BASF arbeitet er an seinem Traum: ein eigenes Restaurant. Die Pizzameisterschaft und ein Foodtruck sollen den Weg ebnen.
Büffelmozzarella, Pommes und Pizza-Hawaii
Im Foodtruck duftet es nach geschmolzenem Käse und gebackenem Teig. Im Ofen backen unentwegt Pizzen, während Parrotta routiniert den Teig formt. Jeder Handgriff sitzt, nichts kleckert. Bei der Pizzameisterschaft zählt nämlich nicht nur der Geschmack, sondern auch die Arbeit und das Auftreten des Pizzabäckers.
Im Foodtruck komme es dagegen besonders auf den Kontakt zu den Kunden an. Das sei das Beste am Job, erzählt Parrotta, „die Leute glücklich zu machen.“ Mit seiner Siegerpizza aus dem Foodtruck beglückt er als Caterer oder oder auch an der Rhein-Galerie.
Manche Kundenwünsche sind aber nicht nach seinem Geschmack. Einmal habe jemand Pommes auf seiner Pizza gewollt oder Ketchup. Beim Gedanken an Pizza Hawaii schüttelt Parrotta den Kopf: „Das geht gar nicht.“ Deshalb habe er sogar schon ein Catering abgesagt. Auf seine Pizza kämen am besten Salami Piccante und Burrata - so möge er sie selbst am liebsten.
Teig auf Eis
Den Meistertitel hat er sich mit einer klassischen neapolitanischen Margherita geholt. Die Frage, wie seine Pizza herausstechen könne, habe ihm schlaflose Nächte bereitet. Das Ergebnis dieser Nächte ist sehenswert: Eine Rose aus Tomaten und Basilikumblättern ziert die Mitte der Pizza. Darin steckt ein kleiner italienischer Stiefel aus Parmesan.
Detailverliebtheit beweist auch Parrottas Umgang mit den Zutaten. Ganz nach neapolitanischer Tradition geht es um mehr als Mozzarella und Tomatensoße: „Ich hole das Beste aus den Zutaten heraus“, sagt er. Die kommen aus der Pfalz oder werden aus Neapel geliefert. Die Tomaten reduziert er mühevoll zu Soße. Büffelmozzarella sei der beste Käse, müsse aber abtropfen. Auf die fertige Pizza kommen ein paar Spritzer kräftig grünes Basilikum-Olivenöl.
Bis zur perfekten Rezeptur hat er unzählige Pizzen gebacken. Mutter Julia durfte sie erst mal nicht probieren: „Da bekomm’ ich eh positives Feedback.“ Dementsprechend hatte sie während der Meisterschaft ein gutes Gefühl. „Weil er es verdient!“, sagt sie. Trotzdem stand der Sieg am Abend zuvor auf der Kippe. In der Ferienwohnung vor Ort sei der Kühlschrank ausgefallen. Parrotta konnte seinen fertigen Teig aber mit Eis von der Tankstelle und einer Kühlbox retten, erzählt er erleichtert.
Nächster Schritt: Nationalmannschaft
Julia Parrotta sei stolz darauf, wie ihr Sohn das alles hinkriege, sagt sie strahlend. Am Anfang der Pizza-Karriere sei sie aber skeptisch gewesen, ergänzt der 22-Jährige lachend. Sie habe ihm deutlich davon abgeraten, sich ganz selbstständig zu machen. Der Foodtruck ist ein erster Schritt in die richtige Richtung: Zwei Wochen nach der Eröffnung sei die „Lozzeria“ bereits für den ganzen Sommer ausgebucht gewesen. Und der nächste Schritt? Vielleicht die Nationalmannschaft. „Man muss groß träumen, damit man viel erreichen kann“, sagt Parrotta mit einem verschmitzten Lächeln.