Ludwigshafen Metropol Ludwigshafen: "Die richtige Braut“

Das neue Modell und die farbliche Umsetzung auf Papier:
Das neue Modell und die farbliche Umsetzung auf Papier:

Interview mit Bauherr Günther Tetzner zum Neuanlauf beim Hochhaus-Projekt „Metropol“

Herr Tetzner, warum soll man Ihnen abkaufen, dass der von Ihnen angekündigte Neustart für das Projekt nun tatsächlich gelingen wird?

Weil wir nach meiner Überzeugung wesentliche Eingriffe vorgenommen haben in die bisherige Planung – von der Trennung der beiden Türme bis zur autarken Tiefgarage unterm Gebäude. Letzteres bedeutet, dass das Politikum Platanenwäldchen unberührt und damit genauso erhalten bleibt, wie es dasteht. Deshalb sind wir guten Mutes, dass das Ganze rasch wieder Fahrt aufnimmt. Die Resonanz ist bisher außerordentlich gut. Ein halbes Jahr ist auf der Baustelle nichts passiert. Was hat sich in dieser Zeit bei Ihnen und Ihrer Ettlinger Firma Timon Bauregie getan? Ob Sie mir’s glauben oder nicht: Wir haben sehr intensiv an diesem Objekt gearbeitet. Ich bin gerne bereit, irgendwann mal meinen Terminkalender offenzulegen. Projektentwicklung ist ein schönes, aber zeitlich enorm aufwendiges Thema. Da braucht es unzählige Gespräche. Und ich will an diesem markanten Standort Leben haben, nicht irgendwie abends nach 19 Uhr zwei tote Gebäude. Das zu organisieren, ist aus vielerlei Gründen nicht leicht. Mag sein, aber ein halbes Jahr ist eine lange Zeit. Warum ist nichts vorwärts gegangen? Sie sind ja förmlich abgetaucht. Weil ich auf der Suche war nach der richtigen Braut. Die habe ich jetzt endlich gefunden, und die heißt Pegasus Capital Partners. Ich wollte erst wieder an die Öffentlichkeit gehen, wenn ich wirklich etwas präsentieren kann. Was erhoffen Sie sich von dem Investment-Unternehmen aus Erlangen, das Sie Ihre neue Braut nennen? Know-how. Ich habe mir in meinem Leben immer viel zugetraut. Aber diese Firma ist auf allen Gebieten so was von beschlagen, das ist unglaublich. Quer durch die ganze Bandbreite haben die nicht nur theoretische, sondern ganz praktische Erfahrungen, weil sie derzeit überall bauen. Das reizt mich sehr. Pegasus ist also die bessere Partie als der letzte Partner Allcap aus Irland, mit dem Sie gescheitert sind? Davon bin ich überzeugt. Weil Pegasus das schon bewiesen hat. Das kann man nachlesen. Die genaue Rolle von Pegasus ist momentan welche? Aktuell sitzen die Pegasus-Leute mit uns am Tisch, wenn wir über die Planung des Objekts reden: wie hoch, wie breit, wie tief – oder die Gestaltung der Fassade. Da hat die Stadt ja auch ein Wörtchen mitzureden. Sie können Fassaden bauen von A bis Z, das ist ein schier endloses Thema. Das Objekt muss aber sehr ansprechend werden, weil das heute verlangt wird. Man kann da nicht einfach eine billige Fassade an so ein Gebäude montieren. Deshalb werde ich speziell das Fassadenthema noch mal separat aufrufen. Es gibt Gott sei dank Architekturbüros, die sich mit nichts anderem befassen. Die werde ich einladen, um über den neuen Entwurf zu sprechen. Mit diesem Thema sind wir noch nicht ganz durch. Das hat mit der Umweltthematik, Schallschutz, Belüftung und der Klimaanlage zu tun. Da kann man endlos Geld ausgeben. Nur zur Klarstellung: Pegasus hat also eine beratende Funktion? Noch. Noch heißt, die Firma könnte auch finanziell in das Projekt einsteigen. Das ist mein Ziel. Wenn man einer falschen Braut aufsitzt, muss man sich auch selbst hinterfragen. Haben Sie sich diesbezüglich etwas vorzuwerfen? Wenn man diese falsche Braut von einer sehr seriösen Bank empfohlen bekommt, und zwar nachhaltig, weil dort Geld angeblich keine Rolle spielt, dann klingt das sehr vertrauenswürdig. Ich habe diesem Rat vertraut. Das war mein Fehler. Das können Sie mir ohne Weiteres vorwerfen. Ich habe nicht genügend hinterfragt, wer die wirklichen Akteure hinter diesem Team sind. Was hat nicht funktioniert? Es ist im Moment in der Branche sehr viel Geld unterwegs. Und Leute, die sehr viel Geld haben, trauen sich dann plötzlich zu, solche komplizierten Objekte in Angriff zu nehmen. Sind sie dann an Bord, stellen sie fest, auf was sie sich eingelassen haben. Und verlassen das Schiffchen sehr schnell wieder. Genau so war’s. Wer hat Ihnen zu Pegasus geraten? Wir kennen uns. Dann hätten Sie ja gleich mit Pegasus zusammenarbeiten können. Der andere mögliche Partner erschien mir seinerzeit interessanter. In Ludwigshafen hat das Projekt nicht nur, aber auch für politischen Wirbel gesorgt, weil viel versprochen wurde, aber nichts vorangeht. Scheinbar nichts vorangeht. Ich verstehe die Aufregung absolut. Aber noch mal: Schauen Sie in die großen Städte. Da hat man bei derlei Vorhaben Vorlaufzeiten von zwei bis drei Jahren. Unser Fehler war es, dass wir die „Tortenschachtel“ so früh abgerissen haben. Stünde sie noch, würde kein Hahn danach krähen, ob und wann sich etwas tut. Dann gäbe es die Baustelle so nicht. Wir haben das auf Wunsch der Stadt getan. Und mit den Städten verscherzt man es sich nicht gerne. Sie sollen von der Oberbürgermeisterin zum Rapport ins Rathaus zitiert worden sein. Stimmt das? Nein. Ich verstehe mich außerordentlich gut mit Oberbürgermeisterin Eva Lohse. Das muss ich deutlich sagen. Die Stadtspitze ist uns gegenüber sehr offen. In Städten wie Berlin oder Frankfurt erlebt man anderes. Da gehen einem Lust und Laune sehr schnell verloren. Besser als hier kann die Zusammenarbeit nicht funktionieren. Die Stadtspitze hat also keinerlei Druck auf Sie ausgeübt. Nein. Mein Ehrenwort. Bleibt es bei einem Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro? Dabei wird’s wohl bleiben mit Blick darauf, welche Entwicklungen die Baupreise in letzter Zeit genommen haben. Freilich kann das nur eine Schätzung sein. Wenn die Architekten nun wieder die Griffel in die Hände nehmen und unsere veränderten Pläne umsetzen, kann man anfangen zu kalkulieren. Ich will mich ganz frühzeitig mit einer Baufirma oder gar mit mehreren Firmen an einen Tisch setzen. Das halte ich für außerordentlich wichtig. Und es bleibt auch dabei: Am Ende werden Sie den Komplex verkaufen? Ja, absolut. Aus einem furchtbar einfachen Grund. Ich bin 75, meine Tochter ist glücklich verheiratet mit einem Juwelier in Düsseldorf. Meinem Sohn habe ich dummerweise ein Studium in den USA bezahlt. Er hat dort Frau und Kinder und kommt nicht zurück. Es ergibt für mich keinen Sinn, diese Dinge zu behalten.

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