Ludwigshafen Mehr als ein Herz für Tiere
«Hochdorf-Assenheim.» Seit vier Jahren kümmert sich der Verein Sammelstelle für Tiere in Not aus Hochdorf-Assenheim um notleidende Tiere. Dazu kooperiert der Verein mit zwei Tierheimen sowie mit privaten Tierschützern in Rumänien. Die Mitglieder des Vereins reisen auch selbst dorthin, etwa um Kastrationen durchzuführen. Außerdem hilft der Verein auch in Deutschland bei aktuellen Notlagen mit Sach- oder Geldspenden anderen Einrichtungen mit ähnlichen Anliegen.
Die Hochwasserkatastrophe 2013 in Rumänien war der Auslöser für das Engagement. Die Vorsitzende des Vereins, Carmen Bähr, fühlte sich von den Bildern und Aufrufen der betroffenen Tierheime angesprochen und organisierte in kürzester Zeit einen Transporter voll Sach- und Futterspenden, den sie gemeinsam mit der Tierrettung in die betroffenen Gebiete brachte. „Eigentlich sollte es eine einmalige Sache sein“, erzählt Carmen Bährs Schwester und Schriftführerin des Vereins, Birgit Bähr. „Aber da der Erfolg so überwältigend war, haben wir eine permanente Sammelstelle für Sach- und Futterspenden eingerichtet.“ Diese ist in Carmen Bährs Garage in Erpolzheim. Immer wenn die voll ist, geht alle ein bis zwei Monate ein Transport nach Rumänien zu den Partnertierheimen. 2016 wurde aus der Gruppe ein Verein, der mit Kuchen- sowie mit Kreativ- und Infoständen zum Beispiel im Tierheim Frankenthal, vor Supermärkten und Geschäften, aber auch bei Festen und Märkten wie dem Bauernmarkt in Schauernheim oder dem Lichterfest zugunsten des Tierschutzes in der Walderholung Mutterstadt, auf sich aufmerksam macht und gleichzeitig um Spenden wirbt. Da kommen dann Mitglieder und Unterstützer wie Mona Handrich aus Assenheim ins Spiel, die Kuchen backen und verkaufen oder um Futter- und Sachspenden bitten. Besonderheit der Stände des Vereins ist, dass dort Dinge sowohl für Mensch wie Tier angeboten werden. Dafür engagieren sich viele Menschen in ganz Deutschland, die etwa Socken und Deko stricken und häkeln oder Produkte für Tiere wie Hunde- und Katzenbetten herstellen. „Wir bekommen auch immer wieder Tierprodukte geschenkt, die wir dann neben unseren Ständen auch auf Facebook auf einer Spendentauschbörse anbieten“, erzählt Handrich. „Mitmachen macht tierisch Spaß“, sagt sie und zeigt kuschelige Tierbetten. Neben der aktiven Unterstützung von Tierheimen im In- und Ausland sind dem Verein Kastrationsprojekte ein besonderes Anliegen. „Damit lässt sich am effektivsten eine ungeregelte Tierschwemme eindämmen“, erläutert Birgit Bähr und erzählt von einem Kastrationsprojekt, das die Gruppe über Ostern in Rumänien finanziert hat. Dabei seien 70 Hunde sowohl von Besitzern als auch Straßenhunde kastriert worden. Neben Carmen Bähr waren sechs Vereinsmitglieder vor Ort und haben bei der Betreuung der Tiere und beim Einfangen von Straßenhunden geholfen. „Die Menschen dort können es sich einfach nicht leisten, ihre Tiere kastrieren zu lassen“, beschreibt Birgit Bähr. „Und in den dortigen Tierheimen sind die Zustände katastrophal, vor allem seit Erlass eines Tötungsgesetztes für herrenlose Tiere“, fügt sie an. Dem Verein geht es aber nicht nur um Hunde, sondern jedes Vereinsmitglied bringt seine persönlichen Vorlieben ein. So kümmert sich jemand vorrangig um Vögel, andere um Katzen. Birgit Bähr selbst betreut ein Patenschaftsprojekt, bei dem jeder für mindestens fünf Euro pro Monat die Patenschaft für ein Tier übernehmen kann. Dazu betont Bähr, dass der Verein seine Erlöse zu 100 Prozent dem dafür bestimmten Zweck zukommen lässt und dies durch Einstellen zum Beispiel von Rechnungen in Facebook transparent macht. „Internet und Facebook sind für uns ganz wichtige Medien für Kontakte und Spendenaufrufe“, betonen Birgit Bähr und Mona Handrich.