Ludwigshafen Mehr als Brandbekämpfung
Blaulicht wirkt anziehend. Rund 6000 Besucher haben gestern den Erlebnistag der Freiwilligen Feuerwehr Oppau gefeiert. Gemeinsam mit Johannitern, Technischem Hilfswerk (THW), den Kollegen der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Frankenthal sowie Polizeipräsidium Rheinpfalz und Kreisverkehrswacht präsentierte sich die gesamte „Blaulicht-Familie“ im Innenhof der Oppauer Wache.
Schon von Weitem begrüßten die Guggemusiker der Huddelschnuddler die Besucher der Feuerwache 2 mit schmissigen Klängen. Dabei hätte es dieses musikalischen Wegweisers gar nicht bedurft. Aus beinahe allen Richtungen strömten die Gäste zur Feuerwehr. Einige davon sogar mit einem kleinen Frühstart. „Wir mussten die Tore eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Start öffnen, weil sich draußen schon so viele Menschen gedrängt haben“, verriet Wehrführer Marcus Meier. „So ein Tag ist wichtig“, betonte Ludwigshafens Feuerwehrkommandant Stefan Bruck. Zum einen werde der Zusammenhalt der Rettungs- und Katastrophenschutzorganisationen zum Ausdruck gebracht, zum anderen zeige der Andrang die Wertschätzung für die Feuerwehr. „Es ist eine unglaublich positive Rückmeldung.“ Präsentiert wurde eine Arbeit, die aus weit mehr als Brandbekämpfung besteht. „Gerade in der Jugendfeuerwehr ist das auch Jugend- und Sozialarbeit.“ Die Oppauer Jugendfeuerwehr besteht seit 40 Jahren und ist der ganze Stolz der Freiwilligen Wehr: „Wir haben aktuell 25 Jugendliche und es werden ständig mehr. Wir stehen kurz davor, eine Warteliste einzuführen“, erklärte Meier. Dafür sei bei den 37 aktiven Feuerwehrleuten noch Luft nach oben. Aber vielleicht lässt sich bei den jüngsten Besuchern der eine oder andere langfristig begeistern. Marcus Knittel zum Beispiel. Der Vierjährige aus Oppau hat allerdings für die Überlegung noch ein bisschen Zeit. „Jugendfeuerwehr beginnt erst ab zehn Jahren“, so Meier. Den ersten Schritt dorthin hat Marcus beim Erlebnistag immerhin gemacht, absolvierte alle fünf Prüfungen auf dem Weg zum „Juniorretter“, für den sich die Feuerwehr und andere Blaulicht-Organisationen kleine, kindgerechte Übungen ausgedacht hatten. „Er ist sowieso von allem begeistert, was ,Tatütata’ macht“, berichtete Vater Matthias. „Aber am schönsten findet er die roten Autos.“ Davon gab es gestern einige zu sehen. Und nicht etwa nur die Lösch-, Einsatz und Spezialfahrzeuge aus den Ludwigshafener und Frankenthaler Feuerwachen. Aus Germersheim war ein Stützpunktfahrzeug der US-Army nach Oppau gekommen und in seiner Mischung aus rot und Chrome unbestrittener Star der beeindruckenden Fahrzeugflotte. „Meine Töchter wollen unbedingt da rein“, stöhnte Vater Ralf Böckler, der die kurze Wartezeit aber für die sechsjährigen Damen Tanja und Daniela natürlich gerne in Kauf nahm. Immerhin wartete nach dem Foto für das Familienalbum auch ein wenig Abkühlung – zumindest auf die Kinder, denn die Übungswiese des Geländes war in einen kleinen Wasserspielplatz verwandelt worden. Den Eltern blieben nur neidische Blicke. Doch auch für sie bot der Tag so einiges. Als etwa der ADAC-Hubschrauber in der Feuerwache landete, machten nicht nur die Kleinsten große Augen. Auch Mamas, Papas oder die Großeltern drängten sich um den geflügelten Retter. Bei der Alkoholbrille der Verkehrswacht katapultierten sich die Papas dann von „null“ auf „zweikommanull“ Promille, mussten einen kleinen Parcours absolvieren und stellten fest: „Gar nicht so einfach.“ Eher die Mütter standen hingegen beim Überschlagssimulator der BASF-Werksicherheit an, wollten wissen, wie sie sich und vor allem die Kinder sicher befreien, sollte sich der Wagen bei einem Unfall überschlagen und auf dem Dach liegenbleiben. Fotos der Kinder auf dem Polizeimotorrad, Vorführungen und Rettungsübungen – an jeder Ecke des Geländes war für Abwechslung gesorgt.