Ludwigshafen
Ludwigshafen: Zum Austausch in Pasadena – eine 23-Jährige berichtet
Seit mehr als 70 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Ludwigshafen und Pasadena in Kalifornien. Ein 1988 gegründeter Freundschaftsverein pflegt in Ludwigshafen inzwischen die regelmäßigen zwischenmenschlichen Kontakte in die USA. Wesentliches Element ist dabei der Jugendaustausch zwischen den Partnerstädten, bei dem jedes Jahr jeweils ein bis zwei junge Menschen sechs Wochen in Gastfamilien untergebracht werden. Von ihren Erfahrungen im heißen Süden Kaliforniens hat am Montagabend die 23-jährige Sophia Hoffmann bei einer Veranstaltung in der Volkshochschule berichtet.
„Ich hätte mir keine schönere Partnerstadt als Pasadena vorstellen können. Die Leute waren noch freundlicher und herzlicher, als ich es erwartet habe. Ich würde es immer wieder tun“, schwärmte die 23-Jährige regelrecht von den fünf Wochen ihres USA-Aufenthalts. Gedacht ist das Austauschprogramm des Vereins für junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Um dort möglichst viel vom amerikanischen Leben zu erfahren, ist die Zeit als Praktikum angelegt. Die in die Vorderpfalz kommenden Amerikaner werden beispielsweise bei der städtischen Marketinggesellschaft Lukom beschäftigt, erläutert Stephan Reinhard, Vorsitzender des Freundeskreises.
Praktikum in Anwaltskanzlei
Da sie hierzulande Jura studiere, habe sie auf ihren Wunsch hin ihr Praktikum in Pasadena in einer kleinen Rechtsanwaltskanzlei verbringen können, erzählt die junge Frau am Montagabend bei einer Vortragsveranstaltung des Freundeskreises. Wie sie schildert, hat sie in diesen Wochen jede Menge erlebt. „Das amerikanische Recht ist teilweise schon sehr verschieden von unserem. Besonders die Zeugenauftritte waren sehr emotional und theatralisch“, hat Hoffmann im Praktikum festgestellt. Auch privat gab es keine Langeweile. Von vornherein vorgesehen war der mehrmalige Wechsel der Gastfamilien, um möglichst viele Leute kennenzulernen.
Mit einem umfangreichen Ausflugsprogramm haben ihre Gastgeber sie zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten geführt. Nach Hollywood, an die Strände rund um Los Angeles und zum Wandern in die Berge. Einladungen zu Festen, Baseballspielen, Konzerten und mehr reihten sich aneinander, wie Hoffmann berichtete. „Und jeden Tag war schönes Wetter“, erzählte die 23-Jährige. Bezahlen musste sie nur den Flug.
Bedingung: Ludwigshafen gut vertreten
Wie Reinhard zuvor betonte, lege der Verein bei der Auswahl der Bewerber Wert auf gewisse Voraussetzungen. So müssten die jungen Leute die Stadt Ludwigshafen gut vertreten. Nötig seien gute Englischkenntnisse. Erwartet werde aber auch, dass sich die jungen Menschen dauerhaft im Verein und für die Städtepartnerschaft mit Pasadena engagierten, machte der Vorsitzende deutlich. Denn ein wesentliches Ziel des Vereins ist es, die über 70-jährige Freundschaft auch in Zukunft zu pflegen. Wie in vielen Vereinen fehlt auch hier der Nachwuchs. „10.000 Kilometer sind sehr weit, da ist es schwierig, so etwas am Leben zu halten“, räumte Reinhard ein.
Zur Sache: die Partnerschaft
Die 1948 begründete Städtepartnerschaft mit Pasadena ist die älteste der Stadt Ludwigshafen. Ihre Ursprünge liegen in der Not nach dem Zweiten Weltkrieg und einer Kinderspeisung 1946 mithilfe von Menschen aus Pasadena. In der Folgezeit wurden dort tausende Kleidungsstücke, Schuhe und 90.000 Kilogramm Lebensmittel für die Ludwigshafener gespendet. Die Freundschaft wurde viele Jahre auf familiärer Basis gepflegt, 1982 kam ein Partnerschaftsbüro, 1988 wurde in Ludwigshafen ein Freundesverein gegründet. Mehr Infos im Netz unter www.freundeskreislupa.de.