Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Was die Parteien nach der Sperrung der Hochstraße Süd fordern

Staus auf der Adenauer-Brücke. Eine Folge der Umleitungen Foto: ier
Staus auf der Adenauer-Brücke. Eine Folge der Umleitungen

Mit konkreten Forderungen an die Stadt und die gesamte Region reagieren Ludwigshafener Parteien auf die – vorerst – vierwöchige Sperrung der Hochstraße Süd. Kritik üben AfD, Linkspartei und die Liberalen – auch die aus Mannheim.

Gleich „ein Bündel von Maßnahmen“ fordert die SPD, um die Folgen der Sperrung aufzufangen. „Wir brauchen ein großräumiges Umleitungskonzept inklusive digitaler Verkehrssteuerung, damit Autofahrer schon außerhalb Ludwigshafens auf Alternativrouten umgelenkt werden“, sagt Parteichef David Guthier. Das für die Hochstraße Nord entwickelte ÖPNV-Entlastungskonzept – mehr Stadtbahnfahrten und Taktverdichtungen – sollte in Teilen früher an den Start gehen.

SPD: Züge verlängern, flexiblere Arbeitszeiten

Der Regionalzugverkehr nach und von Ludwigshafen müsse sich auf neue Kunden einstellen. „Deshalb sollte die Deutsche Bahn für Fahrgäste und Fahrräder kurzfristig höhere Platzkapazitäten durch verlängerte Züge sowie zusätzliche Halte schaffen – etwa bei den Regionalexpresszügen am Hauptbahnhof und den S-Bahnen in Mundenheim und Rheingönheim“, ergänzt der verkehrspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion, Christian Schreider. Ferner seien Stadt und Region aufgefordert, offensiv auf Umsteigemöglichkeiten und Park-and-Ride-Plätze in Stadtrandlagen hinzuweisen. Die Wirtschaft sollte Home-Office-Möglichkeiten und flexiblere Arbeitszeiten anbieten, um den Pkw-Pendlerverkehr zu entzerren.

Grüne: Fakten auf den Tisch

„Politgetöse ist jetzt unangebracht“, sagt Jens Brückner als Vize-Fraktionschef der Ludwigshafener Grünen und Piraten. „Wir erwarten, dass die Fakten auf den Tisch kommen und vernünftige Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden. So unangenehm die Situation auch für alle ist, Anlass für Schnellschüsse gibt es nicht.“

JU und Jusos: Zusätzliche Busse, neue Konzepte

„Wir fordern die Städte Mannheim und Ludwigshafen sowie die Deutsche Bahn auf, den drohenden Verkehrskollaps während der Sperrung der Hochstraße Süd mit zusätzlichen Fahrten von Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen abzufedern“, äußern sich die Kreisvorsitzenden der Jungen Union (JU) Mannheim und Ludwigshafen, Philipp Rudi und Simon Rapp, angesichts der Zunahme des Verkehrs in der Umgebung. Sich „endlich über alternative Verkehrskonzepte in Ludwigshafen und Mannheim Gedanken machen“, das fordern die Jungsozialisten (Jusos).

AfD: Sünden der Schönfärberei

Für die AfD legt die Sperrung „die Sünden der Schönfärberei und Vernachlässigung der Pflichten“ offen, sagt der Landtagsabgeordnete Timo Böhme. Weder die Politik in Ludwigshafen noch in Mainz oder Berlin könne sich weiter herausreden. Während andere Länder in Zukunft und Wohlstand investierten, „vergeudet Deutschland das Geld der Bürger in weitestgehend wirkungslosen Weltenrettungsprojekten und spart nicht nur die Infrastruktur kaputt“, ergänzt Stadtrat Manfred Hartinger.

Die Linke: Hochstraßen zurückgeben

Die Linkspartei kritisiert die „viel zu schleppenden Entscheidungsfindungen zwischen Land, Bund und Stadt“. Ludwigshafen sei als deren Eigentümerin mit der Bewältigung der beiden maroden Hochstraßen überfordert und sollte jetzt Verhandlungen aufnehmen, um diese überregional bedeutsamen Trassen an den Bund zurückzugeben, fordert Stadtrat Bernhard Wadle-Rohe.

FDP: Seilbahn und dritte Rheinquerung

Für die Liberalen ist die Sperrung der Südtrasse „ein erster Vorgeschmack auf das drohende Verkehrschaos“. Es sollte endlich eine kurzfristige Entlastung durch eine Seilbahn über den Rhein auf den Weg gebracht werden, fordern die FDP-Fraktionen aus Mannheim und Ludwigshafen. Die Sperrung der „Hochbrücke-Süd“ habe „die schlimmsten Befürchtungen der FDP“ auf beiden Seiten des Rheins zur traurigen Wahrheit werden lassen. „Die Schließung einer der Hauptverkehrsadern der Region bringe diese an den Rand eines Verkehrsinfarkts“. Die versäumte Sanierung und eine fehlende Alternativplanung koste die Pendler und Unternehmen der Region nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch Millionen Euro an Arbeitsausfällen. Die Seilbahnplanungen müssten umgehend wieder aufgenommen werden, um die Kapazitäten des ÖPNV schnell zu erweitern. Zudem plädieren die Liberalen aus beiden Städten für den raschen Ausbau der zweiten S-Bahn-Stufe und langfristig für eine dritte Rheinquerung bei Altrip.

FWG: Schnell eine Planung vorstellen

Auch die FWG-Stadtratsfraktion befürchtet „nicht nur einen Verkehrskollaps, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang“, sollte es nicht bald eine Lösung geben. Die Freien Wähler fordern deshalb, „endlich eine Planung für die Sanierung der Hochstraße Süd vorzustellen“.

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