Ludwigshafen Ludwigshafen-Rheingönnheim: Großer Jubel, wenige Wähler

Gratulation zum Wahlsieg: Jörg Matzat (rechts) wünscht dem neuen Rheingönheimer Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann eine glückliche Ha
Gratulation zum Wahlsieg: Jörg Matzat (rechts) wünscht dem neuen Rheingönheimer Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann eine glückliche Hand.

Mit über 58 Prozent setzte sich Wilhelm Wißmann (CDU) bei der Ortsvorsteherwahl gegen Jörg Matzat (FDP) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 28 Prozent.

Der Wahlsonntag ist der bis dahin heißeste Tag des Jahres. Auf den Straßen in Rheingönheim ist nicht viel los. Kaum jemand hält sich am späteren Nachmittag in der prallen Sonne auf. Menschen dösen auf Balkonen im Schatten von Sonnenschirmen. Aus einigen Gärten im Baugebiet Neubruch ist das Juchzen von Kindern in Planschbecken zu hören. Ein paar Radfahrer mit Sonnenbrillen auf der Nase sind im Dorf unterwegs. Einige Tische vor den Eiscafés in der Hauptstraße sind belegt. Der Sommer ist da. Die Wahlhelfer in der Mozartschule und im Seniorenwohnheim Heinrich Wälker haben sich mit literweise Mineralwasser und leichter Kleidung für ihren ganztägigen Einsatz in drückender Hitze gewappnet. Der Andrang habe sich seit dem Morgen sehr in Grenzen gehalten, berichtet Manfred Getto. Er vermutet, dass die Wahlbeteiligung bei unter 30 Prozent bleiben wird. Getto liegt damit richtig, wie knapp zwei Stunden später feststeht. Nur gut 28 Prozent der wahlberechtigten Rheingönheimer haben sich an der Ortsvorsteherwahl beteiligt. Im Gemeindehaus trudeln ab 17.30 Uhr viele bekannte Gesichter aus der Ludwigshafener Stadtpolitik und natürlich die beiden Kandidaten Jörg Matzat (FDP) und Wilhelm Wißmann (CDU) ein. Die CDU – mit Oberbürgermeisterin Eva Lohse als Wahlleitern, Peter Uebel als Kandidat für ihre Nachfolge, Bundestagskandidat Torbjörn Kartes sowie auch Landtagsabgeordnete Marion Schneid und den Ortsvorstehern aus den Nachbarstadtteilen – ist sich ihrer Sache offenbar ziemlich sicher und gegenüber FDP-Vertretern und einer Handvoll Köpfen der Rheingönheimer SPD deutlich in der Überzahl. Der Tisch für ein Parteiessen nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses ist reserviert. Die Spannung steigt nicht mehr lange. Schon um 18.10 Uhr ist der erste Wahlbezirk ausgezählt. Im Baugebiet Neubruch hat Jörg Matzat 57,6 Prozent der Stimmen geholt. 42,4 Prozent stimmten für CDU-Mann Wißmann. Für manchen im Gemeindesaal ist das eine Überraschung. Die Wahlbeteiligung war in dem Wohngebiet mit vielen jungen Familien allerdings extrem niedrig: Nur knapp 16 Prozent machten ihr Kreuzchen. Bis 18.20 Uhr sind auch die zwei weiteren Wahlbezirke und die Briefwahl ausgezählt. Hier hat jeweils Wilhelm Wißmann deutlich die Nase vorn mit 53,3, 56,6 und 58,4 Prozent. Bei der Briefwahl war die Wahlbeteiligung mit knapp 60 Prozent deutlich besser als am Wahlsonntag im Seniorenwohnheim und den beiden Bezirken in der Mozartschule. Am Ende jubelt die CDU, Wahlleiterin Eva Lohse verkündet strahlend das Ergebnis: Ihr Kandidat Wilhelm Wißmann hat sich mit 58,4 Prozent (959) gegen FDP-Mann Matzat mit 41,6 Prozent (683) durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 28,3 Prozent. Von 5948 Wahlberechtigten haben lediglich 1642 ihre Stimme abgegeben. Davon waren 40 Stimmzettel ungültig. Wilhelm Wißmann gibt sich nach der Auszählung sehr entspannt: Er habe auf die Rheingönheimer Bürger gehofft. Wegen des positiven Echos, das er in den vergangenen Wochen im Wahlkampf von vielen erhalten habe, sei er sich recht sicher gewesen, dass es im zweiten Anlauf klappt, sagt er. Wißmann war bereits 2014 als CDU-Kandidat ins Rennen um den Ortsvorsteherposten gegangen, in der Stichwahl aber Julia May (mittlerweile verheiratete Appel, SPD) unterlegen. Dass er mit 58,4 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt wurde, ist für den 70-Jährigen „kein überwältigendes Ergebnis“. Er versprach: „Ich bin bereit, mit Herz, Verstand und Tat für Rheingönheim einzustehen.“ Ob er bei der Kommunalwahl in zwei Jahren noch einmal um das Amt kandidieren werde, das könne er jetzt noch nicht sagen. Jörg Matzat will seinen Hut 2019 auf jeden Fall erneut in den Ring werfen. „Beim nächsten Mal werde ich wieder angreifen.“ Der Liberale freut sich über das gute Ergebnis, das er in seinem eigenen Wohngebiet im Neubruch erzielt hat. „Bei den jungen Familien konnte ich punkten“, bilanziert der 44-Jährige. Mit dem Ergebnis von über 40 Prozent sei er als nicht gebürtiger Rheingönheimer zufrieden. Zur Feier des Tages wollte Matzat mit seiner Tochter ausgehen „und eine Schorle trinken“. Kommentar

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