Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Neuntklässer aus Irland werden empfangen

Empfang im Stadtmuseum: Marcel Jurkat erläutert den Schülern das Modell der Stadt Ludwigshafen im Jahr 1909.
Empfang im Stadtmuseum: Marcel Jurkat erläutert den Schülern das Modell der Stadt Ludwigshafen im Jahr 1909. Foto: büg

Seit 30 Jahren pflegt die Integrierte Gesamtschule Ernst Bloch einen Schüleraustausch mit Irland. Nun ist eine Schülergruppe der Partnerschule Coláiste Pobail Setanta aus Dublin zu Gast. Mit einem Stehempfang im Stadtmuseum haben Marcel Jurkat, Leiter für Repräsentation und Städtepartnerschaften in Ludwigshafen, und Vertreter der „Igslo“, wie die Integrierte Gesamtschule genannt wird, die Gäste begrüßt.

Der erste Weg führte die zwölf Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse zusammen mit ihren Lehrern Medb Farrell und Eion Shaughnessy zum Empfang ins Rathaus, wo sie seitens der Stadt von den Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses Ulrich Sommer, Klaus Schneider und Christiane Ohlinger-Kirsch (alle CDU) herzlich begrüßt wurden. Von der Integrierten Gesamtschule waren Schulleiterin Gaby Lausberg, Laura Rosteck und Eva Lolert gekommen.

„Wir haben in diesem Jahr ein Jubiläum: 30 Jahre Schüleraustausch mit der ,Igslo’. Das ist schon etwas Besonderes. Das gute Miteinander in den Familien macht diesen Austausch zum Gewinn“, sagte Jurkat – sofort ins Englische übersetzt von Deutsch-Lehrerin Medb Farrell. Wie Jurkat Revue passieren ließ, entstand die Schulpartnerschaft im Jahr 1989, als der Schüler Mark Dowling im Austausch kam. Er war davon so begeistert, dass er selbst später Deutsch-Lehrer wurde und von 1997 bis 2005 begann, an seiner irischen Schule einen Austausch zu organisieren. Nach seinem Wechsel an die Setanta in Dublin setzte er dort – dank seiner Kontakte – den Schüleraustausch in der neunten und zehnten Klassenstufe fort.

Kein Standard-Englisch

„In diesem Jahr sind für den Austausch zwölf Schülerinnen und Schüler aus Dublin gekommen. Schon vor den Herbstferien waren unsere zwölf Schüler in Dublin gewesen“, erläuterte Schulleiterin Lausberg. Gewohnt wird bei den jeweiligen Gasteltern.

Mit dabei waren die beiden 15-jährigen Schülerinnen Tamara Heß und Elena Eichenlaub aus der neunten Klasse. „Wir haben Steckbriefe geschrieben, von unseren Interessen und Neigungen erzählt und dabei auch Besonderheiten wie Allergien etwa auf Tiere angegeben“, erzählte Tamara. Danach wurde von der Schule eine passende Austauschpartnerin ausgesucht; erste Kontakte zwischen den Jugendlichen wurden per E-Mail geknüpft. „Wir haben uns schnell angefreundet“, berichtete Tamara. Auch in der Partnerfamilie seien alle sehr freundlich. „Meine irische Familie war auch supernett“, schwärmte Elena. „Die gesprochene Sprache war kein Standard-Englisch. Aber wir haben uns schnell dran gewöhnt und nach ein paar Tagen alles verstanden“, berichten beide von guten Fortschritten in Englisch.

Umfangreiches Ausflugsprogramm

Apropos: Coláiste Pobail ist gälisch und heißt übersetzt etwa „College Gemeinschaft“. Setanta ist eine mythische Figur aus keltischen Legenden.

„Es sind die Eindrücke im Alltagsleben, das vielleicht etwas anders ist als zuhause, die den Wert dieses Austauschs ausmachen“, stellte Jurkat fest. Mit dem gegenseitigen Kennenlernen wachse auch das Verständnis füreinander, was in Europa gerade in Zeiten des Brexit wichtig sei, betont er. Wie er sagte, haben die irischen Gäste ein umfangreiches Ausflugsprogramm: Speyer mit Rheinschifffahrt, das Schwetzinger Schloss und Heidelberg stehen auf der Agenda – bis es wieder zurück nach Dublin geht, mit hoffentlich vielen guten Erinnerungen im Gepäck.

x