Ludwigshafen
Ludwigshafen: Neuer Firmensitz der Fasihi GmbH eingeweiht
Aus der sprichwörtlichen Garage zum großen Unternehmen – dieser Weg funktioniert nicht nur in Kalifornien. Saeid Fasihi ist 1986 als Flüchtling aus dem Iran gekommen. 1990 machte er sich als Ein-Mann-Unternehmen selbstständig. Heute beschäftigt die Fasihi GmbH über 90 Mitarbeiter.
Umziehen gehört seit den Anfängen im Ein-Mann-Büro auf dem BASF-Werksgelände für das Unternehmen zum Alltag. Zuletzt eröffnete der Firmengründer vor fünf Jahre ein Firmengebäude am Donnersbergweg, in der Ludwigshafener Technologiemeile in Mundenheim. Damals lag der Umsatz der Fasihi GmbH bei vier Millionen Euro (heute mehr als sieben Millionen) und die Mitarbeiterzahl bei rund der Hälfte. „Wir sind aus allen Nähten geplatzt“, begründete Saeid Fasihi, warum in nur 18-monatiger Bauzeit in der benachbarten Ludwig-Reichling-Straße ein neuer Firmensitz entstanden ist. „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude unseren Ansprüchen für die kommenden zehn Jahre genügt“, sagte der mittlerweile 63-jährige Firmengründer lachend.
„Dieser Umzug ist ein riesiger Entwicklungsschritt“, freute sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die zur Eröffnung des Gebäudes gekommen war. Immerhin sei die Investition ein Bekenntnis zum Land Rheinland-Pfalz und vor allem zum Standort Ludwigshafen. „Genau solche Unternehmen hatten die Gründer der Technologiemeile vor Augen“, ergänzte die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD).
„Früh den richtigen Riecher“
Der Erfolg des Unternehmens, das 2011 den Landesinnovationspreis und 2014 den Großen Preis des Mittelstandes erhalten hatte, außerdem in den Jahren 2016, 17 und 19 zu den Wachstums-Champions mit dem höchsten Umsatzwachstum in Deutschland zählte, lässt sich am ersten und bis heute wichtigsten Kunden, der BASF, bemessen. „Wir unterhalten uns in Sachen IT-Lösungen normalerweise nicht mit Mittelständlern, sondern mit der Champions League“, verdeutlichte Christoph Wegner als Leiter der entsprechenden BASF-Abteilung. „Aber die Fasihi GmbH ist für uns ein wichtiger, ein strategischer Partner geworden.“ Der Grund liege im Wesen des Unternehmensgründers. „Er hatte immer sehr früh den richtigen Riecher für neue Entwicklungen“, so Wegner über Fasihi und, „er verspricht, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, nichts, was er nicht auch einhalten kann.“ Das Unternehmen gehöre mit seinen „technisch extrem starken und kundenorientierten Lösungen“ eben zur Champions League.
Eigene Plattform entwickelt
Die extreme Kundenorientierung sei das Plus der entwickelten und immer weiter ausgebauten Online-Plattform Fasihi Enterprise Portal, das nicht nur in großen Chemiewerken, sondern weltweit in 80 großen und mittleren Unternehmen im Einsatz ist. Die Oberbürgermeisterin blickte deshalb schon in die Zukunft: „Ich halte schon mal die Augen nach einem noch größeren Grundstück offen.“ Immerhin kennt sie die Umsatzzahlen des Unternehmens, das seit seiner Gründung nur schwarze Zahlen schreibt. „Ich kenne solche Umsatzkurven vor allem umgekehrt“, scherzte sie angesichts des städtischen Haushalts.
Industrie 4.0 als Schwerpunkt
Mit Blick in die Zukunft sprach Geschäftsführer Rolf Lutzer von der Industrie 4.0 als einem Schwerpunkt des Unternehmens. „Wir wollen mit unserem System dazu beitragen, Produktionsarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld mit Maschinen digital zu unterstützen“, sagte er und nannte als Beispiel digitale Unterweisungssysteme zum Thema Arbeitsschutz.
Das neue vom Generalunternehmer Saroba GmbH erstellte und nun eingeweihte Gebäude biete aktuell gleichermaßen viele Möglichkeiten für Mitarbeiter und Kunden, aber „wir laufen mit der Zeit und wollen nicht stehenbleiben. Gerade in der Technik wollen wir immer auf dem neuesten Stand sein“, sagte Saeid Fasihi zum neuen Firmensitz seines Unternehmens. Eben ein echter Hauch von Silicon Valley in Ludwigshafen.