Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Missbrauch in kirchlicher Kindertagesstätte?

Schlimmer Verdacht: Hat eine Betreuungsperson Kinder missbraucht?  Symbolfoto: BOLTE
Schlimmer Verdacht: Hat eine Betreuungsperson Kinder missbraucht? Symbolfoto: BOLTE

Hat eine Person aus dem Mitarbeiter-Team einer kirchlichen Kindertagesstätte in Ludwigshafen ein Kind oder sogar mehrere Mädchen und Jungen missbraucht? Diese Frage beschäftigt derzeit vor allem die Eltern, aber auch das 18-köpfige Kita-Team, den Träger der Einrichtung und die Polizei.

Betroffen ist nach RHEINPFALZ-Informationen eine Kindertagesstätte mit über 130 Kindern. Auch Mädchen und Jungen im Alter von unter drei Jahren werden in der Einrichtung betreut. 18 Erzieherinnen und Erzieher sind dort beschäftigt.

Die kirchliche Kita hatte die Eltern für gestern Abend zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen. Diese sollten nichtöffentlich über die Vorwürfe und das bisherige Vorgehen des Kita-Trägers in der Angelegenheit informiert werden. Die Polizei bestätigte auf Anfrage am Dienstagmittag, dass sie wegen entsprechender Vorwürfe ermittelt.

Beschuldigte Person suspendiert

Die Mutter eines betroffenen Kindes und die Leitung des Kita-Trägers sollen wegen der Vorfälle und nach Gesprächen gemeinsam Anzeige gegen eine Person aus dem Mitarbeiter-Team erstattet haben. Die Mitarbeiter seien bereits zu den Vorwürfen vernommen worden, berichtete eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Auch dass die beschuldigte Person inzwischen nicht mehr in der Kita arbeitet, bestätigte die Polizei.

Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal gibt es dagegen noch kein Verfahren in der Sache: „Uns liegt noch keine Strafanzeige vor“, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber.

Eltern besorgt und verunsichert

Der Sprecher der zuständigen Landeskirche betonte auf Anfrage, dass der kirchliche Kita-Träger die zuständigen Ermittlungsbehörden in solchen Fällen grundsätzlich beim geringsten Tatverdacht auf Missbrauch einschalte und dass die beschuldigte Person sofort freigestellt werde. Auch dass die Eltern zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen werden, sei bei Missbrauchsvorwürfen automatisch der Fall. „Die ermittelnden Behörden haben unsere volle Unterstützung“, bekräftige der Kirchensprecher.

Die betroffenen Eltern sind in erster Linie besorgt um ihre Kinder, wie eine Mutter schilderte. Sie fragt sich, ob auch ihr Kind betroffen sein könnte. Der Kita-Träger habe den Elternausschuss schon vor einiger Zeit informiert. Im Raum stünden die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Gewalttätigkeit, so die Frau. Die Eltern seien allerdings lediglich durch einen Aushang an der Pforte der Einrichtung über die außerordentliche Versammlung am gestrigen Abend informiert worden, kritisierte die Mutter. Persönliche Einladungen habe es nicht gegeben. Da bereits viele Familien in die Ferien gefahren seien, wüssten diese Mütter und Väter daher vermutlich gar nichts von den Vorgängen in der Kindertagesstätte.

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