Ludwigshafen
Ludwigshafen: Große Resonanz beim zweiten Hofflohmarkt in Friesenheim
Der Himmel blau soweit das Auge reicht, dazu Temperaturen locker über 20 Grad. Bessere Bedingungen hätten sich alle Teilnehmer beim zweiten Hofflohmarkt in Friesenheim nicht wünschen können. Entsprechend groß waren am Samstag die Beteiligung wie die Begeisterung.
Hatten beim ersten Hofflohmarkt im vergangenen Jahr bereits 120 „Höfe“ mitgemacht, waren am Samstag weit über 170 dabei. Darüber freuten sich vor allem die Organisatorinnen Jenny Hoock (47) und Stefanie Börger (44). Zahlreiche Besucher aus Friesenheim selbst und von außerhalb – von Mutterstadt bis Mannheim – streiften herum, um seltene Schätze zu entdecken oder einfach nette Leute zu treffen.
Spielsachen auf dem Tapeziertisch
Direkt hinter dem niedrigen Gartenzaun an der Ecke der Schuckertstraße hat Hannah Molter auf einem Tapeziertisch eine Menge Kinderspielsachen aufgebaut, die die 23-jährige schon einige Zeit nicht mehr benötigt. Puzzle, kleine Kuscheltiere (Stück: 50 Cent) und ein paar Barbie-Puppen sind dabei. Gleich um 14 Uhr findet die „Rapunzel-Barbie“ eine Abnehmerin. „Wir sind heute das erste Mal dabei. Ist eine tolle Aktion“, zeigen sich Hannah und ihre Mutter begeistert. Die Sachen, die sie verkaufen wollen, müssen beide lediglich in den eigenen Vorgarten tragen. Ein relativ überschaubarer Aufwand.
Töpfe, Gläser, Backformen
Ein paar Meter weiter in der Schuckertstraße ist schon richtig was los. In zahlreichen Hofeinfahrten haben Hausbewohner ihre Stände aufgebaut. In einer Einfahrt gibt es quasi einen kompletten Haushaltswarenladen. Blitzende Töpfe, Bestecke, Gläser oder Backformen – alles ist da. Etwas weiter werden Babysachen angeboten. Andere verkaufen abgelegte Kleider und Textilien. Oft ist dabei die ganze Familie im Einsatz, dazu sind noch Freunde gekommen. Später soll zusammen gegrillt werden. Neugierige Besucher schlendern durch die Straßen von Hof zu Hof, einfach zum Schauen und Stöbern, ob sich irgendwo interessante Sachen zeigen. An vielen Orten klingt Musik im Hintergrund, die Atmosphäre ist äußerst entspannt.
Kinderfahrräder im Vorgarten
Bei Familie Rechtenbacher stehen die zu klein gewordenen Kinderfahrräder im Vorgarten, auf den Tischen im Hof ist nahezu der Inhalt eines Spielzeugwarenladens zu bewundern. Der Flohmarkttag bietet eine gute Gelegenheit, etwas davon loszuwerden. „Das letzte Jahr war es schon super, ich finde das Konzept großartig“, sagt Monika Rechtenbacher, die inzwischen alle Bewohner ihrer Straße kennt.
Um die Ecke bei der Bäckerei Theurer haben sich Hof und Durchgang in ein Warenlager verwandelt. Abgegeben wird die komplette Jahresausstattung an Schaufensterdeko: Nikoläuse, Osterhasen, Herbstschmuck und vieles mehr. Etwas weiter verschenkt Ulrike Hees Sträuße aus Physalis, Lavendel und Rosmarin, die in ihrem Vorgarten wachsen. Sie will dafür nur eine kleine Spende für die Organisatorinnen der Veranstaltung. „Im Grunde geht es nicht ums Verkaufen, es geht um die Gemeinschaft, den Kontakt untereinander im Quartier“, findet Hees.
Wichtig sei die soziale Komponente
Aus der Taufe gehoben haben die Hof-Flohmarkt-Veranstaltung die Friesenheimerinnen Jenny Hoock und Stefanie Börger. Mitbekommen haben sie die Idee bei einem Event dieser Art in der Mannheimer Neckarstadt. Wesentlich sei, die Türen zu öffnen, Menschen einzuladen, es gehe dabei vor allem um die soziale Komponente, meint Hoock. Zusammen mit Freundin Börger macht sie das Ganze ehrenamtlich. Künftig sollen aber wenigstens die Kosten der Webseite, der gedruckten Flugblätter und Plakate über Spenden finanziert werden, kündigt sie an. In ihrem etwas abgelegenen Viertel im Bereich Völklinger-/Ottweiler-Straße machen zwar einige Bewohner mit, doch es sind viel weniger Besucher als etwa am Ebertpark unterwegs.
Weiterer Hofflohmarkt in Oppau?
Von dem Konzept begeistert ist Sylvia Metzner, die mit dem Rad aus Oppau gekommen ist. „Ich finde es toll, wenn in einer Straße viele mitmachen. Wir hätten das in Oppau auch gerne. Ich suche nur noch jemand, der das zusammen mit mir organisiert“, zeigte sie sich bereit für ein Engagement. Hofflohmärkte werden wohl bald in anderen Stadtteilen folgen.