Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Ein Blick hinter die Kulissen des neuen Newton-Hotels

Blick in eine Zimmer.
Blick in eine Zimmer. Foto: KUNZ

Das Newton Hotel in Friesenheim hat neu eröffnet. Die 90 Zimmer des Hauses am Ebertpark sind modernisiert worden. Zielgruppe sind Geschäftsreisende, die nach Ludwigshafen kommen. Die neuen Inhaber hat der Standort überzeugt. Sie haben einen Millionenbetrag in die Renovierung investiert. Die Eigentümer haben sich weitere Ziele gesteckt.

„Bett, Bad, Business“ stehen im Mittelpunkt des gerade neu eröffneten Newton Hotels in der Kopernikusstraße im Stadtteil Friesenheim. In rund einem Jahr Sanierung erhielt vor allem die Ausstattung des ehemaligen Hotels am Ebertpark eine zeitgemäße Auffrischung. Aktuell stehen 90 Zimmer zur Verfügung, weitere zwölf kommen nach dem endgültigen Abschluss der Sanierung in den kommenden Wochen noch hinzu.

„Wir wachsen langsam, aber stetig“, sagt Pasha Kharazi. Der 39-jährige gebürtige Münchner bekam das „Hotel-Gen“ schon in die Wiege gelegt: Er wuchs im elterlichen Betrieb in München auf. Dieser ist längst verkauft. „München ist mit seinen rund 400 Hotels ein schwieriger Standort“, erklärt Kharazi, der die Kette gemeinsam mit seinem vier Jahre älteren Bruder Changiz deshalb zunächst nach Heilbronn verlegt hatte, dort im Jahr 2009 das erste Haus mit 91 Zimmern eröffnet hatte. Karlsruhe kam mit 84 Zimmern im Jahr 2017 hinzu. Ludwigshafen mit seinen im Endstadium 102 Zimmern sei nun aktuell der größte Standort der kleinen Kette, die sich konsequent auf den modernen Geschäftsreisenden und unkomplizierte Kurzaufenthalte ausgerichtet hat.

Internet wichtiger Faktor

Ein ruhiger Schlaf, vollklimatisierte Zimmer, moderne Bäder mit Duschkabinen, relativ große Schreibtische mit modernsten Anschlussmöglichkeiten und vor allem schneller Internetzugang mit einem Zugangspunkt in jedem Zimmer, „damit in den Abendstunden das Netz nicht überlastet ist“, zählt Kharazi die wichtigsten Punkte der neuen Ausrichtung auf. Er ist vom Standort Ludwigshafen überzeugt, hat vor dem Kauf vor einem Jahr vor allem die „harten Faktoren“ überprüft. „Es ist eine ruhige Lage, und wir haben rund 100 Parkplätze vor der Haustür“, zählt der gelernte Hotelfachmann auf. „Die weichen Faktoren wie Ausstattung und Service können wir schließlich selbst beeinflussen.“

Einen „siebenstelligen“ Eurobetrag nahm das Familienunternehmen dafür in die Hand, sanierte und renovierte das Haus ein ganzes Jahr lang vor allem im Inneren. Neben den Zimmern, die allesamt zwischen 23 und 24 Quadratmeter groß sind und dem Frühstücksraum, der an die Stelle der ehemaligen Bar im Untergeschoss getreten ist, wurde der Empfangsbereich umgekrempelt. Dafür opferten die Brüder ein weiteres Zimmer, das nun als Lobby fungieren soll – wenn erst einmal die dafür bestellten Möbel geliefert wurden. Denn, so Pasha Kharazi: „Die öffentlichen Flächen fehlen noch. Und auch in den Zimmern stehen zwar die Betten und funktioniert die Technik, „aber wir wollen sie noch mit einem Sessel, einer Stehlampe und Bildern und Pflanzen ausstatten.“ Immerhin: An der Fassade wurde kaum etwas geändert. „Da haben wir nur den vorherigen Schriftzug gegen unser Logo eingetauscht“, lacht er.

Bewertungsportale ausschlaggebend

Drei Sterne hat das neue Haus. Eine Kategorie, die den Inhaber eigentlich nicht interessiert: „Viel wichtiger sind uns die Spitzenplatzierungen in den Bewertungsportalen gängiger Buchungssysteme im Internet.“ So habe die Kette in Heilbronn und Karlsruhe bisher einen Wert von 8,5 von zehn Wertungspunkten. „Große Ketten lassen sich mittlerweile schon gar nicht mehr mit Sternen klassifizieren, sondern setzen ausschließlich auf die Bewertungen.“

Mehr als ein Frühstück biete das neue Haus nicht. Und auch das ist im Zimmerpreis, der zwischen 59 und 109 Euro liegt, nicht inbegriffen, muss für sieben Euro zugebucht werden. „Wir sehen uns als reines Hotel Garni“, stellt Kharazi klar. So sei der Frühstücksraum zwar weiterhin trennbar, „aber Seminare haben wir hier im Haus nicht vorgesehen.“ Den Personalbestand im „finalen Zustand“, gibt er mit 15 Personen an. Allesamt Festangestellte. „Zurzeit wird das Haus noch mit dem Personal unserer anderen Standorte betrieben. Langfristig werden wir aber in allen Bereichen eigenes Personal haben.“ In wirklich allen Bereichen. So bediene man sich auch im Housekeeping, also den Reinigungskräften, nicht bei Leihfirmen. „Das hat sich in Heilbronn und Karlsruhe bewährt.“

Kette will weiter wachsen

Vom Erfolg des Standorts zeigt er sich überzeugt. „Es gibt in Ludwigshafen wenig gute Angebote im mittelpreisigen Bereich. Es gibt hier nichts, was wir als direkte Konkurrenz ansehen würden.“ Der Markt in Mannheim sei hingegen bereits gut gesättigt. „Wir suchen aber weiter nach guten Standorten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um unsere Zentrale in Heilbronn“, kündigt er an. Allerdings müsse sich nun erst einmal das Hotel in Ludwigshafen etablieren. „Wir haben uns als Ziel etwa zwei bis drei Jahre gesetzt, ehe wir damit unsere Flughöhe erreicht haben“, so der Geschäftsführer und Inhaber.

Geschäftsführer Pasha Kharazi vorm Hotel Newton.
Geschäftsführer Pasha Kharazi vorm Hotel Newton. Foto: KUNZ
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