Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Der Bioladen „Schwarzwurzel“ im Hemshof

Inhaber Werner Grob in seinem Laden.
Inhaber Werner Grob in seinem Laden. Foto: KUNZ

Die „Schwarzwurzel“ ist eine Institution in Sachen Bio- und Naturkost. Am 2. April 1982 gründete Werner Grob gemeinsam mit anderen die „Schwarzwurzel“ und eröffnete das Geschäft in der Welserstraße. Seit 1985 ist der Bio-Supermarkt in der Jakob-Binder-Straße im Hemshof zu Hause.

Es sei viel Idealismus, aber wenig kaufmännische Kenntnis gewesen, die zum ersten reinen Naturkostladen in Ludwigshafen geführt habe. „Wir haben einfach gesehen, dass es so einen Laden in Mannheim schon gab, aber in Ludwigshafen noch nicht. Deshalb haben wir ihn eben gegründet“, sagt Grob, der als Einziger vom Gründungskombinat übrig geblieben ist. „Und es macht mir Spaß. Ich mache noch weiter“, sagt der 62-Jährige, der ursprünglich aus dem Allgäu in die Vorderpfalz gekommen war und hier einfach so hängen geblieben ist. Er wohnt seit 35 Jahren im Hemshof.

„Laden eigentlich an der falschen Stelle“

Und er hat natürlich längst genügend kaufmännisches Wissen und Einzelhandelserfahrung gesammelt. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht befindet sich der Laden eigentlich an der völlig falschen Stelle.“ Der Hemshof sei zwar kunterbunt und vielfältig, die klassische Klientel für einen Naturkostladen sei hier allerdings nicht zu Hause. „Wir haben praktisch keine Laufkundschaft, sondern nur Stammkunden“, sagt der Inhaber. Erst recht, seit durch die angekündigte Schließung des Rathaus-Centers auch das Flanieren durch das Einkaufszentrum in den Hemshof nicht mehr attraktiv sei. Zusätzliche Probleme bereite die gesperrte Hochstraße Süd. „Wir haben einen Lieferservice und müssen uns schon sehr genau überlegen, zu welchen Zeiten wir zwei Mal in der Woche nach Mannheim und Frankenthal fahren.“

Denn auch dort hat die „Schwarzwurzel“ Stammkunden. Einige stammen aus der Zeit der Niederlassung in Frankenthal, die Grob mit einer Mitarbeiterin bis vor zwei Jahren betrieben hat. „Als sie in Rente ging, konnte ich das nicht mehr stemmen“, bedauert er die Schließung. Er selbst war außerdem jahrelang auf dem Mannheimer Wochenmarkt mit einem Stand vertreten. Zumindest für diese Tätigkeit hat er einen Nachfolger gefunden.

Mehr Kunden kaufen bewusst ein

Den Stammladen in Ludwigshafen betreut er noch selbst, hat eine Mitarbeiterin an den Nachmittagen, eine Einräumhilfe für die Regale und einen Fahrer für den Lieferservice. „Ich werde weitermachen, solange ich gesund bin“, kündigt er an. Immerhin wachse mit der Klimadiskussion auch wieder eine neue Generation Kunden nach, denen der bewusste Einkauf wichtig ist. „Wir haben im Vergleich zu einem Supermarkt zwar wenige Kunden, aber die kaufen dafür relativ viel ein.“

Dabei sei das Sortiment durchaus schon breiter gefächert gewesen, räumt er ein, obwohl er noch immer rund 1000 verschiedene Produkte anbietet. Aber weil mittlerweile auch Supermarktketten ihre eigene Bio-Linie fahren, habe sich die „Schwarzwurzel“ eben spezialisiert.

Betriebe aus dem Umland als Lieferant

„Unsere Lieferanten sind kleinere bäuerliche Familienbetriebe aus dem Umland.“ Kleine Mischbetriebe mit großer Vielfalt, die gar nicht für große Ketten produzieren können. „Rund 80 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Frischprodukten wie Obst und Gemüse.“ Die „Trockenware“ sei mit den Jahren zurückgegangen. „Der Markt hat sich rasant und völlig verändert“, sagt Grob deshalb. „Wir mussten in unseren Anfangszeiten erst einmal Hersteller suchen, die uns beliefern konnten.“

Er ist optimistisch, dass sich die „Schwarzwurzel“ auch im veränderten Markt behaupten kann. „Wenn der Supermarkt im Rathaus-Center wegfällt, entdecken uns vielleicht auch wieder neue Kunden hier aus dem Umfeld“, sagt er.

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