Ludwigshafen
Ludwigshafen: Caritas-Fachschule bietet neue Pflege-Ausbildung an
Die Pflege ist in aller Munde: Fachkräfte werden gesucht, und es wird über bessere Arbeitsbedingungen diskutiert. Eine Stufe tiefer, bei der Ausbildung, setzt die Fachschule der Caritas im Hemshof-Center an. Hier startet im August zum ersten Mal eine übergreifende Pflegefachkraft-Ausbildung.
Ludwigshafen ist ein ganz wichtiger Standort für die Ausbildung von Pflegefachkräften. Denn im frisch sanierten Hemshof-Center finden sich etwa mit der Caritas sowie der Pflegeschule des St. Marienkrankenhauses gleich zwei große Anbieter, die zusammen auf 300 Plätze kommen.
Dass die Ausbildung nun insgesamt generalisiert wird, freut das zwölfköpfige Kollegium um Schulleiter Timo Siebenborn (39). Es stellt sie aktuell aber auch vor eine Herausforderung, denn die Schule heißt Caritas-Fachschule für Altenpflege. „Deshalb ist es uns sehr wichtig, dass alle Interessenten wissen, dass sie die generalisierte Ausbildung auch bei uns absolvieren können“, so Siebenborn. 50 Plätze stehen ab August für den ersten Ausbildungsjahrgang zur Verfügung. Bewerbungen sind bis Juni möglich. Am Namen der Schule soll sich bald etwas ändern, kündigt der Caritasverband in Speyer an, ohne Details zu verraten. Ein entsprechender Antrag soll zum Jahreswechsel beim Ministerium gestellt werden.
Neuer Lehrplan
Für Siebenborn und seine Kollegen bedeutet die Neuausrichtung bei der Ausbildung – in der Schule absolvieren Auszubildende ihren Theorieteil – eine Menge Arbeit. „Wir brauchen ja einen neuen Lehrplan und eine neue Prüfungsordnung“, sagt Siebenborn. Der gebürtige Essener, der seit 2005 in Ludwigshafen ist, findet die Neuausrichtung der Ausbildung aber richtig und wichtig: „Es geht ja um die Pflege von Menschen und nicht wie bisher darum, Alte, Junge oder Kranke zu betreuen.“ Es werde künftig bundesweit einheitliche Standards geben, was insgesamt gut für die Qualität der Ausbildung ist und für Transparenz sorgt. Und wichtig: Die neue Ausbildung, die drei Jahre dauert, wird in ganz Europa anerkannt. Bei der Sparte Altenpflege war das bislang nicht der Fall, ergänzt Lehrerin Caroline Hansen. Der große Vorteil der neu aufgestellten Ausbildung sei, dass Absolventen in allen Bereichen – Altenheim, Krankenhaus, Pflegedienste – arbeiten können. „Wir haben das neue Konzept gebraucht, um den Pflegeberuf weiterentwickeln zu können. Denn die Anforderungen steigen ja an alle im Pflegeberuf.“
Netzwerk entsteht
Damit die Schüler ab August auch gut ihre Praxiserfahrungen sammeln, knüpft Siebenborn ein Netzwerk im Einzugsgebiet der Schule, das im Norden bis Worms, im Süden bis Germersheim und im Westen bis Neustadt reicht. So waren jüngst Vertreter von 60 Organisationen im Hemshof-Center, um entsprechende Vereinbarungen rund um die vorgesehenen Praxiseinsätze zu treffen. „Das ist wichtig, damit die Schüler dann überall hingehen können“, so Siebenborn.
Bewerben für die generalistische Ausbildung können sich alle mit Mittlerer Reife sowie diejenigen, die schon eine Ausbildung als Alten- oder Krankenpflegehelfer absolviert haben. Wenn jemand diese Voraussetzungen noch nicht erfülle, könne er aber gerne auch zur Info-Veranstaltung am 10. Dezember kommen, meint Siebenborn, und verweist auf die einjährige Altenpflegehilfeausbildung seiner Schule „Das ist dann ebenfalls eine Voraussetzung zur Teilnahme an der generalistischen Ausbildung“, so der Schulleiter. Den ersten Infotag am 10. Dezember wolle das Kollegium nutzen, um Fragen der Interessenten zu beantworten. Wer möchte, könne aber auch gleich eine Bewerbung abgeben.
Noch Fragen?
Infotag für die neue Ausbildung am Dienstag, 10. Dezember, 14 bis 16 Uhr, in den Schulräumen, Dessauer Straße 59. Weitere Informationen zu künftigen Infotagen und zur Schule selbst gibt es unter www.altenpflegeschule-ludwigshafen.de.