Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen: Ausstellung von Walter Schembs in der Friedenskirche

„Ich arbeite oft intuitiv“, sagt der Künstler Walter Schembs – hier mit einer seiner Skulpturen.
»Ich arbeite oft intuitiv«, sagt der Künstler Walter Schembs – hier mit einer seiner Skulpturen.

Der Blick nach oben ist typisch für seine Figuren. Ab dem 29. Februar stellt der Wormser Künstler Walter Schembs sie in der Friedenskirche aus. Doch zur Reihe „Menschenbilder“ gehört noch mehr – etwa der Vortrag eines BASF-Vorstands.

Durch die Fenster der Friedenskirche dringt Sonnenlicht in den großen runden Kirchenraum. Das Licht fällt auf zwei Bronzeskulpturen. Die Figuren sitzen auf einer Art Sockel, ihre Beine sind angewinkelt, die Arme umschlingen die Beine. Der Blick der zwei Figuren ist nach oben gerichtet, sie schauen in den Himmel. Die Skulpturen integrieren sich gut in den Kirchenraum, sie wirken nachdenklich, strahlen Ruhe aus.

Die Kunstwerke sind Teil der Veranstaltungsreihe „Menschenbilder“, die vom 29. Februar bis 29. März in der Friedenskirche stattfindet. Organisiert wird sie von der Kulturkirche in Ludwigshafen. Im Mittelpunkt der „Menschenbilder“ stehen die Holz- und Bronzeskulpturen und Holzreliefs des in Worms lebenden Bildhauers Walter Schembs. Die Skulpturen werden in der Friedenskirche ausgestellt. Die kunstinteressierte Gemeinde-Pfarrerin Cornelia Zeißig hat den Kontakt zum 63-jährigen Walter Schembs hergestellt, sie kennen sich schon seit den 90er-Jahren.

Kunst als Prozess

Der Bildhauer erzählt im Gespräch, dass er noch dabei sei, das Ausstellungskonzept final zu gestalten. „Ich platziere die Skulpturen im Kirchenraum und lasse sie dann auf mich wirken. Das Zusammenspiel von Kunst und Raum ist entscheidend“. Er wird noch weitere Skulpturen aus seinem Atelier in Herrnsheim holen, um zu sehen, welche in der Kirche am besten wirken. „Das Platzieren der Skulpturen und Reliefs ist ein längerer Prozess. Es ist aber auch ein schwieriger Raum, denn der Altar ist sehr dominant“, sagt der Künstler über die Friedenskirche. Schembs ist aus der Kirche ausgetreten. Er ist aber immer noch Kirchgänger, da die sakralen Räume eine besondere Wirkung auf ihn haben.

Typisch für den Bildhauer sind seine nach oben blickenden Skulpturen. „Der Blick nach oben ist mein Markenzeichen, es symbolisiert etwas Positives“, so der Künstler. Schembs berichtet im Gespräch auch über seinen Schaffensprozess: „Ich bin kein großer Planer, ich arbeite oft intuitiv. Also ich überlege nicht, sondern fange einfach an. Viele Ideen kommen mir dann erst beim Arbeiten, meine Kunstwerke sind ein Prozess.“

Schembs ist gelernter Tischler

Schembs lebt und arbeitet in einem denkmalgeschützten Haus in Worms-Herrnsheim. Von 1983 bis 1985 absolvierte er eine Lehre als Tischler, so kam er seiner Berufung als Bildhauer näher. Seine ersten Skulpturen aus Holz schuf er 1986. Auf der Art Cologne wurden sie 1994 das erste Mal präsentiert. Seit 1992 ist er als freischaffender Bildhauer aktiv. Er sagt, dass er stark vom Expressionismus geprägt wurde.

BASF-Vorstand hält Vortrag

Ergänzend zur Ausstellung sind Vorträge, Andachten und Gottesdienste geplant, die sich mit den Werken auseinandersetzen. Vertreter aus Industrie, Theologie und Medizin werden Vorträge zum Thema Menschenbilder halten. Schüler des Max-Planck-Gymnasiums werden die Vortragsveranstaltungen mit eigenen Impulsen eröffnen. Sie präsentieren in fünf bis zehn Minuten ihre Ideen zum jeweiligen Vortrag in Form von Musik, Gedichten oder durch Pantomime. BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz spricht am 24. März um 19 Uhr über das Thema „Die Weichen nachhaltig stellen: Veränderte Arbeitswelten in der Anilin“. Ein Konzert der Reihe „Orgelpunktkunst“ (5. März, 19 Uhr) und das Passionskonzert des Männerchors Ensembles Vocapella Limburg (14. März, 19.30 Uhr) bilden den musikalischen Rahmen des Programms.

Termin

Alle Veranstaltungen finden in der Friedenskirche (Leuschnerstraße 56, Friesenheim) statt. Der Eintritt ist frei, mit Ausnahme des Passionskonzerts. Dort kostet der Eintritt 15 Euro. Alle Veranstaltungen der Reihe im Netz unter www.kulturkirche-ludwigshafen.de. Die Ausstellung ist donnerstags von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr zu sehen, oder nach Vereinbarung. Vernissage am Samstag, 29. Februar, 19 Uhr.

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