Fußball
Lotto-Elf erspielt hohe Summe für guten Zweck in Fußgönheim
Wer die Beteiligten auf dem Rasen des ASV Fußgönheim vor und nach der Begegnung zwischen der Lotto-Elf und der regionalen Auswahl auf die Partie ansprach, der hörte besonders häufig ein Wort: „Wir wollten da raus gehen und Spaß haben“, erzählt ein sichtlich verschwitzter Sebastian Schulz, seines Zeichens Trainer der SG Limburgerhof und Verteidiger in der Regionalauswahl, nach der Begegnung. „Wir hatten ja ein wenig Angst, dass das nur so ein Sommer-Sonntagskick wird, aber sie haben uns ganz schön gefordert“, erklärt er mit einem verschmitzten Grinsen. Dass diese Aussage ein wenig im Widerspruch zum 2:9-Endergebnis der Partie aus Sicht der Regionalauswahl stand, war ihm bewusst. Schulz hatte sogar einen besonderen Moment: In der zweiten Hälfte gewann er mit viel Körpereinsatz ein Duell gegen Alexander Bugera, den ehemaligen Spieler des 1. FC Kaiserslautern, der jetzt die Oberligamannschaft der Roten Teufel trainiert. „Er hat mich daraufhin gelobt“, freut sich Schulz über den Gunstbeweis des Ex-Profis.
Die Lotto-Elf mit Trainer Hans-Peter Briegel und Teammanager Edgar Schmitt präsentierte sich an diesem Mittwochabend rundum erneuert. „Das ist wohl die jüngste Lotto-Elf, seit ich dabei bin“, erklärt Marko Sasic, bei Lotto zuständig für das Marketing und die Lotto-Elf. Ein Blick auf die Aufstellung stützt seine Aussage: Erik Durm (zuletzt 1. FCK, sieben Länderspiele), Philipp Wollscheid (Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, zwei Länderspiele), Timo Hildebrand (VfB Stuttgart, sieben Länderspiele) stehen noch voll im Saft, ebenso wie Bugera und Ex-FCK-Akteur Oliver Schäfer. Der Ex-Kölner Carsten Cullmann, seit Jahren dort als Nachwuchstrainer tätig, beschert mit der Hintermannschaft der Lotto-Elf seinem Torhüter Claus Reitmaier (FCK, Karlsruher SC, Wolfsburg) eine entspannte erste Hälfte. Deren Höhepunkt ist ein Tor, das eben kein Stürmer erzielt: Hildebrand, an diesem Tag mit der Nummer 14 auf dem Feld, schießt den Ball trocken unter die Latte. „Es ist einmal was anderes, auf dem Feld zu spielen. Hinten ist es eher langweilig. Mitspielen macht Spaß.“ Das ist es wieder, dieses Wort.
Zwei Treffer für Außenseiter
Die Wechsel in Hälfte zwei nehmen ein wenig den Fluss aus dem Spiel, hinsichtlich des Alters der Beteiligten und den sommerlichen Temperaturen nicht wirklich überraschend. Dann ist es so weit: Avni Brahimi, früher für Schauernheim am Ball, staubt zum Ehrentreffer der Regionalauswahl ab. Wenig später gelingt Frank Wieschalla der zweite Treffer. „Es war toll, gegen die Auswahl zu treffen“, erzählt er mit einem Lächeln. „Und dann noch vor so einer Kulisse“, spricht er die 1100 Zuschauer an, die das Spiel verfolgten und gerade die beiden Tore der „Außenseiter“ bejubelten. Wenig überraschend gesteht er, dass ihm die Partie viel Spaß bereitet habe. Dass er nicht der Einzige ist, der zufrieden ist, ist auch dem Gesichtsausdruck des eingewechselten Fabrizio Heyer anzusehen: Mit einem Lächeln läuft er aufs Spielfeld und lässt sich dieses auch trotzt einiger Ausrutscher nicht nehmen. Irgendwie ansteckend.
Gegen Ende der zweiten Hälfte gerät die Bank der Lotto-Elf in Bewegung. Von den Fans mehrfach laut gefordert kommt eine Ikone des deutschen Fußballs aufs Feld. „Manni Flanke, ich Kopf. Tor“, hat es sein ehemaliger HSV-Vereinskamerad Horst Hrubesch einst beschrieben. Der Neuhofener Manfred Kaltz darf zum Schluss auch ein wenig mitspielen. „Drei Pässe habe ich gespielt“, erklärt er später. Zwei Wochen ist er aktuell in seiner Heimat. „Ich komme oft und gern immer wieder in die Pfalz“, versichert er auf Nachfrage. Leider reicht es an diesem Tag nicht zur Demonstration der nach ihm benannten „Bananenflanke“. Bundesligareferee Christian Dingert hat wenig Probleme mit der Partie. Und so bleibt auf dem Feld immer ein wenig Zeit für einen kurzen Plausch mit den Akteuren.
Neben all dem Spaß auf und neben dem Feld geht es auch um eine gute Sache. 41.000 Euro kommen an diesem Tag zusammen. Sie sind für den Förderverein Hospiz und Palliativ für Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis sowie den Verein „Die Garage Ludwigshafen“ bestimmt, der Menschen in existenziell schwierigen Lebensumständen mit Kleidern und Lebensmitteln unterstützt. Damit ist auch Franco De Simone, Sportdirektor des ASV Fußgönheim, zufrieden. Der Klub ist gemeinsam mit dem Förderverein Jugendfußball Birkenheide an diesem Tag der Gastgeber. Sein Wunsch, dass mindestens 1000 Zuschauer kommen, hat sich erfüllt. Somit hat am Ende dieses Tages jeder seinen Spaß.