Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „LOL – Das Comedy-Start-up“ im BASF-Gesellschaftshaus

Katharina Block beim Comedy-Start-up in Ludwigshafen.
Katharina Block beim Comedy-Start-up in Ludwigshafen.

Auftakt zu der neuen Reihe „LOL – Das Comedy-Start-up“ im BASF-Gesellschaftshaus in Ludwigshafen mit vier Comedians am Beginn ihrer Karriere.

„Die Renten sind sicher“, ertönt es bei „LOL – Das Comedy-Start-up“ etwas zaghaft am Freitag im BASF-Gesellschaftshaus unter lautem Gelächter. Die unter 30-Jährigen sollten, angefeuert von Moderator, Comedian und Zauberkünstler Christoph Demian, den Satz formulieren. Doch bei der Veranstaltung, die die BASF-Kulturfabrik mit der Absicht, jüngere Zuschauer in die etablierten Kulturstätten zu locken, organisierte, amüsieren sich überwiegend 30 bis 60-Jährige und noch Ältere.Immerhin hatte sich der Altersschnitt im Vergleich zu anderen Events im Gesellschafts- oder Feierabendhaus aber deutlich gesenkt. Das Publikum lachte lauthals bei Geschichten der vier Künstler. Katharina Block, Christoph Demian, Fabian Lampert und Björn von Morgenstern stehen noch am Anfang ihrer Karrieren in der Szene. An diesem Abend zündeten sie einen Gag nach dem anderen. Für das Publikum, die Künstler und die BASF-Kulturfabrik war das erste „LOL – Comedy-Start-up“ ein großer Erfolg.

Mit lautem Knacken renkt sich Demian den Hals ein. Der 43-jährige Zauberkünstler aus Mainz, der viele unterhaltsame Kunststücke zeigt und dabei charmant und witzig zum jeweils nächsten Künstler überleitet, lässt sich bei diesem Trick ausnahmsweise in die Karten schauen. Ein Plastik-Schnapsglas, versteckt in seiner Hand, macht die Geräusche, die die Zuschauer zum Gruseln, aber auch zum Lachen bringen. Nach der Show verteilt er die Becher im Publikum. Sogleich guckt Bianca Hüneke aus Bad Dürkheim, Ingenieurin bei der BASF, aus welchem Plastik das Teil hergestellt ist. „Auf Styrol-Basis“, meint sie. In Begleitung einiger Freundinnen sie hier. Nach langer Zeit besucht sie mal wieder eine Kulturveranstaltung im Gesellschaftshaus. Damit gehört sie zur größten Gruppe der Anwesenden. Die sollte auf Demians Aufforderung hin „Schatz, ich finde, wir sollten auch mit anderen daten“ sagen.

Das Publikum eingebunden

Wie Demian binden auch die anderen Künstler immer wieder das Publikum ein. Sogar die RHEINPFALZ kommt zu Wort und erhält donnernden Applaus – nach kurzem Zögern des Publikums. Lampert, der von seiner Oma als Vintage-Influencerin erzählt, warnt vor der alten Frau. Mit Fotos von früher locke sie junge Männer an. „Bienchen23 ist nicht 23 Jahre alt, sondern 23 geboren“, behauptet er. Doch nicht nur Omas Liebesleben, auch sein eigenes ist bei beiden Auftritten vor und nach der Pause immer wieder Thema. „Sex sells“ sagt sich wohl auch Katharina Block. Über das Liebesleben der 50-jährigen Juristin aus Berlin, aber auch über ihre fünf Kinder erfährt das Publikum allerhand. Warum sie so viele Sprösslinge hat, begründet sie so: „Ich bin nicht besonders religiös, nicht besonders dumm, aber besonders geil“. Die Zuschauer lachen sich schlapp. „Anderthalb Wochen Kreisverkehrsfest. Das fasst meine Jugend komplett zusammen“, behauptet dagegen Björn von Morgenstern aus Essen.

Der Junge vom Lande, etwa Anfang 30, wie alt er ist, lässt er offen, hat es aber faustdick hinter den Ohren. In der großen Stadt Berlin isst er beim Daten, nachdem er aus Versehen in die Serviette um den Falafel gebissen hat, ganz cool gleich das ganze Papier mit, um das Rendezvous noch zu retten. „Muss man die Serviette mitessen?“, steht in den Augen der Bekannten. Vom beeindruckten Personal gibt es dann gleich noch zwei zum Nachtisch geschenkt.

„Total imposant“

Nachdem Demian zwar nicht mit einer Serviette, aber mit Löffel und Gabel nicht nur das weibliche Publikum beeindruckt hat, macht sich Block an die jüngeren Männer unter den Zuschauern ran. „Jonas mit s wie sexy“ ist ihr Ansprechpartner in der ersten Reihe. Mit der Hilfe von Jonas Töngi macht sie klar, warum Frauen nicht mit erhärteten Organen in ihrem Rücken von den Qualitäten eines Mannes zu überzeugen sind. Sie drücke sein Gesicht ja auch nicht zwischen ihre Brüste. Mit seiner Freundin Celine Berrot (26), Studentin der Wirtschaftspädagogik, ist der 28-jährige ITler zum ersten Mal im Gesellschaftshaus. „Total imposant“, findet Berroth. Comedy mögen die beiden Mannheimer schon lange. „Beim Googeln habe ich diese Veranstaltung gefunden“, berichtet er. Auch André und Melissa Grimm, 29 und 32, fallen in der ersten Reihe Block zum Opfer. Er kennt das Haus als Techniker bei der BASF. Den Newsletter hat er schon lange abonniert. Ein anderthalbjähriges Kind hat das Ehepaar. Zusammen mit Melissa, die Hauswirtschafterin ist, kommt er gern wieder.

Auf dem richtigen Weg

Damit entsprechen die vier der Zielgruppe, diedie die BASF ins Auge gefasst hat. „Wir haben eine hundertjährige Geschichte im Abonnement-Format. Die Strukturen des Publikums sind sehr überaltert“, berichtet Lars Liebscher, verantwortlich für das Format Wortspiel der Kulturfabrik der BASF. Bei einer Umfrage hätte Kabarett und Comedy ganz oben auf der Wunschliste des jüngeren Publikums gestanden, erzählt er. Auf seiner Suche nach geeigneten Formaten stieß er auf die Magenta-Artist-Agentur aus Bonn. Die wolle neuen Künstlern eine Bühne schaffen. Bis zu vier aufstrebende Comedians treten auf. „Wer auf der Bühne steht, wird vorher nicht verraten“, ist auf der Homepage der Agentur zu lesen. Auch an Liebscher nicht. „Wir haben die gleichen Werte, wollen möglichst diverse Strukturen“, ist er sich Liebscher sicher. Der erste Abend mit dem neuen Format war ein großer Erfolg auf dem richtigen Weg. Am 13. März 26 folgt die nächste Show.

a

x