Handball
Lokalderby in Dritter Liga wird eine heiße Sache
„Ich hatte mich unglaublich auf dieses Spiel gefreut.“ Yannick Muth ist die Enttäuschung deutlich anzuhören. Vor vier Jahren hatte er die Mundenheimer in Richtung Leutershausen verlassen. Mittlerweile ist er bei der HSG zuhause. „Ich habe auf Turnieren schon häufiger gegen Mundenheim gespielt, aber es wäre mein erstes Spiel als Gegner im Schulzentrum gewesen.“ Konjunktiv, denn der 24-Jährige fällt mit einem Sehnenriss im Finger noch für mindestens vier Wochen aus. „So lange trage ich Schiene. Und danach muss man erst einmal sehen, wie dick der Finger ist.“
Sein Pendant auf VTV-Seite ist Emanuel Novo. Der war noch bis zum Frühjahr für die HSG aktiv, steht mittlerweile für den Aufsteiger auf der Platte. Er freut sich auf ein Wiedersehen mit den alten Kollegen. „Mit Leuten wie Niko Sorda habe ich ja schon in der Jugend zusammengespielt.“ Auch Roko Peribonio ist ihm noch bestens bekannt. „Und die ganzen Jungen, die jetzt mit dabei sind, haben auch letztes Jahr schon in der Abstiegsrunde mitgespielt.“ Klar ist für beide: „Das wird ein ganz heißes Spiel, in dem um jeden Zentimeter gekämpft wird.“
Beide Teams in der Tabelle derzeit gleichauf
Das liegt nicht nur an der räumlichen Nähe beider Mannschaften, sondern auch an der Tabellensituation. Da liegen beide ebenfalls Seite an Seite mit jeweils zwei Siegen und vier Niederlagen auf den Plätzen zehn und elf, ist die Spielgemeinschaft mit dem Sieg in der Vorwoche an den VTV vorbeigezogen. Ein Sieg wäre damit für beide ein wichtiger Schritt im Abstiegskampf.
Entsprechend hoch wird es auf dem Feld hergehen. „Das wird ein Kampf von der ersten bis zur 60. Minute“, vermutet Novo. Er lobt vor allem die taktische Disziplin bei seinem Ex-Verein. „Und man darf die Mannschaft nicht unterschätzen.“ Denn zwar haben einige Leistungsträger den Verein verlassen, „aber die jungen Spieler waren auch letztes Jahr schon in der Abstiegsrunde mit dabei.“ Die Ausbeute überrascht ihn deshalb nicht. „Es waren lauter enge Spiele. Sie könnten jetzt auch schon 8:4 Punkte haben – wir aber auch.“
Ähnlich sieht das Yannick Muth. Mundenheim spielt wie immer mit einer sehr starken und harten Abwehr und daraus schnell nach vorne.“ Er weiß außerdem, dass die VTV gerade vor eigenem Publikum sehr stark über die Emotionen kommen. Den besten Anschauungsunterricht hat er schließlich in der eigenen Familie. Der Segen im Hause Muth habe unter der Woche aber nicht gelitten, versicherte er, obwohl Vater Marcus ein echtes VTV-Urgestein ist, aktuell die weibliche A-Jugend trainiert und am Samstag das Spiel aus der Halle heraus kommentiert. „Das wäre schlimmer gewesen, wenn ich gespielt hätte. Da hätte ich mir hinterher mal den Kommentar von ihm auf Sportdeutschland angehört“, lachte Yannick Muth.
HSG mit der etwas besseren Ausgangslage
Jetzt steht aber erst einmal das Derby im Schulzentrum auf dem Programm. Da hat die HSG die etwas bessere Ausgangslage. „Wir haben mit unserem Heimspiel gegen Pohlheim Selbstvertrauen getankt“, versicherte Yannick Muth. Emanuel Novo und seine Kollegen waren hingegen mit der Aufarbeitung von Fehlern beschäftigt. „Unsere erste Halbzeit gegen Kirchzell war in Ordnung.“ Da lagen die VTV beim 15:13 noch zwei Tore vorne, „und wir hätten sogar noch höher führen können, aber wir haben wieder zu viele freie Bälle liegen lassen.“ Nach dem Seitenwechsel hatte der Aufsteiger zu viele Fehler gemacht, die von den Gastgebern eiskalt ausgenutzt wurden. „Das darf uns gegen Hochdorf am Freitag nicht passieren“, forderte er. Denn egal ob Derby oder nicht: Die Punkte gegen einen direkten Konkurrenten zählen doppelt.
Bei der HSG fehlt neben Muth auch weiter Mika Schwenken. Die Gastgeber können wohl komplett antreten.