Menschen aus der Stadt RHEINPFALZ Plus Artikel Lisa Martin ist die neue Quartiersmanagerin in Süd

Lisa Martin ist derzeit viel unterwegs in ihrem neuen Quartier – hier in der Georg-Herwegh-Straße, wo das Quartiersbüro seinen P
Lisa Martin ist derzeit viel unterwegs in ihrem neuen Quartier – hier in der Georg-Herwegh-Straße, wo das Quartiersbüro seinen Platz haben soll.

Wie kann ein Viertel lebenswerter werden, was sind die Wünsche der Bewohner? Darum geht es Lisa Martin bei ihrer Arbeit als Quartiersmanagerin in Süd. Zuständig ist die 29-Jährige für das dortige Dichterquartier, das zum Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ gehört. Corona hat ihr den Start erschwert. Aber bald soll es richtig losgehen.

Ein nieselregnerischer Freitagmorgen, ein Spaziergang mit Lisa Martin durchs Dichterquartier in Süd. Es liegt zwischen der Richard-Dehmel-Straße, der Bahnlinie, der Stifterstraße und dem Sportpark am Südweststadion. Der Großteil des Areals befindet sich westlich der Saarlandstraße, die das Gebiet durchquert. Die Grenzen wurden künstlich gezogen, damit klar ist, für welches Areal das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ gilt. Es ist ein dicht bewohntes Gebiet, rund 4000 Menschen leben hier – fast ausschließlich in Geschosswohnungsbau.

Bewohner gestalten mit

Seit August ist es Lisa Martins Quartier. Die junge Frau mit den blonden Haaren und dem sympathischen Lachen ist vor Ort Ansprechpartnerin für die Menschen – und das möglichst für alle: Familien mit Kindern, Senioren, Alleinerziehende, Leistungsempfänger, Menschen aller Nationalitäten. All diese Menschen trifft man hier. Mit den Fördergeldern von „Sozialer Zusammenhalt“ soll es möglich sein, baulich etwas im Quartier zu verändern, so dass sich für die Menschen die Lebensqualität erhöht. „Und wir wollen das nachbarschaftliche Miteinander stärken“, ergänzt Martin. Ein Beratungsbüro wird damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Das Wichtige: Die Bewohner können mitgestalten.

So wie heute auch, ist Lisa Martin oft im Quartier unterwegs, um das Viertel kennenzulernen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen: Was fehlt hier? Wo drückt der Schuh? Es sei wichtig, ein niedrigschwelliges Angebot zu machen, sagt Martin. Im kommenden Jahr soll es unterschiedliche Arten der Bürgerbeteiligung geben. Auch eine eigene Facebookseite für das Quartier ist geplant. Zusätzlich soll bald das Quartiersbüro im ehemaligen Pfarrbüro in der Georg-Herwegh-Straße eingerichtet werden.

Lisa Martin ist eigentlich ein Nordlicht. Sie wurde in Stralsund geboren, ging mit 18 Jahren nach Hamburg, machte dort eine kaufmännische Ausbildung. Dann entschied sie sich für ein Studium: Sozialwissenschaften in Rostock. „Während des Studiums habe ich mich in der Flüchtlingshilfe engagiert“, berichtet Martin. Dabei habe sie gemerkt, dass sie in diesem Bereich arbeiten möchte. Sie und ihr Partner wohnten damals beide in Rostock – „und wir wollten beide woanders hin“, sagt sie und lacht. Weil die Stadt Ludwigshafen, Abteilung Integration, als Erstes auf ihre Bewerbung hin zusagte, wurde es Ludwigshafen. Als Wohnort haben sich die 29-Jährige und ihr Partner allerdings für Mannheim entschieden.

Als Martin Armingeon, der vorherige Quartiersmanager in West, 2018 in den Ruhestand ging, wurde sie gefragt, ob sie die Stelle übernehmen wolle. Lisa Martin wollte und blieb zweieinhalb Jahre. Während ihrer Zeit dort wurde unter anderem ein Spielplatz neu geplant, außerdem lief die Neukonzeptionierung für den Rudolf-Hoffmann-Platz an. „Ich habe hier die Möglichkeit, Quartiersentwicklung von Anfang an zu begleiten“, nennt sie den Grund für ihren Wechsel von West ins Dichterquartier. Dieser fiel mitten in die Corona-Zeit. Doch sie versucht, das Beste daraus zu machen. „Mit Abstand kann man sich draußen mit den Menschen unterhalten“, sagt sie. Das Dichterquartier ist das fünfte Areal, in dem das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ in Ludwigshafen umgesetzt wird. Westend und Mundenheim-Südost sind bereits abgeschlossen, Oggersheim-West und West laufen noch.

Mit vielen verschiedenen Menschen zu tun haben, netzwerken, Veranstaltungen planen, helfen – „kein Tag ist wie der andere“, sagt Lisa Martin. Und genau das sei es, was sie an ihrem Beruf schätzt. In ihrer Freizeit ist sie „leidenschaftliche Radfahrerin“ und tourt dabei gerne durch die Pfalz, etwa die Weinstraße entlang. „Das ist wie in der Toskana“, schwärmt sie von der Landschaft – auch wenn ihr der Blick aufs Meer manchmal fehle.

Idee für ein Stadtteilfest

Fürs Dichterquartier hat sie schon erste Ideen, könnte sich etwa ein Stadtteilfest vorstellen, wie es auch bereits in West und Oggersheim eins gibt. „Außerdem fehlen Begegnungsorte im öffentlichen Raum. Gerade auch für Jugendliche“, sagt sie. Auch sieht sie „unglaubliches Potenzial“ im Sportpark. Zu viel möchte sie aber noch nicht vorweg nehmen, denn: „Es zählt, was die Menschen sich wünschen.“ Auch die Vereine und Initiativen im Stadtteil, Gewerbetreibende genauso wie Kirchen sollen eingebunden werden. Schulen und Kitas sind Multiplikatoren. „Die Menschen können ihren Stadtteil aktiv mitgestalten“, sagt Lisa Martin und freut sich auf die neue Aufgabe.

Noch Fragen?

Wer Kontakt mit Quartiersmanagerin Lisa Martin aufnehmen will, erreicht sie per E-Mail unter lisa.martin@ludwigshafen.de oder telefonisch: 0173/8865693.
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