Ludwigshafen
Leute in LU: Marco Weßling bringt sein Schülerwerk auf die Bühne
Am 13. Mai wird das Stück, das Marco Weßling einst für die Theater-AG der Anne-Frank-Realschule schrieb, ab 18 Uhr im Gemeinschaftshaus Ruchheim zu sehen sein – auf die Bühne gebracht vom Kurs Darstellendes Spiel seiner Tochter Yelina (15) an der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch (IGSLO). Weil der 41-jährige Sozialarbeiter auch als Musiker, Produzent und Veranstalter auftritt, hat er sich um die Anmietung des Spielorts gekümmert.
In Ludwigshafen ist Weßling kein ganz Unbekannter. Im vergangenen November hat er die Premiere der Spiele-Messe „Aschentage“ im Kulturzentrum „Das Haus“ mitorganisiert. Eine Neuauflage der Spiele-Convention mit Rollenspielen, Tabletop- und Brettspielen aller Art sei am 1. und 2. November im „Haus“ in Ludwigshafen geplant, kündigt der 41-Jährige an. Als Vorsitzender des im Oktober 2024 gegründeten Vereins Empowerment hat sich Weßling die Förderung von Jugendlichen in den Bereichen Bildung, Kultur und soziale Teilhabe zum Ziel gesetzt. Mit innovativen Projekten wollen die bisher elf Vereinsmitglieder junge Menschen unterstützen und für eine bessere Zukunft arbeiten.
Zugang zu Jugendlichen über Rap-Musik
So will der Verein bei den „Tagen der seelischen Gesundheit“ in Bad Dürkheim ein Projekt zu Rap-Musik für Jugendliche anbieten. Hier schließt sich der Kreis zur beruflichen Tätigkeit des 41-Jährigen, der sich selbst als „Trainer für sozial-emotionale Maßnahmen“ bezeichnet. Für seinen Arbeitgeber „Who.Am.I. Academy“ aus Altrip, leitet er Projekte, bei denen Rap-Musik den Zugang zu sonst eher schwer zu erreichenden Jugendlichen herstellen soll. Gerade habe er in den Osterferien zusammen mit der städtischen Jugendbetreuung Luzie (Ludwigshafener Zentrum für individuelle Erziehungshilfen) einen Rap-Workshop für Jugendliche angeboten, erzählt der Sozialarbeiter.
Weßling ist selbst Rapper. Das gemeinsame Musikmachen und Texten zu Rap-Beats schaffe positive Erlebnisse, die Toleranz und freundschaftliches Miteinander förderten, erklärt er. „Wir machen Kinder ruhiger, die zu laut sind, und Kinder, die zu leise sind, etwas lauter.“ Dass nun mit „Robin Hood – Held oder Idiot?“ ein Theaterstück von und für Jugendliche gefördert wird, passt gut zu den Zielen des Vereins Empowerment. „Ich habe das Stück beim Aufräumen im Keller gefunden, habe es erst meiner Tochter gezeigt und dann den Mitschülern, alle fanden es toll und lustig und wollten es aufführen“, erzählt Weßling, wie es nach 24 Jahren zur Neu-Inszenierung kommt.
Robin Hood kommt nicht gut weg
In seinem Stück werde die Figur des Robin Hood kräftig durch den Kakao gezogen. Wenn es darum gehe, die vornehme Lady Maryanne zu retten, schaue der Held tatenlos zu und bekomme nichts hin, während seine Gefährten die ganze Arbeit machten. „Er hat nur blöde Ideen, aber er sieht gut aus und verkauft sich sehr gut“, charakterisiert Weßling seinen Protagonisten. Die Uraufführung am 8. Juni 2001 mit der Theater-AG der Anne-Frank-Realschule in Kooperation mit dem Kulturdepot sei ein voller Erfolg gewesen.
Damit die Neu-Inszenierung mit Tochter Yelina ein ebenso großer Erfolg wird, hat der Sozialarbeiter sich nicht nur um Ausstattung und Kostüme, sondern auch um einen Spielort gekümmert. Eigentlich sei dafür das Kulturzentrum „Das Haus“ vorgesehen gewesen, erzählt er. Doch wegen der aktuellen Schließung aufgrund der Schadstoffsanierung habe man umdisponieren müssen. Mit Hilfe der Lukom sei es gelungen, einen Saal im Gemeinschaftshaus Ruchheim anzumieten.
In Sozialarbeit Bestimmung gefunden
„Ich bin verliebt in Ludwigshafen. Das ist meine Stadt“, sagt Weßling, der in der Gartenstadt geboren ist und mit seiner Frau und vier Kindern dort lebt. Er sei in Ludwigshafen aufgewachsen, im Spielmannszug Gartenstadt, in Fußball- und Handball-Vereinen in Oggersheim und Mundenheim gewesen, habe viele schöne Erinnerungen an das Südweststadion, die Fußgängerzone, und das Rathaus-Center, erzählt er. Nach der Schule hat er bei der BASF Chemikant gelernt und in dem Beruf auch jahrelang gearbeitet. „Aber mit dem Job im sozialen Bereich habe ich meine Bestimmung gefunden“, sagt Weßling lachend.
Termin
„Robin Hood – Held oder Idiot?“, 13. Mai, 18 Uhr, Gemeinschaftshaus Ruchheim