FUSSBALL
Letztes Saisonspiel des LSC Maßstab für die nächste Runde
Im Laufe der Jahrzehnte ist bei vielen Vereinen ein sportliches Auf und Ab zu beobachten. Für das letzte Hoch an der Abteistraße sorgte Trainer Hermann Kohlenbrenner, er schaffte mit dem Ludwigshafener SC nach vielen Spielzeiten im grauen Mittelmaß der Bezirksliga 2007 den Sprung in die Fußball-Landesliga. Ein Jahr später stieg ein damals blutjunges Team, gespickt mit zahlreichen Eigengewächsen, in die Verbandsliga auf. Dort spielte die Mannschaft vor allem in den ersten Jahren begeisternden Offensivfußball. 2018 folgte der Abstieg, ein Jahr später ging es runter in die Bezirksliga. Das lag nicht nur, aber auch daran, dass der Nachschub aus dem eigenen Nachwuchs immer spärlicher wurde.
„Wir wollen wieder vermehrt auf Spieler setzen, die eine LSC-Vergangenheit und somit eine Verbundenheit zum Club haben“, sagt Trainer Nauwid Amiri, der im Oktober das Amt vom zuvor tätigen Duo Sören Breininger und Steffen Lang übernommen hatte. Damit funkt er mit dem umtriebigen Spielleiter Markus Rossel auf einer Wellenlänge. Auch in der aktuellen Mannschaft ist das LSC-Gen stark ausgeprägt. Mit anderen Worten: Wer ambitioniert Fußball spielen will, eine gewisse Qualität mitbringt und aus Ludwigshafen oder Umgebung stammt, landet in der Jugend wahrscheinlich irgendwann beim LSC. Das Kunststück ist, diese Talente an den Verein zu binden.
Lange Zeit schwankende Leistungen
Amiris Start war verheißungsvoll. In seinem ersten Heimspiel gegen den BSC Oppau spielte das Team 60 Minuten lang mit hohem Tempo zielstrebig nach vorne, war extrem griffig und präsent. Die Oppauer waren in dieser Phase chancenlos. Nach einer Stunde baute die Mannschaft jedoch ab, sodass der Sieg trotz klarer Führung noch in Gefahr geriet. Diese auf 90 Minuten komprimierten Schwankungen kennzeichneten lange Zeit die Begegnungen der Hochfelder. „Es war teilweise enttäuschend, zu sehen, wie stark Leistungskurven abfallen können. Kollektive Ausfälle führten dazu, dass die Ergebnisse nicht stimmten und wir in der Tabelle einfach nicht vorangekommen sind“, erläutert der Coach.
Paradebeispiele dafür waren die Partie gegen den SV Weisenheim (2:2) und das Rückspiel beim BSC Oppau (3:3). „Das waren ganz schlechte Auftritte von uns“, räumt Amiri ein, zumal beide Abstiegskandidaten ersatzgeschwächt antraten. Allerdings muss man dem Ludwigshafener SC attestieren, dass sich die Mannschaft nie aufgab und bis zum Ende bemüht war, etwas Zählbares zu holen. Gegen Weisenheim lag das Team in der 84. Minute mit 0:2 zurück, in Oppau stand es zur selben Zeit 1:3. Jeweils reichte es noch zu einem Unentschieden. Damit hat das Team eine Antwort auf die späten Gegentore gegen Lustadt und Mutterstadt in der Hinserie (jeweils 1:1) gegeben.
LSC dreht zum Schluss noch mal voll auf
Während andere Mannschaften, die im gesicherten Mittelfeld stehen, die Runde auslaufen lassen und dankbare Gegner sind, drehte der LSC gegen Ende richtig auf. „Die Kaltschnäuzigkeit ist zurückgekehrt. Wir haben viele Tore erzielt und uns prima präsentiert“, freut sich der Übungsleiter über 25 Treffer in den letzten vier Spielen. Das habe auch mit der herausragenden Trainingsbeteiligung zu tun. Besonders erfreulich: Nicola Maillet bestätigte seine grandiose Serie 2021/22 und war mit 22 Treffern erneut bester Torschütze des LSC. „Nicola geht voran, hat sich in der Persönlichkeit entwickelt und ist ein Unterschiedsspieler“, betont Amiri.
Maillet folgt Can Güney (12), der nach der Winterpause neunmal traf und einen großen Schritt nach vorne machte. Dominik Amaoko kam auf neun Tore, gefolgt von Ensar Arslan (8) und Nicolas Lamberty (7). „Als Nicolas studienbedingt siebenmal in Folge fehlte, haben wir nur gegen Südwest gewonnen“, hebt der Trainer den Wert des Mittelfeldspielers hervor. Auf die meisten Einsätze kommt Außenverteidiger Daniele Marchitto, er machte alle 34 Partien mit. Dahinter folgen Defensivallrounder Leon Lorenz (33), Vielzweckwaffe Amoako, Abwehrspieler Fabio Fleischer (je 31) und der flexibel einsetzbare Dejan Vasic (30).
Der Auftritt am letzten Spieltag in Mutterstadt (5:3) ist Maßstab für die nächste Runde. „Geringe Abstände, frühes Rausrücken und hohes Tempo. Damit sind wir auf dem richtigen Weg“, ist Amiri sicher.