Schifferstadt
Lernlandschaften: Paul-von-Denis-Gymnasium setzt auf neues Raumkonzept
Nach intensiven Beratungen hat die Schulgemeinschaft des Paul-von-Denis-Gymnasiums entschieden, sich räumlich und pädagogisch neu aufzustellen. Schulleiterin Monika Kleinschnitger erläutert: „Pro Stockwerk sollen in unserem Altbau künftig zwei Jahrgänge in sogenannten Jahrgangsclustern zusammengefasst werden.“ Der Clou dabei: Statt sechs Klassenräume pro Jahrgang wird es künftig nur noch fünf Klassenräume und eine klassenübergreifende Lernlandschaft geben. „Das erlaubt uns eine höhere Flexibilisierung und eine bessere räumliche Differenzierung als bisher“, sagt Kleinschnitger.
Rund 25 Prozent des Unterrichts fänden ohnehin nicht im Klassensaal statt, sondern in Fachsälen oder in der Sporthalle. „Es geht deshalb auf, dass pro Jahrgang ein Klassensaal zugunsten einer Lernlandschaft wegfällt, erzählt Kleinschnitger im RHEINPFALZ-Gespräch. Für die Oberstufenschüler des Paul-von-Denis-Gymnasiums ist ein Neubau geplant, in dem das neue Raumkonzept ebenfalls umgesetzt werden soll.
Offene Lernorte und individuelle Förderung
Die rund 90 Quadratmeter großen Lernlandschaften, die als „offene Lernorte“ zur Verfügung stehen sollen, sind ohne Zweifel der zentrale Bestandteil des neuen Konzepts, das die Schulgemeinschaft erarbeitet hat. Umgesetzt werden könnten damit klassen- und jahrgangsübergreifende Projekte sowie kooperative Lernformate wie Stationenarbeit, Lernateliers oder Projektarbeit. „Unser Ziel ist es, den sozialen Austausch, Teamarbeit und gleichzeitig auch individuelles sowie eigenverantwortliches Lernen zu fördern“, erläutert Monika Kleinschnitger. Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten sowie kleinere Räume für Beratung und Förderung seien ebenfalls eingeplant. „Diese Flexibilität ist ein zentraler Ansatz, um der wachsenden Heterogenität in den Klassen gerecht zu werden“, betont die Schulleiterin.
Auch die Gestaltung der Lernräume spiele eine Schlüsselrolle beim neuen Konzept. Helle, freundliche und einladende Umgebungen sollen nicht nur das Lernen fördern, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. Kleinschnitger: „Das Cluster-Modell bietet die Möglichkeit, Schule als Raum der Gemeinschaft, Entwicklung und des Wohlbefindens zu etablieren.“
Umsetzung und Herausforderungen
Die ersten Umsetzungen des neuen Konzepts sind erfolgt: Ein Modellraum für die fünfte Jahrgangsstufe ist vom Rhein-Pfalz-Kreis als Schulträger bereits eingerichtet und nach den neuen Vorgaben ausgestattet worden. Der Raum verfügt unter anderem über Stromanschlüsse an der Decke, die beispielsweise Experimente im naturwissenschaftlichen Unterricht ermöglichen. „Die Schülerinnen und Schüler, die hier schon Unterricht haben, sind sehr happy“, berichtet Monika Kleinschnitger – natürlich bestehe die große Hoffnung, dass nun auch andere Klassensäle möglichst schnell modernisiert werden.
Sven Pentner, Abteilungsleiter des Bereichs Schulen, kündigt diesbezüglich im RHEINPFALZ-Gespräch an: „Die weiteren Klassenräume der Jahrgangsstufe fünf werden im zweiten Halbjahr umgebaut.“ Aktuell habe man dafür die Osterferien im Blick. Parallel dazu müssten im kommenden Jahr am Paul-von-Denis-Gymnasium auch notwendige Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Für die Installation von Außentreppen und zusätzlichen Brandschutztüren plane man mit Kosten in Höhe von rund einer Million Euro.
Warten auf den Neubau
Die weitere Umsetzung des neuen Raumkonzepts stoße dann leider auf praktische Herausforderungen. „Um die neuen Lernlandschaften im Altbau zu realisieren, müssten Wände entfernt werden – ein Vorhaben, das während des Schulbetriebs nicht möglich ist“, erläutert Pentner. Es stünden schlichtweg keine Ausweichräume zur Verfügung. Die „offenen Lernräume“ könnten deshalb erst nach der Fertigstellung des Neubaus erfolgen. „Erst, wenn die Oberstufenschüler den Altbau verlassen, können wir dort mit dem Rausreißen von Wänden beginnen.“ Stand heute geht die Kreisverwaltung davon aus, dass die Bauarbeiten für den Neubau frühestens Ende 2026 starten, möglicherweise aber auch erst Anfang 2027.
Geht es nach Landrat Volker Knörr (CDU), dann findet der Spatenstich aber auf jeden Fall im kommenden Herbst statt. „Unser Ziel ist es, beim Schulbau aufs Tempo zu drücken“, sagt der 49-Jährige, der seit 19. November im Amt ist. Im März 2026 werde es ein Gespräch mit der Schulaufsicht geben, „um das Projekt Neubau auf die Schiene zu setzen“, wie es Knörr formuliert. Der Rhein-Pfalz-Kreis werde rund 10,7 Millionen Euro ins Paul-von-Denis-Gymnasium investieren.
Kurzfristig wohl keine Mensa
Ob der geplante Neubau mit einer Küche ausgestattet wird, um den Oberstufenschülern eine bessere Verpflegung an langen Schultagen zu ermöglichen? „Zu diesem Thema werden wir noch das Gespräch mit der Schule suchen“, sagt Sven Pentner. Langfristig sei vorstellbar, am Schifferstadter Schulzentrum eine zentrale Mensa zu installieren, die auch von Gymnasiasten mitgenutzt werden könne. Dies hänge allerdings von weiteren Grundstücks- und Bauplanungen ab.
Der Hintergrund: Der Kreis möchte die Schifferstadter Salierschule (eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) dort neu bauen, wo aktuell noch das alte Berufsinformationszentrum steht – also in unmittelbarer Nähe des Paul-von-Denis-Gymnasiums. „Diese Idee ist aber noch längst nicht in trockenen Tüchern“, betont Volker Knörr, Unter anderem müsste dafür ein Geländetausch mit der Stadt Schifferstadt vereinbart werden.