Ludwigshafen Leck in Leitung: Giftige Gase bei BASF ausgetreten

Bei der BASF ist gestern Vormittag ein giftiges Säuregemisch ausgetreten. Ein Mitarbeiter einer Fremdfirma klagte über Augenreizung und wurde ambulant behandelt. Zwei Mitarbeiter wurden mit Atemwegsreizungen ins Krankenhaus eingeliefert. Wie der Konzern weiter mitteilte, habe keine Gefahr für die Anwohner bestanden. Wenige Stunden später erlitt ein weiterer Arbeiter einen Stromschlag bei Wartungsarbeiten an einer anderen Produktionsanlage.
Ursache für den Gasaustritt, der sich gegen 10 Uhr ereignete, sei ein Leck in der Leitung eines Produktionsbetriebs im Werksteil Süd gewesen, teilte ein BASF-Sprecherin mit. Für kurze Zeit war eine bräunlich-gelbe Gasfahne über dem Werksgelände zu sehen. Der Säureaustritt führte zur Bildung von nitrosen Gasen – Stickoxiden, die bei direktem Einatmen giftig sind. Der Mitarbeiter einer Fremdfirma konnte nach ambulanter Behandlung weiterarbeiten. Die anderen beiden Aniliner, die nach dem Produktaustritt gegen 14 Uhr über Atemwegsprobleme klagten, kamen zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Der Gasaustritt sei schnell gestoppt worden, und es sei nur eine geringe Menge ausgetreten, sagte die Sprecherin, ohne nähere Zeit- oder Mengenangaben zu machen. Die Mitarbeiter des Produktionsbetriebs hätten das Leck rasch bemerkt und den Notaus der Anlage betätigt. Die Feuerwehr unterstützte den Betrieb beim Stoppen des Austritts. Durch Regen und Wind habe sich das Gas nach dem Produktaustritt schnell verflüchtigt, wie die Konzernsprecherin sagte. Die BASF-Umweltmesswagen waren innerhalb und außerhalb des Werksgeländes unterwegs und stellten nach Angaben des Konzerns keine erhöhten Messwerte fest. Die Reparaturarbeiten an der undichten Leitung begannen unmittelbar nach dem Produktaustritt. Gegen 16.30 Uhr kam es ebenfalls im Werksteil Süd zu einem weiteren Arbeitsunfall. Bei Wartungsarbeiten an einer anderen Produktionsanlage erlitt ein Mitarbeiter einer Fremdfirma einen Stromschlag, als er mit einer Starkstromleitung in Kontakt kam. Der Mann habe dabei keine äußeren Verletzungen erlitten, teilte eine BASF-Sprecherin weiter mit. Zunächst wurde das Unfallopfer in der werkseigenen Ambulanz untersucht. Als Sicherheitsmaßnahme sei der Arbeiter zur Beobachtung über Nacht in ein Krankenhaus eingeliefert worden. (mix)