Ludwigshafen Lebhafte Weihnachtsklänge

Interessante Instrumente: (von links) Paul Reinig (Cister), Ernst Kaeshammer (Drehleier) und Nicola Polizzano (Akkordeon).
Interessante Instrumente: (von links) Paul Reinig (Cister), Ernst Kaeshammer (Drehleier) und Nicola Polizzano (Akkordeon).

«Fussgönheim.» Eine Premiere gleich in mehrfacher Hinsicht war das adventliche Konzert in der Lutherkirche Fußgönheim mit Ernst Kaeshammer, Nicola Polizzano und Paul Reinig. Denn zum einen ist das Programm neu, zum anderen spielten sie erstmals öffentlich als Trio zusammen.

Seit dem Frühjahr gingen sie schwanger mit einem adventlich-weihnachtlichen Programm, nach neun Monaten, wie bei Schwangerschaften üblich, war es nun fertig: Lieder und Texte, alte und neue, nachdenkliche und fröhliche, passend zur Adventszeit. Als Duo gibt es sowohl Kaeshammer und Reinig („Die Troubadoure“) als auch Kaeshammer und Polizzano („InTon“) schon lange. Stilistisch passen alle drei gut zusammen. Grundstock des Konzerts waren mehrere alte Weihnachtslieder aus dem Piemont, mündlich überliefert. Die drei haben sie von einer Gruppe aus der italienischen Region übernommen. „Die waren in einem so starken Piemonteser Dialekt, dass selbst ich sie kaum verstehen konnte“, sagte Nicola Polizzano, der im Friaul geboren wurde und sich als „Italopälzer“ bezeichnet. Er hat es aber doch geschafft und sie in verständliches Italienisch übertragen. „Annunziatione“, „Verkündigung“, hieß das erste, mit dem sie ihr Konzert begannen, ein Lied in kraftvoll-heiterem Ton, das die Geschichte der Verkündigung des Engels an Maria erzählt, begleitet von Kaeshammers Drehleier, Reinigs Cister, einem der Laute ähnlichen Instrument, und Polizzanos italienischem handgefertigten Akkordeon. „Viaggio a Betlemme“, die „Reise nach Bethlehem“, das zweite Lied aus dem Piemont, beschrieb die Beschwernisse der Reise nach Bethlehem, besonders für die hochschwangere Maria. „Gesu bambin lé nato“ erzählt die Geburt Christi mitten in der Nacht im Stall. In südlichen Ländern feiert man Weihnachten anders als bei uns als lautes, fröhliches Fest mit Musik und Tanz im Kreis von Freunden und Verwandten. So waren auch diese Lieder lebhaft und rhythmisch, wie man sie in einer Tischrunde anstimmen mag. Durch die Instrumente hatten sie einen ländlich-archaischen Klang. Auch die andern Lieder passten zu diesem Klangbild. Herzerwärmend war dieses Konzert in der bis zum letzten Platz besetzten und mit Kerzen erhellten Kirche .

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