Handball
Laute Kabinenansprache fruchtet bei den VTV-Spielern
Aufsteiger VTV Mundenheim kann nur Drama. Ein locker herausgespielter Sieg, wie er bei einer etwas besseren Chancenverwertung durchaus möglich gewesen wäre, ist nicht Sache der Mundenheimer. Immerhin: „Wir haben einen Weg gefunden, auch dieses Spiel zu gewinnen“, erklärte VTV-Trainer Steffen Schneider. Zufrieden war er allerdings nur mit den beiden Punkten und der Reaktion seiner Mannschaft in Halbzeit zwei. Ansonsten vermisste er über das gesamte Spiel die richtige Einstellung seiner Akteure. „In den ,Muss-Spielen’ fehlt uns die Leichtigkeit“, kritisierte er und verriet einen der Gründe für den Umschwung: „Das war sicher die bisher lauteste Kabinenansprache, die ich gehalten habe.“
VTV-Spiel vor der Pause mit vielen Defiziten
Grund dafür hatte er allemal, denn was die VTV in den ersten 30 Minuten zeigten, hatte mit Drittligahandball nur wenig zu tun. Zauderhaft und unsicher die Angriffe, wenig zupackend die Abwehr. Und wenn dann doch einmal ein klarer Abschluss gelang, war die Wurfquote indiskutabel. Ein Spielverlauf, der sich schon in den ersten fünf Minuten abgezeichnet hatte. Da standen nicht nur zwei vergebene Siebenmeter (Max Schneider und Yannick Treiber), sondern auch einer von insgesamt drei Pfostentreffern für die VTV zu Buche. Statt einer eigentlich dem Spielverlauf entsprechenden 5:2-Führung hieß es 2:2 (7.). Bemerkenswert war der Pfostentreffer von Tim Schmieder auch aus einem anderen Gesichtspunkt: Es war der einzige Abschluss des Halbrechten, der zu oft seine Nebenleute suchte, nie den eigenen Abschluss wählte. Auch von ihm hätte sicher mehr kommen müssen, was durch die Bank für die gesamte Mannschaft galt.
Torhüter Kunz als ein Faktor für die Wende
Einer wurde aber noch zum entscheidenden Faktor für die Wende. „Eigentlich hatte ich mit Nico schon ausgemacht, dass wir nach dem nächsten Angriff einmal wechseln“, verriet Torhüter Janik Kunz. Er hatte bis dahin zwar solide gespielt, aber auch bei parierten Bällen immer wieder das Pech, dass die Abpraller erneut bei den Angreifern landeten, die im zweiten Versuch trafen. „Und dann habe ich angefangen, Bälle zu halten“, so Kunz. Trotzdem konnte er nicht verhindern, dass es zur Pause drei Tore Rückstand (11:14) waren.
Doch es wurde endlich besser. Ein Faktor dafür war Rouven Müller am Kreis, der für den glücklosen Aaron Schleidweiler gekommen war und mit fünf Treffern, neben Simon Schleidweiler, zum erfolgreichsten Schützen wurde. Großes Aufheben wollte er darum nicht machen. „Wir sind im Kader so breit besetzt, dass eben der Nächste reinkommt, wenn einer mal einen schlechten Tag hat.“ Sein 21:21 (51.) war das endgültige Signal zur Wende, untermauert von Kunz, der direkt davor den Siebenmeter von Simon Belter parierte. „Das hat insgesamt extrem beflügelt“, so seine Beobachtung. Und tatsächlich schossen seine Vorderleute in der Schlussphase doch noch den so wichtigen Sieg heraus.